Frühchen - Der beste Umgang mit den kleinen Kämpfern

Eine Frühgeburt ist sicherlich nicht das, was Eltern sich am sehnlichsten wünschen. Allerdings hat man das Schicksal manchmal einfach nicht selbst in der Hand und der Nachwuchs erblickt vor dem geplanten Zeitpunkt das Licht der Welt. Dadurch verkompliziert sich die Situation meist gewaltig. Aus diesem Grund haben wir hier die besten Tipps für dich, wie du optimale Bedingungen für dein Kind schaffen kannst. 

Achterbahnfahrt der Gefühle

Frühchen haben im Mutterleib zu wenig Zeit für wichtige Entwicklungsschritte, daher haben sie in den ersten Lebenswochen mit einigen Anpassungsschwierigkeiten zu kämpfen. Selbst zu atmen und zu verdauen fällt ihnen schwer und auch ihre Körpertemperatur können sie noch nicht selbstständig regulieren. 

Wenn die Eltern ihr zerbrechliches kleines Baby zum ersten Mal sehen, können die Emotionen ziemlich überwältigend sein. Zu den Glücksgefühlen kommen bei einer Frühgeburt auch eine Menge Angst und Unsicherheit hinzu. Unabhängig davon, ob es sich um eine plötzliche oder eine vorhersehbare Frühgeburt handelt - die Sorge um das Wohl des Kindes ist aufgrund der heiklen Ausgangslage immer wieder präsent. Dank moderner medizinischer Maßnahmen haben die meisten Frühchen heutzutage sehr gute Überlebenschancen. Selbst eine Geburt in der 23. Schwangerschaftswoche ist nicht mehr zwangsläufig lebensbedrohlich. 

So geht es zu Hause weiter

Wie lange das Kleine nach der Geburt noch in der Klinik bleiben muss, ist individuell sehr unterschiedlich. Kein Kind ist mit einem anderen vergleichbar, deswegen ist bei der Entscheidung größte Sorgfalt gefragt. Dein Frühchen kann nach Hause, wenn: 

  • es selbstständig, ohne Pausen und ohne technische Hilfe atmen kann.

  • die Laborwerte stabil sind und es in der Lage ist, alle Medikamente selbst zu schlucken
    .
  • das Wärmebett oder der Inkubator nicht mehr von Nöten sind und das Frühchen seine Körpertemperatur von alleine aufrecht halten kann.

  • keine Nahrungssonde mehr zur Ernährung mehr benötigt wird.

  • keine technische Überwachung von Herzrhythmus und Atmung mehr erforderlich ist.

Zu Hause angekommen ist das Baby einer großen Menge neuer Reize ausgesetzt und muss sich erstmal an die neue Umgebung gewöhnen. Es kann sein, dass es anfangs irritiert ist und sich anders verhält als im Krankenhaus. Diese sensible Phase sollte möglichst ruhig und ohne übertriebene Aktivitäten gestaltet werden. Natürlich ist eine erhöhte Wachsamkeit erforderlich, aber dein Baby ist nun kein Patient mehr und du solltest dich nicht rund um die Uhr verrückt machen. Es ist verständlich, wenn du nach den Strapazen der Geburt und des langen Klinikaufenthalts zu Überbehütung neigst. Es ist aber wichtig, dass du nicht vergisst, dass sich dein Verhalten auf das Kind auswirkt und du darum so entspannt wie möglich bleiben solltest. Das Schlimmste ist überstanden und du solltest dich darüber freuen, dass du mit deinem gesunden Baby in den eigenen vier Wänden angekommen bist. Mit diesen einfachen Tricks kannst du das Kleine in der Eingewöhnungsphase unterstützen:

  • Pack dein Baby sanft aber fest in eine Decke oder ein Tuch ein. So fühlt es sich sicher und geborgen.

  • Es ist eventuell hilfreich, die Atmosphäre der Frühchenstation für ein paar Tage zu simulieren, etwa durch schwaches Licht und leises Radio.

  • Der Schnuller ist ein altbewährter Klassiker zur Beruhigung.

  • Auch wenn Freunde und Verwandte das Kleine unbedingt sehen wollen, sollte Besuch erstmal vermieden werden. Zu viele neue Gesichter machen dein Baby nervös.

  • Du solltest unbedingt dafür sorgen, dass nur 100% gesunde Menschen in Kontakt mit deinem Kind kommen. Frühchen sind extrem anfällig für Infektionen.

Planung ist das halbe Leben

Nach der routinierten Rundumversorgung im Krankenhaus durch Ärzte, Pfleger und Co, musst du den Alltag für deine junge Familie nun selbst organisieren und einen Tagesrhythmus finden, der für dich und dein Baby möglichst stressfrei ist. Es kann natürlich sein, dass dein Babys so unerwartet früh auf die Welt kommt, dass du praktisch keine Zeit mehr hast, dich darauf einzustellen und zum Beispiel das Zimmer einzurichten. Das alles auf einmal nachzuholen wäre viel zu stressig. Deshalb gilt es nun erstmal nur das Nötigste zu besorgen. Für den Anfang am wichtigsten sind ein Schlafplatz (Babybett, Stubenwagen, Wiege), eine Wickelkommode mit Wärmestrahler und ein Kindersitz für das Auto. Im Falle eines besser vorhersehbaren Geburtstermins gibt es jedoch ein paar clevere Handgriffe, die du vorab erledigen kannst, um euch den Start in das Leben zu Hause zu erleichtern:

  • Such dir möglichst früh eine(n) kompetente(n) Kinderärztin/Kinderarzt aus, denn sie/er wird in den kommenden Wochen eine(r) deiner wichtigsten Ansprechpartner*innen werden. Die Ärztin/der Arzt sollte nicht zu weit weg sein und am besten Erfahrung mit Frühchen haben. Falls nötig, kannst du auch die Hilfe einer Hebamme in Anspruch nehmen.

  • Dich selbst solltest du ebenfalls nicht vergessen und für ausreichend Vorräte sorgen, damit du dich in den ersten Tagen voll auf den Nachwuchs konzentrieren kannst. Mach den Kühlschrank und das Gefrierfach so voll es geht.

  • Die Erstausstattung für das Baby kannst du ebenfalls vorab besorgen (waschen nicht vergessen). Außerdem sollten ausreichend Windeln griffbereit sein.

  • Frühchen zu stillen erfordert viel Geduld. Organisiere rechtzeitig eine Milchpumpe für zu Hause. Das Rezept dafür bekommst du in der Arztpraxis und du kannst sie in der Apotheke vorab reservieren.

  • Stelle eine Liste mit allen wichtigen Telefonnummern und Adressen zusammen, die du im Notfall brauchst. Das wird dir ein sicheres Gefühl geben.

  • Beziehe deine engsten Verwandten oder Freund*innen mit ein. Gerade noch junge Geschwisterkinder sind oft noch nicht in der Lage die Geschehnisse nachzuvollziehen und fühlen sich schnell ausgeschlossen.

  • Und zu guter Letzt gönn dir nochmal einen schönen Abend mit deiner/deinem Partner*in oder sonstigen Liebsten, denn mit der Ruhe wird es bald für eine ganze Weile vorbei sein. Tanke nochmal Kraft, damit du deinem Kind alles geben kannst, was es braucht. 

 

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