Die Angst vor der Frühgeburt

Die Nachricht schwanger zu sein ist für Frauen oft erstmal ein Schock. Überwiegend auf eine gute Art. Allerdings ist klar, dass nun gewaltige Veränderungen anstehen und diese auch mit bestimmten Risiken einhergehen. Eine große Angst liegt dabei häufig in einer möglichen Frühgeburt und ihren Folgen. Wir klären dich auf, was eine Frühgeburt ist, was sie bedeutet und was du tun kannst, um das Risiko zu verringern. 

Wenn Babys es eilig haben

Es wäre schön, wenn es bei einer Frühgeburt lediglich darum gehen würde, dass das Kind es einfach nur nicht abwarten kann, die Wunder dieser Welt zu entdecken. Ganz so einfach ist das aber leider nicht, denn eine Frühgeburt kann äußerst problematisch werden. Die Schwangerschaft dauert im Durchschnitt 40 Wochen. Ungefähr 9% der Babys in Deutschland werden aber schon vor der 37. Woche geboren. In solchen Fällen spricht man von einer Frühgeburt. Da ein solches Szenario weitreichende Konsequenzen für Kind und Eltern mit sich bringt, werden Frühgeburten in der Medizin nochmals in drei Gruppen unterteilt. 

    • Bei einer Schwangerschaftsdauer zwischen 37 und 32 Wochen und einem Gewicht unter 2500 Gramm spricht man von mäßig Frühgeborenen.

    • Bei einer Schwangerschaftsdauer zwischen 31 und 28 Wochen und einem Gewicht unter 1500 Gramm spricht man von sehr früh Frühgeborenen.

    • Bei einer Schwangerschaftsdauer von weniger als 28 Wochen und einem Gewicht von unter 1000 Gramm spricht man von extrem Frühgeborenen.

Bei Kindern, die noch früher zur Welt kommen, sinken die Überlebenschancen mit praktisch jedem Tag immer mehr. Das kommt Gott sei Dank aber eher selten vor. Grundsätzlich tut jeder Tag im Bauch der Mutter dem Baby gut, denn dort sind die Bedingungen perfekt auf seine Bedürfnisse abgestimmt. Wenn sich eine Frühgeburt andeutet, gibt es aber entsprechende medizinische Methoden, um den Geburtstermin hinauszuzögern. Jedoch kann es auch sinnvoller sein, die Entbindung frühzeitig einzuleiten. Die Entscheidung darüber erfordert viel Feingefühl und Expertise. Glücklicherweise hat die Geburtsmedizin in den letzten Jahren gewaltige Fortschritte gemacht, wodurch sich die Chancen auf eine gesunde Entwicklung von Frühchen deutlich erhöht haben. Wenn eine Frühgeburt rechtzeitig erkannt wird, gibt es ein breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten. In der Nachsorge hat sich die Situation ebenfalls stark verbessert. Allem Fortschritt zum Trotz ist die Gefahr einer körperlichen oder geistigen Fehlentwicklung leider trotzdem gegeben. Eine Voraussage darüber ist schwierig, deswegen ist es umso wichtiger, die Risiken einer Frühgeburt möglichst klein zu halten.

Welche Faktoren Einfluss haben

Nach wie vor sind die Ursachen vieler Frühgeburten nicht eindeutig identifizierbar. Es gibt aber eine Liste an Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer Früh- oder sogar Fehlgeburt nachweislich erhöhen. Je mehr davon auftreten, desto negativer sind die Auswirkungen. Die genaue ärztliche Feststellung dieser Faktoren ist wichtig, damit eine entsprechende Behandlung und Überwachung eingeleitet werden kann. 

