Risikoschwangerschaft – Was du darüber wissen musst

Das Begriff Risikoschwangerschaft lässt schon vermuten, dass es dabei um eine erhöhte Gefahrensituation geht. Allerdings werden heutzutage circa 80 Prozent aller Schwangerschaften mit diesem Zusatz versehen. Was es genau damit auf sich hat, wie sie zustande kommt und was es zu beachten gibt erfährst du jetzt.

Es gibt eine ganze Reihe an Umständen, die zu einer Bewertung als Risikoschwangerschaft führen. Dazu zählen zum Beispiel Fehlbildungen der Gebärmutter, bestimmte Vorerkrankungen, Rauchen-, Alkohol- oder Medikamentenkonsum. Es handelt sich um Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen während der Schwangerschaft erhöhen und eine erhöhte Alarmbereitschaft bei der medizinischen Betreuung erfordern.

Das Wissen um den menschlichen Körper wird immer umfassender, folglich werden auch immer mehr Risiken identifiziert. Ganz generell gibt es außerdem immer Risiken in einer Schwangerschaft, denn schließlich handelt es sich um eine Extremsituation für den Körper. Dennoch gibt es Fälle, in denen die Gefahren größer sind als im Regelfall.

Die Entscheidung ob eine Risikoschwangerschaft vorliegt liegt bei dem behandelnden Arzt. Der geht dabei nach bestimmten Kriterien vor und sobald eines davon vorliegt, wird im Mutterpass der entsprechende Vermerk eingetragen. Dieses System ist keine übertriebene Panikmache, sondern ein gewaltiger Vorzug der modernen Medizin, um Mutter und Kind bestmöglich zu versorgen.

Die allgemeinen Kriterien

Neben der körperlichen Untersuchung wird der Arzt oder die Ärztin mittels eines ausführlichen Gesprächs die Vorgeschichte der werdenden Mutter analysieren und entsprechende Schlüsse daraus ziehen. Liegt einer der folgenden Punkt vor, kommt es direkt zur Einstufung als Risikoschwangerschaft.

  • Das Alter der Schwangeren liegt unter 18 oder über 35 Jahren

  • Es liegt bereits ein problematischer Verlauf bei früheren Schwangerschaften vor. Dazu zählen unter anderem Frühgeburten, Fehlgeburten  oder Entbindungen per Kaiserschnitt

  • Mehrlingsschwangerschaften

  • Eine sich andeutende Frühgeburt oder das Überschreiten des Geburtstermins

  • Allgemeine Erkrankungen wie Diabetes, Asthma, Hepatitis, Epilepsie, Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Psychische Krankheiten zählen ebenfalls dazu, ebenso wie Infektionen und Schilddrüsenerkrankungen.

  • Erbkrankheiten in der Familie

  • Rauchen und Alkoholkonsum

  • Konsum von Medikamenten

Körperliche Faktoren einer Risikoschwangerschaft

Durch eine ausführliche körperliche Untersuchung gewinnt der behandelnde Arzt oder die Ärztin weitere Hinweise auf mögliche Risiken. Ein eindeutiger Indikator ist etwa die Körpergröße. Frauen die kleiner als 1,50 Meter sind haben auf Grund ihres erheblich kleineren Beckens eine höhere Wahrscheinlichkeit für Komplikationen beim Geburtsverlauf.

Eine wichtige Rolle bei der Untersuchung spielt auch das Körpergewicht der Mutter. Bei untergewichtigen Frauen kann es zu einer Mangel- oder Unterversorgung des Kindes kommen. Übergewicht ist jedoch ebenfalls risikobehaftet, weil damit schwächere Wehen, Schwangerschaftsvergiftungen und Diabetes in Verbindung stehen. Ein erhöhter Blutdruck bei Frauen mit Übergewicht steigert außerdem die Gefahr einer Frühgeburt sowie einer Verstopfung der Blutgefäße.

