Grund zur Sorge? – Warum dein Baby einen Schluckauf hat

Es ist schon ausgesprochen putzig, wenn dein Sprössling hicksen muss. Sobald der Schluckauf aber zum ständigen Begleiter wird, entsteht das Gefühl, dass etwas mit deinem Kleinen nicht in Ordnung ist. Zeit einen Blick auf das Phänomen Schluckauf bei Babys zu werfen.

Warum entsteht der Schluckauf?

Wie viele andere auch, fragst du dich sicher, wo im Körper der Schluckauf eigentlich entsteht. Die Antwort lautet in der Atemmuskulatur, genauer gesagt im Zwerchfell. Dabei handelt es sich um den größten und wichtigsten Muskel für eine funktionierende Atmung. Er spannt sich horizontal unter den Lungen auf, ist zwischen drei und fünf Millimetern dick und grenzt außerdem den Brust- zum Bauchbereich ab. Bei der Einatmung spannt sich das Zwerchfell an und flacht nach unten hin ab, sodass der Brustraum vergrößert wird und sich die Lunge zur Sauerstoffaufnahme erweitern kann. Bei der Ausatmung findet keine Muskelkontraktion statt, folglich entspannt sich das Zwerchfell wieder, der Brustraum verkleinert sich und die Luft entweicht aus den Lungen. Der Schluckauf schleicht sich in diesen immer fortlaufenden Atemprozess folgendermaßen ein: Zu Beginn der Einatmung kommt es zu einem kurzen und unkontrollierten Zusammenzucken des Zwerchfells. Dabei verschließt sich die sogenannte Stimmfalte, welche sich innerhalb des Kehlkopfes befindet, für einen Sekundenbruchteil und es kommt zu dem typischen Hicksen. 

Weshalb sind Babys so oft betroffen? 

Im Erwachsenenalter sind wir nicht all zu häufig vom Schluckauf betroffen, während Babys zum Teil täglich hicksen müssen. Die Ursachen sind bei Jung und Alt jedoch im Prinzip sehr ähnlich:

  • Babys wachsen rasant und brauchen daher viel zu essen. Mehrfach täglich mampfen sie also schnell und viel Nahrung in sich hinein. Das begünstigt den Schluckauf.

  • Es kann vorkommen, dass dein Sprössling Luft verschluckt, während er trinkt. Das kann an einem besonders gierigen Tag schnell mal passieren. 
  • Sehr kaltes oder sehr warmes Essen tragen ebenfalls zu häufigem Hicksen bei.

  • Auch die psychische Verfassung beeinflusst die Atmung. Sowohl Angst und Stress begünstigen den Schluckauf, ebenso tun es aber auch Lachen und Aufregung.

  • Manchmal ist der Rückfluss von säurehaltigem Magensaft die Ursache eines Schluckaufs.

Du wirst also vermutlich feststellen können, dass der Schluckauf besonders gerne nach dem Stillen beziehungsweise nach dem Fläschchen geben zuschlägt. Im Laufe des Alters wird das ständige Hicksen aber höchstwahrscheinlich deutlich abnehmen.

Ist der Schluckauf gefährlich?

Die Frage, ob etwas mit der Atmung oder der Verdauung deines Nachwuchses nicht stimmt, liegt bei täglichem Schluckauf natürlich nah. Sorgen machen musst du dir aber definitiv nicht! Schluckauf ist nämlich ungefährlich und hört von allein wieder auf. Wenn diese Begleiterscheinungen auftreten, wäre es allerdings wirklich ratsam, dir ärztlichen Rat einzuholen:

  • Dein Baby leidet offensichtlich unter Bauchschmerzen.

  • Es hustet stark und spuckt Blut.

  • Der Schluckauf tritt nach der Einnahme eines Medikamentes auf. 

  • Die Dauer des Schluckaufs ist außergewöhnlich lange. Bei mehreren Stunden ist es Zeit für eine Untersuchung. 

Einem normalen Schluckauf wird dagegen ein Nutzen zugeschrieben. Forscher*innen haben herausgefunden, dass dem Gehirn von Babys bei Schluckauf Signale gesendet werden, welche dabei helfen, die Atemfunktion zu stabilisieren und die Lungen in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Darüber hinaus lässt sich dadurch auch erklären, warum Frühgeborene von dem Phänomen besonders häufig betroffen sind. Die Atemmuskulatur ist bei den Frühchen noch deutlich weniger ausgeprägt, denn die Lunge ist eines der Organe, die sich in der Schwangerschaft besonders spät entwickeln. Sie hicksen manchmal insgesamt fast eine halbe Stunde lang am Tag. Eine andere These besagt, dass Babys mit Hilfe des Schluckaufs überschüssige Luft aus ihrem Bauch befördern, so ähnlich wie beim Rülpsen.

Schluckauf schon im Mutterbauch

Bei vielen Babys macht sich schon in der Schwangerschaft ein Schluckauf bemerkbar. Bereits ab der 9. Woche kann dein Baby gelegentlich hicksen. Somit handelt es sich um eine der frühsten körperlichen Aktivität in der Entwicklung deines Nachwuchses. Zufällig geschieht das selbstverständlich nicht. Den neusten Erkenntnissen zufolge handelt es sich dabei um einen Mechanismus, der verhindert, dass Fruchtwasser in die Atemwege des jungen Organismus gelangt. Mit Hilfe des Schluckaufs können kleine Flüssigkeitsmengen wieder ausgestoßen werden. Des Weiteren kann man sich auch eine Art Training für die Atmung darunter vorstellen, denn der Atemreflex und die Muskulatur werden dadurch stimuliert. So kann dein Kind, sobald es das Licht der Welt erblickt, nahezu automatisch mit der Lungenatmung beginnen. Wenn du dich fragst, wie du dein Baby bei einem häufigen Schluckauf unterstützen kannst, schau doch einfach mal hier vorbei.

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