Pfeiffersches Drüsenfieber bei Kindern

Das Pfeiffersche Drüsenfieber – medizinisch als infektiöse Mononukleose bezeichnet – ist eine ansteckende Viruserkrankung. Im europäischen Raum tritt sie relativ häufig auf, sodass bis zu 90 Prozent der unter 30jährigen den Virus in sich tragen. Dieser Epstein-Barr-Virus (abgekürzt „EBV“) verursacht das sogenannte Pfeiffersche Drüsenfieber, welches sich mit Fieberschüben und geschwollenen Lymphknoten äußert. Als Besonderheit bringt die Krankheit eine relativ lange Inkubationszeit mit sich. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch können bis zu 90 Tage vergehen. Meistens zeigt das Pfeiffersche Drüsenfieber zwar einen milden Verlauf, jedoch kann sich die Krankheit über mehrere Wochen hinziehen. Nachfolgend erfährst du alles Wichtige über die Erkrankung, wobei wir insbesondere die Besonderheiten für Kinder beleuchten.

Ursachen und Übertragung des Pfeifferschen Drüsenfiebers

Insbesondere durch das Küssen wird der EBV von Mensch zu Mensch übertragen. Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 15 Jahren sind am häufigsten von der „Kusskrankheit“ betroffen. Auch ein Kleinkind kann das Virus schon bekommen, wenn es von seinen Eltern geküsst wird. Jugendliche bekommen das Virus meistens in der Pubertät, sobald sie erste Liebesbeziehungen knüpfen.

Die eigentliche Infektion erfolgt durch Speichelsekret oder infizierten Tröpfchen aus dem Hals- und Rachenraum. Über die Schleimhaut nehmen andere Kinder das Virus in sich auf. Auch durch gemeinsam benutztes Besteck kann die Krankheit auf andere Personen übertragen werden. Ist dein Kind einmal an dem Virus erkrankt, bleibt es lebenslang immun. Dennoch verbleibt das EBV im Speichel und kann noch Jahre später übertragen werden. Somit kann dein Kind auch Jahrzehnte später das Virus durch Küssen an andere weitergeben.

Typische Symptome

Grundsätzlich ähneln die ersten Symptome einer akuten Epstein-Barr-Virus-Infektion denen einer Erkältung. Betroffene leiden unter Schnupfen, Halsschmerzen und Husten. Hohes Fieber und Lymphknotenschwellungen können hinzukommen. Zudem entwickeln Erwachsene oftmals eine schmerzhafte Mandelentzündung mit weißlich-grauen Belägen am Gaumen. Rund die Hälfte aller Betroffenen weist eine angeschwollene Milz auf. Da diese bei plötzlichen Bewegungen oder sportlichen Trainings reißen kann, dürfen Erkrankte bis zu einem halben Jahr nach der Genesung keinen Sport ausüben. In einem Prozent aller Fälle kommt es nach der Ansteckung zu einer gefährlichen Gehirnentzündung. Deshalb ist es in jedem Fall ratsam, während der akuten Krankheitsphase Bettruhe einzuhalten.

Im Gegensatz zu Erwachsenen verläuft die Krankheit bei kleinen Kindern etwas anders. Oftmals dauert die akute Krankheitsphase nur kurz an und bringt lediglich Symptome wie Fieber und Müdigkeit mit sich. Zusätzlich dazu können Kleinkinder unter 4 Jahren an Übelkeit und Erbrechen leiden. Aus diesem Grund erkennen viele Kinderärzte das Pfeiffersche Drüsenfieber nicht auf Anhieb. Je älter dein Kind ist, desto ähnlicher ist der Krankheitsverlauf dem eines Erwachsenen. 

Komplikationen treten im Kindesalter eher selten auf

Sollte sich dein Kind mit EBV infiziert haben, brauchst du keine Angst zu haben. Schwerwiegende Komplikationen treten bei Kindern sehr selten auf. Generell verläuft die Krankheit eher harmlos und verursacht oftmals nur bei abwehrgeschwächten Menschen ernsthafte Komplikationen. Dazu gehören beispielsweise bakterielle Superinfektionen, Lungenentzündungen. Herzmuskelentzündungen oder entzündliche Nieren- oder Lebererkrankungen.

Behandlung des Pfeifferschen Drüsenfiebers

Bei einer akuten EBV- Infektion greift keine Therapie. Insofern gibt es keine speziellen Medikamente, lediglich krankheitsmildernde Schmerzmittel, welche den Verlauf abmildern. Bei hohem Fieber verschreibt der Arzt fiebersenkende Medikamente. Bei einer starken Mandelentzündung helfen entzündungshemmende Medikamente, Halsbonbons oder Hausmittel. Wichtig ist bei der Infektion, strikte Bettruhe einzuhalten und sich zu schonen. Dies gilt natürlich auch für Kleinkinder, die ebenfalls im Bett bleiben sollten. Während der Erkrankung sollte dein Kind viel trinken sowie eine erhöhte Mundhygiene einhalten. Gurgeln und Zähneputzen sollte dein Kind noch häufiger als gewohnt, um Keime und Erreger im Mund- und Rachenraum auszuspülen. Leidet dein Kind an geschwollenen Mandeln, solltest du nur leicht verdauliche Nahrung verabreichen, die der  Nachwuchs schmerzfrei schlucken kann. Scharfe und saure Speisen und Getränke sind auf jeden Fall zu vermeiden, da sie angeschlagene Atemwege zusätzlich stark reizen.

Da die Erkrankung noch lange nach der Genesung im Speichel nachweisbar ist, sollte dein Kind im ersten halben Jahr danach kein Blut spenden. Mitunter kann es auch ratsam sein, in den ersten Wochen den engen Kontakt zu anderen Kleinkindern zu vermeiden. Da die Erkrankung in Deutschland keiner Meldepflicht unterliegt, darf dein gesundes Kind sofort wieder in die Kita oder Schule gehen.

Dieser Artikel könnte dich auch interessieren >> Masern beim Baby

Weitere interessante Artikel

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Tags Magazin Tipps & Tricks Während der Schwangerschaft Über uns Entwicklung Wissenswertes Alltag mit Baby Babypflege Gesundheit Partnerschaft Bindung Nach der Schwangerschaft Ernährung Interviews Schwangerschaft Geburt Erziehung Vor der Schwangerschaft Stillen Familie Vor der Geburt Errnährung Schwangeschaft Wissenwertes Tipps&Tricks Erstausstattung Wissenswertes & Tipps Spielen Schlaf Wissensswertes Wissenswertes&Tipps Babywelt Baby Baby Geschenke Geschwister Wissenswertes & Tricks Kleinkind Familienalltag