Ein besonderer Fokus liegt auch der gynäkologischen Untersuchung, die unter anderem auf gutartige Wucherungen in der Gebärmutter, Auffälligkeiten im Gebärmutterhals und Fehlbildungen der Gebärmutter abzielt. Außerdem findet eine kontinuierliche Kontrolle auf Entzündungen und Infektionen im Genitalbereich statt.

Wichtig ist des Weiteren noch die Lage des Babys im Bauch der Mutter. Ab einer bestimmten Größe kann es sein, dass die Lage des Kindes in der Gebärmutter ungünstig ist, was ebenfalls die Einstufung als Risikoschwangerschaft zur Folge hat.

Eine Frage des Alters

Im Laufe des Lebens macht der Körper einer Frau verschiedene Phasen durch, welche durch besondere Merkmale gezeichnet sind. Viele davon beeinflussen auch den Verlauf einer Schwangerschaft, dementsprechend gibt das Alter in hohem Maße Auskunft über mögliche Risiken. Diesbezüglich gibt es eine klare Einteilung. Frauen zwischen 20 und 29 Jahren tragen das geringste Risiko. Wer allerdings dieses relativ kurze Intervall unter- oder überschreitet, fällt automatisch in die Kategorie Risikoschwangerschaft.

  • Schwangere unter 20 Jahren sind häufiger betroffen, wenn es um vorzeitige Wehen geht. Außerdem treten Mangelentwicklungen, Frühgeburten und Schwangerschaftsvergiftungen (sogenannte Präeklampsie) häufiger auf. Mit der richtigen ärztlichen Betreuung müssen sich die sehr jungen Mütter allerdings keine großen Sorgen machen.

  • Schwangere über 35 Jahren sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Oft werden Frauen im Alter zwischen 35 und 39 Jahren schwanger, teilweise sogar mit 40 Jahren und mehr. Das hat durchaus Vorteile, denn ein Plus an Lebenserfahrung, gefestigte Partnerschaften, zunehmende Ruhe und Gelassenheit sowie oft stabilere finanzielle Verhältnisse wirken sich positiv auf das allgemeine Wohlbefinden und die Gesundheit von Mutter und Kind aus. Dem gegenüber steht allerdings ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Statistisch kommt es bei Schwangeren über 35 Jahren öfter zu Früh- oder Fehlgeburten sowie mehr Entbindungen per Kaiserschnitt. Darüber hinaus spielen auch genetische Veränderungen eine größere Rolle. So ist die Wahrscheinlichkeit einer Chromosomenanomalie wie zum Beispiel Trisomie 21 erhöht.

  • Schwangere ab 45 Jahren tragen ebenfalls die eben genannten Risiken, jedoch in nochmals ausgeprägterer Form. Der Anteil der Erstgebärenden über 45 Jahren liegt in Deutschland relativ stabil bei 2%. Das ist nicht viel, allerdings liegt die Gefahr einer Fehlgeburt bei Frauen im Alter von 45 Jahren bei 70%, mit 50 Jahren sogar bei 90%. Bei solchen Hochrisikoschwangerschaften ist eine engmaschige Überwachung daher unumgänglich.
     

Fazit

Wie du siehst spielt der Zeitpunkt der Schwangerschaft eine sehr große Rolle bei der Entstehung von Risiken. Oft kann man sich den aber nicht aussuchen. Was man allerdings beeinflussen kann ist die eigene Gesundheit. Wenn du irgendwann mal Kinder haben möchtest, solltest du frühzeitig damit beginnen alle kontrollierbaren negativen Einflüsse möglichst klein zu halten. Das heißt du sollest zum Stressabbau vielleicht lieber eine Runde joggen gehen, anstatt zur Zigarette zu greifen. Gleiches gilt übrigens auch für Männer, denn die Qualität der Spermien wird ebenfalls durch den Lebensstil beeinflusst.

Alles in allem ist es trotzdem gut möglich, dass du, egal wie gesund dein Lebensstil ist, in die Kategorie Risikoschwangerschaft fällst. Diese Einstufung ist aber nicht zwangsläufig ein Grund zur Sorge, denn das anspruchsvolle System wird dabei helfen die Bedingungen für dich und dein Kind optimal zu gestalten.

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