Hypnobirth – alles Wissenswerte zur Geburt ohne Schmerzen

Als Hypnobirth bezeichnen Experten natürliche Methoden, die es ermöglichen, bei der Geburt auftretende Schmerzen ganz oder teilweise zu umgehen. Stattdessen soll es den betroffenen Frauen ermöglicht werden, die Geburt auf entspannte Weise zu erleben. Ursprünglich stammt die Methode aus den Vereinigten Staaten. Erstmals wandte sie die US-Amerikanerin Marie Mongan als geburtsvorbereitende Methode an. Der nachfolgende Ratgeber beantwortet dir alle wichtigen Fragen zum Hypnobirth.

Was beim Hyponobirthing eigentlich passiert

Das „Hypnobirthing“ kannst du in einem vorbereitenden Kurs zur Geburt erlernen. Gemeinsam mit anderen werdenden Müttern lernst du in diesem Kurs nicht nur Atemtechniken, sondern auch technische Kenntnisse zur Tiefenentspannung kennen. Mit dem Ziel, besser mit der Angst der bevorstehenden Geburt umgehen zu können. Progressive Muskelentspannungen oder Berührungsmassagen mit dem Partner können ebenso zum Hypnobirth-Kurs dazugehören.

Auch selbsthypnotisierende Techniken werden im Rahmen des Kurses thematisiert. Sie verfolgen das Ziel, die werdende Mama bestmöglich auf die Vorwehen sowie die mit der Geburt verbundenen Schmerzen vorzubereiten. Mithilfe bewährter Strategien soll es Gebärenden leichter fallen, sich zu entspannen und das Baby schmerzfreier auf die Welt zu bringen.

Wer bietet die speziellen Hypnobirth-Kurse an?

Bist du an einem Hypnobirth-Kurs interessiert, solltest du dich zunächst an deinen Arzt oder deine Hebamme wenden. Solche Angebote gibt es in aller Regel in jeder größeren Stadt, sodass deutschlandweit Angebote für werdende Eltern existieren. Es ist ratsam, bereits frühzeitig – spätestens in der 20. Schwangerschaftswoche – mit einem Kurs zu beginnen. So bleibt ausreichend Zeit, um alle Entspannungstechniken zu zweit ausreichend zu erlernen.

Kosten für einen Hypnobirth-Kurs

Grundsätzlich fallen die Kosten bei einem Hypnobirth-Kurs individuell verschieden aus. Einheitliche Richtlinien zur Abrechnung existieren hier nicht. Für einen Gruppenkurs solltest du zwischen 350 und 500 Euro einplanen. Einzelkurse sind etwas teurer und kosten durchschnittlich 450 bis 800 Euro. Wenn du magst, kannst du deine zuständige Krankenkasse um eine teilweise Erstattung der Kosten bitten. Manche Krankenkassen erstatten bis zu 50 Prozent der Kursgebühr, sofern kein weiterer geburtsvorbereitender Kurs beansprucht wird.

Studien zum Hypnobirth

Bisher ist die Studienlange zum Hypnobirth sehr überschaubar. Lediglich die Uni Tübingen sowie das Westfälische Institut für Hypnosetherapie beschäftigten sich bisher mit der Auswirkung von Hypnose auf die Geburt. Ihre Ergebnisse ermutigen: So konnten erstgebärende Frauen, die zuvor Hypnobirth-Techniken erlernt hatten, die Geburt um bis zu zwei Stunden verkürzen. Auch gaben weniger als 50 Prozent von ihnen an an, besonders starke Geburtsschmerzen gehabt zu haben.

Hypnobirth selbst erlernen – geht das?

Selbstverständlich ist es möglich, Hypnobirth zu einem gewissen Grad selbst zu erlernen. Du benötigst dafür keine spezielle Methode, sondern musst lediglich wissen, wie du dich von der Angst vor Schmerzen lossagst. Gleichzeitig fällt vielen Frauen diese Art der Selbsthypnose aber unglaublich schwer. Zu tief, zu fest sitzt die Angst vor einer schmerzhaften Geburt im Unterbewusstsein. Negative Erfahrungsberichte von Freunden oder Bekannten fördern diese Angst noch zusätzlich. Deshalb entscheiden sich viele Frauen letztendlich doch zu einem fachlichen Hypnobirth-Kurs unter Anleitung.

Ist Hypnobirth für jede Schwangere geeignet?

Grundsätzlich ist die Hypnobirth-Methode für jede Schwangere zu empfehlen. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Schwangerschaft kompliziert oder unkompliziert verläuft. Eine gebärende Frau profitiert so oder so, wenn sie sich bei der Geburt entspannt und den Partner an ihrer Seite weiß. Selbst wenn du dich für einen Kaiserschnitt entscheidest, kannst du vom Hypnobirth profitieren. Auch für Frauen, die in der Vergangenheit bereits einen Kaiserschnitt hatten, kann die Methode nützlich sein. Ihnen kann es gelingen, die Angst vor einem möglichen Gebärmutter-Riss zu minimieren.

Gibt es Risiken oder Nachteile der Hypnobirth-Methode?

Nachteile oder Risiken gibt es bei der Methode nicht zu befürchten. Einzig und allein der zeitliche Aufwand ist für werdende Eltern zu berücksichtigen. Es kostet Zeit, die unterschiedlichen Entspannungstechniken zu erlernen. Hypnobirth versteht sich also nicht als von einer auf die andere Nacht erlernbare Methode.

Welche Rolle werdende Väter beim Hypnobirth einnehmen

Für viele werdende Väter gestalten sich die Hypnobirth-Kurse als Aha-Erlebnisse. Sie lernen nun, wie sie ihre Partnerin richtig „hypnotisieren“ und bei der Geburt begleiten. Einige bekommen während des Vorbereitungskurses zum ersten Mal ein klares Bild von der bevorstehenden Geburt. Vorher mangelt es Vätern häufig an Wissen rund um die körperlichen und seelischen Vorgänge des Mutterwerdens. Hypnobirthing bietet Vätern aufgrund dessen die Möglichkeit, einen informativen Perspektivwechsel zu erleben, welcher die Partnerschaft stärken kann.

Kritiken zur Hypnobirth-Methode

Wie bei anderen wissenschaftlichen Methoden auch bleibt das Hypnobirth nicht frei von Kritik. Viele Hebammen und Kursleiter schenken der Methode Vertrauen, jedoch sind ebenfalls kritische Stimmen zu bemerken. Diese kommen überwiegend von Hebammen, welche die überzogenen Erwartungshaltungen anprangern. Denn: viele Frauen stellen sich eine Hypnobirth-angeleitete Geburt wie eine „Traumgeburt“ ohne Schmerzen vor. Jedoch könne niemand garantieren, dass eine Geburt vollkommen schmerzfrei und gänzlich komplikationslos ablaufe. Solch feste Bilder im Kopf stellen laut Hebammen ein Hindernis dar, da sie den Gebärenden falsche Erwartungshaltungen präsentieren. Als „Allheilmethode“ für eine schmerzfreie Geburt sollte Hypnobirth daher nicht von dir angesehen werden. Sondern vielmehr als sanftere, unkompliziertere Variante, das eigene Kind zur Welt zu bringen.

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