Milchschorf – Was deinem Baby hilft

Der sogenannte Milchschorf ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen krustigen Hautausschlag im Gesicht und am Kopf. Der etwas eigenartige Name geht auf die Ähnlichkeit mit im Topf angebrannter und verkrusteter Milch zurück. Mit einer Unverträglichkeit von Milch hat das Ganze aber nichts zu tun. Der Milchschorf kann der Beginn eines atopischen Ekzems sein, auch Neurodermitis genannt, was eine der häufigsten Hauterkrankungen bei Kindern darstellt. 

Wie entsteht der Milchschorf?

Der Milchschorf kann ein erstes Anzeichen der besagten Hautkrankheit sein, muss es aber nicht zwangsläufig. Nicht immer wird daraus eine dauerhafte Neurodermitis. Die Symptome lassen sich mit einigen Maßnahmen in den Griff kriegen, sodass es  bei einem leichten Hautausschlag bleibt, der nur vorrübergehend oder phasenweise auftritt. Bei vielen betroffenen Kleinkindern, die im Säuglingsalter ein atopisches Ekzem entwickeln, klingt die Krankheit bis zum Alter der Einschulung wieder vollständig ab und tritt danach nicht wieder auf. Die ursprüngliche Entstehung des Milchschorfs ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen und, wie bei den meisten anderen Krankheiten auch, spielt dabei eine Mischung aus Erbanlage und Umwelt eine Rolle. Die genetische Komponente wirkt sich dabei sehr stark aus. Wenn also beide Elternteile von Neurodermitis betroffen sind, so ist es wahrscheinlich, dass sie auch beim Nachwuchs auftritt. Umwelteinflüsse dagegen sind beispielsweise Stress, Zigarettenrauch sowie das Leben in Großstädten mit sehr stark abgasbelasteter Luft. Sie begünstigen ebenfalls die Entstehung des Milchschorfs. Alles in allem sind die Ursachen von Milchschorf vielseitig und komplex. Als „atopisch“ wird in der medizinischen Fachsprache die Neigung eines Menschen mit einer allergischen Reaktion auf bestimmte Umwelteinflüsse zu reagieren bezeichnet.  Stoffe, die für andere Kinder folgenlos sind, lösen bei betroffenen Babys eine Antwort des Immunsystems aus. Es kann nur selten genau bestimmt werden, was der exakte Auslöser für allergische Reaktion ist, da es einfach eine zu große Zahl an in Frage kommenden Substanzen gibt. Dazu zählen beispielsweise Hausstaub, Tierhaare, Nahrungsmittel aber auch in der Luft enthaltene Allergene oder Umweltgifte. 

Was tun bei Milchschorf?

Liegt eine genetische Veranlagung für den Milchschorf vor, kannst du diese an sich nicht beeinflussen. Was sich allerdings verändern lässt, sind die Umweltfaktoren, die sich ebenfalls stark auswirken können und die Entzündung der Haut verstärken. Ist der Milchschorf als solcher festgestellt, gibt es, je nach Intensität, verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Auch wenn es zunächst trivial erscheint, ist eine besonders sorgfältige Hautpflege dabei sehr wichtig. Darüber hinaus ist es entscheidend, dass du dein Kind davon abhältst, die wunden Stellen und den Schorf aufzukratzen. Das funktioniert am besten, indem du die Fingernägel kurzhältst oder deinem Sprössling dünne Handschuhe überziehst. In schweren Fällen mit großflächigen Entzündungen kann auch eine desinfizierende Creme verschrieben werden. Des Weiteren kannst du den Juckreiz deines Kindes mit diesen Maßnahmen lindern:

  • Achte auf die richtigen Hautpflegeprodukte. Diese sollte unparfümiert und rückfettend sein sowie die natürliche Flora der Haut unterstützen. 

  • Dusche dein Baby besser, anstatt es zu baden. Lange und heiße Bäder belasten die Haut und sorgen, auch wenn es widersprüchlich klingt, für Austrocknung.

  • Generell ist starke Hitze zu vermeiden, da die Haut dann zusätzlich Leistung bringen muss, um ihr normales Milieu aufrecht zu halten.

  • Kühle Umschläge auf den betroffenen Stellen tun deinem Kind gut. Sie beruhigen die Haut, sollten allerdings nicht zu kalt sein, damit der Körper nicht zu sehr auskühlt.

  • Auch die Wahl der Kleidung spielt eine Rolle. Baumwolle, Seide und generell eher chemisch unbehandelte Materialien sind für die Haut meist besser verträglich als Kunstfasern oder Ähnliches.

  • Es ist wichtig, so viel Haut wie möglich intakt und somit funktionsfähig zu halten, da sie sonst immer anfälliger für Infektionen wird. Bevor dein Kind den Milchschorf aufkratzt, solltest du Alternativen anwenden, wie beispielsweise Pusten, Drücken oder vorsichtig klopfen.

  • Ebenfalls hilfreich sind kleine Massagen oder leichte Kniffe in die Haut rund um die betroffenen Stellen.

  • Das Kratzen mit einem Material, das die Haut nicht weiter schädigt, wird oftmals auch als befriedigend wahrgenommen. Ein glatter Stoff, Leder oder Seide eignet sich für diese Ersatzhandlung zum Beispiel gut.

  • Zu guter Letzt sei noch darauf hingewiesen, dass Stillen ebenfalls der Bildung von Milchschorf vorbeugen, denn Muttermilch ist erwiesenermaßen die beste Nahrung für Babys. Sie enthält unter anderem Antikörper und andere Stoffe, die zur Prävention von Allergien beitragen und das Immunsystem stärken.

Verwechslungsgefahr Kopfgneis

Es ist durchaus möglich, dass die Schorfbildung auf dem Kopf deines Kindes kein Milchschorf ist, sondern es sich dabei um den sogenannten Kopfgneis handelt, welcher deutlich harmloser ist. Die beiden Hauterkrankungen werden häufig miteinander verwechselt, da sie sich in ihrer Erscheinung ähneln. Die Ursache des Kopfgneis, auch seborrhoisches Ekzem genannt, ist jedoch eine zeitweise auftretende Überaktivität der Talgdrüsen, die hormonell bedingt und somit kein Vorbote einer Neurodermitis ist. Anders als der Milchschorf verursacht der Kopfgneis keinen starken Juckreiz. Auch beschränkt er sich meist auf die behaarten Teile des Kopfes, während der Milchschorf oft erst im Gesicht beginnt (jedoch ist eine Ausbreitung auf den Kopf ebenfalls möglich). Anhand der Erscheinung ist die Unterscheidung etwas schwieriger, aber trotzdem möglich. Der Kopfgneis bildet rundlich gelbe, schuppenartige Krusten und die Haut ist so gut wie nie gerötet. Anders beim Milchschorf, der sich durch flächige, starke Rötungen zeigt und es außerdem zu nässenden Krusten und Knötchen kommt. Schlussendlich gibt es auch beim zeitlichen Verlauf Abweichungen. Kopfgneis tritt bereits ab dem Zeitpunkt der Geburt auf, während der Milchschorf sich in der Regel erst ab dem 2. bis 3. Lebensmonat zeigt.

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