  • bereits aufgetretene Frühgeburten oder vorzeitige Wehen

  • frühere Schwangerschaftsabbrüche

  • mehr als vier Geburten

  • schnell aufeinander folgende Schwangerschaften

  • Gebärmutterfehlbildungen

  • Frühere operative Eingriffe am Muttermund

  • Infektionen im Genitalbereich

  • Blutungen im zweiten oder dritten Trimester

  • Mehrlingsschwangerschaft

  • Operationen im Bauchbereich

  • Plazenta praevia

  • Fehl- oder Mangelfunktion der Plazenta

  • Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung)

  • Zu viel Fruchtwasser (Polyhydramnion)

  • Fehlbildungen des Kindes

  • Chromosomenfehler

  • Alter der Mutter unter 18 oder über 34 Jahren

Die meisten dieser Faktoren können Betroffene nur wenig beeinflussen. Ein paar Dinge kannst du allerdings selbst in die Hand nehmen und damit die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt minimieren. Dazu zählen insbesondere der Verzicht auf Rauchen und Alkohol sowie ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung und gesunder Ernährung. Starkes Über- und Untergewicht sollte ebenfalls vermieden werden. Nach wie vor unterschätzt sind außerdem psychologische Einflüsse durch privaten, beruflichen oder finanziellen Stress. Inzwischen ist klar, dass ein ausgeglichenes Seelenleben sich ebenfalls auch auf das ungeborene Kind auswirkt. 

Wie du eine Frühgeburt erkennst

Falls es zu einer Frühgeburt kommt, muss möglichst schnell gehandelt werden. Aus diesem Grund solltest du die Anzeichen einer Frühgeburt erkennen können. Das deutlichste Anzeichen ist ein verfrühtes Einsetzen der Wehen. Zwar ist es völlig normal, dass sich die Gebärmutter insbesondere in den letzten Wochen der Schwangerschaft immer wieder leicht zusammenzieht und sogenannte Vorwehen auftreten. Wenn solche Kontraktionen allerdings immer öfter, schneller, mehr als dreimal stündlich sowie in Kombination mit einem Ziehen im unteren Rücken auftreten, handelt es sich um vorzeitige Wehen. Das Gefühl, dass das Gewicht des Babys zusätzlich nach unten drückt, kommt bei einer Frühgeburt ebenfalls häufig vor. Wenn dann noch die Fruchtblase platzt, muss so schnell wie möglich ein Krankenhaus aufgesucht werden. Die Entbindung ist bei Frühgeburten oft komplizierter als im Normalfall, da der Körper des Kindes noch nicht reif und stark genug für den normalen Geburtsprozess ist. Ein Dammschnitt oder Kaiserschnitt ist dann oft die Folge. 

Wie geht es nach der Geburt weiter

Auch nach der Geburt haben Frühchen besondere Bedürfnisse, deshalb werden sie meistens in einen Brutkasten auf der Intensivstation gelegt. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Sauerstoff sind darin präzise abgestimmt, darüber hinaus werden die Atmung und der Herzschlag genau gemessen. Solange sie noch nicht selbstständig trinken können, müssen Frühchen außerdem mit einer speziellen Sonde ernährt werden. Danach erfolgt so früh wie möglich der Umstieg auf abgefüllte Muttermilch, da sie über den optimalen Nährstoffgehalt verfügt. Das Stadium, in dem die Mutter dem Kind endlich die Brust geben kann, ist dementsprechend ein großer Fortschritt. Für junge Familien ist nicht nur die Schwangerschaft, sondern auch die Phase danach eine Belastung. Schließlich will man nichts lieber tun, als sein Baby einfach nur in die Arme schließen zu können. Trotz des Wechselbades zwischen Sorgen und Hoffnung können Mütter und Väter für ihr Kind da sein. Eltern sollten einfach so viel Zeit wie möglich mit ihrem Nachwuchs verbringen. Hierzu bietet sich vor allem die sogenannte Känguru-Methode an, bei der das Frühchen der Mama oder dem Papa auf die nackte Brust gelegt wird. Der intensive Hautkontakt fördert die Bindung und gibt dem Kleinen Geborgenheit und Sicherheit. So kann die Chance, das Babys bald mit ins wohlbehütete Zuhause zu nehmen, erhöht werden.  

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