Gewürze in der Schwangerschaft und worauf du lieber verzichten solltest

Schon in antiken Kulturen waren Gewürze und Kräuter kostbar und wertvoll – auch wenn man nicht immer wusste, wofür sie alles verwendet werden können. Heutzutage ist das anderes. Die Welt der Kräuter und Gewürze ist besser erforscht und steht nahezu jedem offen. Ihre Wirkungsvielfalt ist allerdings nach wie vor faszinierend. Es gibt jedoch einige spezielle Substanzen, die sich weniger gut mit den Umständen eines schwangeren Körpers vertragen. Welche das sind und worauf du bei Gewürzen in der Schwangerschaft allgemein achten solltest, erfährst du in diesem Beitrag. 

Die Dosis macht das Gift

Das wusste schon der Arzt Paracelsus im 16. Jahrhundert und er hat damit nach wie vor Recht. Folglich sind fast alle Kräuter und Gewürze in kleinen Mengen nicht gefährlich - im Gegenteil, sie haben oft sogar eine positive Wirkung. Bei einigen Stoffen ist es allerdings so, dass bei einer zu großen Menge unerwünschte Effekte auftreten können. Für welche Gewürze das besonders in den neun Monaten der Schwangerschaft gilt, verraten wir dir im Folgenden. Dabei geht es in den meisten Fällen um das ungewollte Auslösen der Wehen. Die gesundheitsfördernde Wirkung soll aber dennoch nicht in Vergessenheit geraten, schließlich sind Kräuter und Gewürze ausgesprochen mächtig und können teilweise wahre Wunder wirken. 

Pfefferminze 

Pfefferminze schmeckt sowohl frisch als auch getrocknet ganz vorzüglich. Sie enthält viele ätherischen Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Menthol und Flavonoide. Für  schwangere Frauen mit niedrigem Blutdruck oder schwachem Kreislauf ist Pfefferminze gut geeignet. Vorsicht geboten ist bei vorzeitigen Wehen, dann ist Pfefferminze grundsätzlich tabu. Ansonsten solltest du nicht mehr als zwei bis drei Tassen pro Tag trinken. 

Basilikum

Basilikum ist ebenfalls sehr gesund, da sie z.B. einen hohen Gehalt an Vitamin C, Eisen und Kalzium besitzt. Das enthaltene Estragol hat allerdings eine zellverändernde Wirkung, wenn es in zu großen Mengen aufgenommen wird. Das gilt insbesondere für den Einsatz als Öl. Du solltest es also trotz des exquisiten Geschmacks auf keinen Fall jeden Tag zu dir nehmen und auf grünes Pesto besser ganz verzichten. 

Melisse

Auch Melisse enthält ätherische Öle, Gerbstoffe und Flavonoide. Falls du häufig unruhige Nächte hast, dann kann es dir mit seiner entspannenden und beruhigenden Wirkung zu einem besseren Schlaf verhelfen. Mehr als zwei bis drei Tassen Melissentee solltest du dir aber besser nicht gönnen. 

Salbei

Salbei zählt ebenfalls zur Kategorie der Gewürzkräuter mit einem hohen Gehalt an antibakteriellen und antioxidativen Flavonoiden sowie ätherischen Ölen, Bitter- und Gerbstoffen. Des Weiteren enthält Salbei Cineol und Zink. Bei vorzeitigen Wehen solltest du ihn aber auf keinen Fall verwenden. Zu den positiven Effekten von Salbei zählen Appetitsteigerung und Linderung von Schweißausbrüchen. 

Zimt 

Zimt schmeckt nicht nur zur Weihnachtszeit hervorragend, er wirkt sich auch positiv auf deine Verdauung aus. In hohen Dosen kann er allerdings vorzeitige Wehen hervorrufen, insbesondere, wenn er Kampfer enthält. Dass du mit gängigen Lebensmitteln diesen Effekt auslöst, ist aber sehr unwahrscheinlich. So viele Zimtsterne kann man nämlich gar nicht essen. 

Paprika, Chili und Pfeffer  

Paprika, Chili und Pfeffer zählen zu den beliebtesten Gewürzen, da sie zu fast jedem Gericht bestens passen. Zum Glück musst du auch während der Schwangerschaft nicht auf diese Gewürze verzichten. Es kann allerdings sein, dass sie das ein oder andere Mal Sodbrennen auslösen, da der Magen in den besagten neun Monaten leicht reizbar ist. Die Wahrscheinlichkeit für einen Reflux ist ohnehin höher, da der Magen durch die Gebärmutter permanent nach oben gedrückt wird. 

Ingwer 

Ingwer ist eine wahre Wunderwaffe, wenn es um die Linderung von Erkältungen, Übelkeit und Erbrechen geht. Die enthaltenen Scharfstoffe regen allerdings auch die Durchblutung der Gebärmutter an, was zu vorzeitigen Wehen führen kann. Daher gilt Vorsicht bei der Dosierung. Du solltest auf keinen Fall mehr als zwei bis drei Tassen Ingwertee trinken. Beim Kochen wird er wegen seines intensiven Geschmacks ja ohnehin meist sparsam eingesetzt. Darüber hinaus ist Ingwer reich an Vitamin C, Vitamin B, Calcium und Kalium. Am besten solltest du ihn mit Schale verzehren oder aufbrühen, da dort die meisten Nährstoffe sitzen. Das setzt allerdings voraus, dass du ein hochwertiges Produkt kaufst. In jedem Fall solltest du ihn vorher ordentlich schrubben. 

Petersilie 

Petersilie darf ebenfalls in keinem Gewürzregal fehlen. Falls du zu den Petersilienliebhaber*innen zählst - sei gewarnt. Ab einem halben Bund am Tag kann sie zu Gebärmutterkrämpfen führen und vorzeitige Wehen hervorrufen. In Form eines konzentrierten Öls solltest du lieber komplett auf das leckere Kraut verzichten. Ansonsten hält der gelegentliche Verzehr essentielle Nährstoffe wie Eisen und Vitaminen bereit. Die Verdauung bringt Petersilie ebenfalls in Schwung. 

Muskat   

Muskat ist sicher nicht jedermanns Geschmack, kann aber eine anregende und stimmungsaufhellende Wirkung haben. Bei einer Überdosierung ab vier Gramm können allerdings Herz-Kreislaufprobleme auftreten. Darum ist zwar Vorsicht geboten, die besagte Gefahrenmenge ist aber ausgesprochen schwierig zu erreichen. Angeblich hat Muskat auch eine schlaffördernde Wirkung

Ebenfalls im Blick behalten, solltest du Nelke, Kardamom und Oregano. Wie bei den meisten der genannten Gewürze, ist es in unverarbeiteter Form kaum möglich, dem Körper eine riskante Dosis zuzuführen. Die Vorsicht gilt, wie bereits erwähnt, primär bei konzentrierten Ölen. Es gibt also keinen wirklichen Grund in Panik zu verfallen und dich von den Verboten und theoretischen Risiken verrückt machen zu lassen. Grundsätzlich ist es am besten, wenn du auf eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung achtest. Die alte Weisheit, “die Dosis macht das Gift” trifft nämlich im Grund auf fast alles zu, was du deinem Körper zuführst. Das Zauberwort lautet demnach also Balance. 

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