Jetzt wird es ernst! - 6 Fakten über den Blasensprung

Der sogenannte Blasensprung beschreibt die Öffnung der Fruchtblase, die während der Schwangerschaft den Fötus umgibt und mit Fruchtwasser gefüllt ist. Sobald sie platzt, solltest du dir im Klaren darüber sein, dass es jetzt ernst wird und die Geburt deines Kindes unmittelbar bevorsteht. 

1. Wozu dient die Fruchtblase

Eine funktionierende Fruchtblase ist in erster Linie ein Schutz für dich und dein Kind. Sie besteht aus einer Membran, einem sehr dünnem aber dafür extrem dehnbarem Gewebe, dass du dir gewissermaßen als schützenden Kokon für deinen Sprössling vorstellten kannst. Genau genommen besteht sie aus zwei Schichten. Die innere Schicht wird als Amnion und die äußere Schicht als Chorion bezeichnet, wobei die innere Schicht die Bildung des Fruchtwassers steuert. Die äußere Schicht steht in direktem Kontakt zur Gebärmutterschleimhaut und reguliert den lebenswichtigen Stoffaustausch zwischen dir und deinem Kind. Das Fruchtwasser selbst besteht zu 99% aus Wasser. Die übrigen ein Prozent setzen sich aus Proteinen, Fetten, Kohlenhydraten und anderen Nährstoffen zusammen. Es dient in erster Linie dem Schutz deines Kindes vor Stößen und Lärm. Darüber hinaus ermöglicht es eine gleichbleibende und angenehme Temperatur. Zu einem geringen Anteil trägt es auch zur Versorgung deines Babys bei. 

2. Was passiert beim Blasensprung?

Das Platzen der Fruchtblase ist ein klares Anzeichen für den Beginn des Geburtsprozesses. Ab jetzt dauert es nicht mehr lange, bis du dein Baby in den Armen halten wirst. Wenn alles wie geplant verläuft, dann setzt der Blasensprung in der sogenannten Eröffnungsphase der Geburt ein. In dieser Phase öffnet sich der Muttermund durch die immer stärker werdenden Wehen, bis er auf einen Durchmesser von ungefähr zehn Zentimetern angewachsen ist. Dabei drückt der Kopf deines Kindes in dein Becken, was den Drang das Kleine herauszupressen auslöst. Die Eröffnungsphase dauert beim ersten Kind etwa acht bis 14 Stunden. Ist der Muttermund vollständig geöffnet, platzt die Fruchtblase auf und das Fruchtwasser läuft meist in größeren Mengen, in manchen Fällen aber auch tröpfchenweise ab.

3. Wie erkennst du, ob es wirklich der Blasensprung ist?

Handelt es sich wirklich um den Blasensprung? Diese Frage stellen sich viele Schwangere durchaus zu Recht, denn in den letzten Wochen verstärkt sich der vaginale Ausfluss immer mehr. Glücklicherweise gibt es aber einige Kriterien, anhand derer du relativ schnell feststellen kann, womit du es zu tun hast:

  • Das Fruchtwasser kommt meist schwallartig und lässt sich nicht aufhalten.

  • Fruchtwasser hat eine hohe Ähnlichkeit zu Wasser. Es ist also eher dünn und durchsichtig und nicht dickflüssig, wie der Ausfluss in der Spätphase der Schwangerschaft.

  • Der Geruch von Fruchtwasser ist neutral. Es riecht eigentlich nach gar nichts.

4. Wie solltest du dich beim Blasensprung verhalten?

Das Wichtigste zuerst: Keine Panik! Völlig egal in welchem Stadium der Schwangerschaft deine Fruchtblase platzt, du solltest auf jeden Fall Ruhe bewahren und überlegt handeln. Das bedeutet allerdings nicht, dass du dir zu viel Zeit lassen solltest. Der Blasensprung ist ein eindeutiges Signal, dich umgehend ins Krankenhaus deiner Wahl zu begeben. Falls du kein eigenes Auto zur Verfügung hast, kannst du auch einen Krankenwagen rufen. Wenn noch genug Zeit ist, kannst du die Klinik auch von unterwegs schon über euer Eintreffen informieren, damit vor Ort alles vorbereitet werden kann. Es ist außerdem eine gute Idee eine Damenbinde oder Ähnliches einzulegen, damit das auslaufende Fruchtwasser aufgesaugt werden kann. Das erleichtert den Geburtshelfern im Nachhinein dessen Untersuchung. Bei einem vorzeitigen Blasensprung solltest du dir unbedingt ein Kissen unter den Po legen, damit dein Becken erhöht gelagert ist. Mit diesem Trick verhinderst du, dass dein Baby tiefer in dein Becken rutscht und es zu einem Nabelschnurvorfall kommt.

5. Was passiert im Krankenhaus?

Bei neun von zehn Frauen stellen sich innerhalb von 24 Stunden nach dem Blasensprung die Wehen ein. Anderenfalls muss die Geburt möglicherweise künstlich eingeleitet werden. Das Fruchtwasser ist eine nährstoffreiche und warme Umgebung, in der sich Bakterien schnell ausbreiten können und eine gefährliche Fruchtwasserinfektion droht. Darum wird anhand eines Vaginalabstriches festgestellt, ob es zu einer Infektion gekommen ist und das Kind möglicherweise mit einem Antibiotikum behandelt werden muss.  Der gegenteilige Fall liegt vor, wenn die Fruchtblase, trotz Wehen, nicht platzt. In solchen Situationen kann diese künstlich geöffnet werden. Sind Mutter und Kind nach vielen Stunden völlig erschöpft, weil die Geburt einfach nicht voran geht, kann diese sogenannte Blasensprengung sinnvoll sein. Das gilt ebenfalls, wenn sich die Fruchtblase so stark nach vorne gewölbt ist, dass du dem Drang zu pressen nicht mehr standhalten kannst und die Wehen sofort sehr stark werden. Die Entbindung muss folglich beschleunigt werden. 

6. Verschiedene Arten des Blasensprungs

Der wünschenswerte Fall wird schlicht als rechtzeitiger Blasensprung bezeichnet. Er zeichnet sich dadurch aus, dass das Fruchtwasser im ersten Drittel der Geburt, der bereits beschriebenen Eröffnungsphase, abgeht und der Muttermund dabei bereits vollständig geöffnet ist. Die Geburtswehen machen sich ebenfalls in dieser Phase schon bemerkbar. Bei zwei Dritteln aller Geburten kommt es zum rechtzeitigen Blasensprung. Von einem frühzeitigen Blasensprung spricht man, wenn der Muttermund noch nicht vollständig geöffnet ist und das Fruchtwasser bereits trotzdem schon beginnt abzulaufen. Davon unterscheidet sich wiederum der vorzeitige Blasensprung, der bei einem Sprung der Fruchtblase vor dem Beginn der Eröffnungsphase vorliegt. Dafür gibt es verschiedene Ursachen, wie zum Beispiel das Eintreten vorzeitiger Wehen, eine Mehrlingsschwangerschaft oder eine verfrühte Zervixreifung. Auch eine Infektion der Scheide, die bis in die Gebärmutter aufsteigt, kann der Grund sein. Wie gefährlich ein vorzeitiger Blasensprung ist, hängt von der Schwangerschaftswoche ab, in der er auftritt. Eine künstliche Einleitung der Geburt wird in der Regel vorgenommen, wenn die 36. Woche vollendet ist. Davor hängt diese Entscheidung im Wesentlichen von dem Entwicklungsstand des Kindes ab. Besonders entscheidend ist dabei der Reifegrad der Lungen. Sind diese noch nicht ausreichend funktionsfähig, so können der Schwangeren Wehenhemmer verabreicht werden, welche die Geburt hinauszögern. Grundsätzlich gilt aber: Je früher der Blasensprung erfolgt, desto kritischer ist die Situation einzuschätzen. 

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