Gefährliche Kinderkrankheiten und wie du dein Kind schützen kannst

Als Kinderkrankheiten werden virale oder bakterielle Infektionen bezeichnet, die eine hohe Durchseuchungsrate (damit ist die Verbreitung einer Infektionskrankheit in einem Gebiet gemeint) und eine hohe Übertragungsfähigkeit aufweisen. Außerdem treten diese Infektionen hauptsächlich im Kindesalter auf. Dennoch können Kinderkrankheiten auch im Erwachsenenalter vorkommen, wenn sie die Infektionen nicht als Kinder durchlebt haben oder nicht dagegen geimpft wurden. In diesem Beitrag stellen wir dir besonders gefährliche Kinderkrankheiten vor und erklären dir, wie du dein Kind schützen kannst.   

Welche Kinderkrankheiten gelten als besonders gefährlich?

1. Masern   

Masern werden durch Viren ausgelöst und sind hoch ansteckend. Sie werden beim durch eine Tröpfcheninfektion übertragen. Beim Niesen, Husten oder Sprechen können sich die Viren über feinste Speichel-Tröpfchen in der Luft verbreiten und von anderen Menschen eingeatmet werden. Typische Symptome für Masern sind zu Beginn Schnupfen, Husten, Fieber, eine Bindehautentzündung mit Lichtempfindlichkeit und rote Flecken am ganzen Körper. Allerdings bildet sich der typische Hautausschlag erst nach ein paar Tagen. Zuerst tritt der Ausschlag im Gesicht und hinter den Ohren auf, bevor er sich am ganzen Körper ausbreitet. Nach drei bis vier Tagen geht der Hautausschlag wieder zurück. Eine erkrankte Person ist etwa drei bis fünf Tage bevor der Ausschlag sichtbar wird, ansteckend. Nach dem der Hautausschlag ausgebrochen ist, ist die erkrankte Person noch für vier Tage ansteckend. Wichtig zu wissen ist, dass Masern alles andere als eine harmlose Erkrankung sind! Masern schwächen das Immunsystem vorübergehend, sodass andere Krankheitserreger in der Zeit ein leichtes Spiel haben. Bei ungefähr 10 Prozent der Erkrankten treten Komplikationen wie  z. B. Atemwegs- und Lungenentzündungen oder eine Gehirnhautentzündung auf.  Bei Erwachsenen verläuft die Infektion meist schwerer als bei Kindern. Wer die Masern überstanden hat, ist ein Leben lang dagegen immun. Allerdings kann jeder an Masern erkranken, der die Infektion noch nicht überstanden hat oder der nicht ausreichend durch eine vollständige Impfung geschützt ist. Gefährlich wird es für Säuglinge, die zu jung für eine Impfung sind. Aber auch Jugendliche und junge Erwachsene, die nicht vollständig oder gar nicht geimpft wurden, sind gefährdet. 

2. Mumps   

Mumps, umgangssprachlich auch Ziegenpeter genannt, wird durch das Mumpsvirus verursacht und ist weltweit verbreitet. Es kann ganzjährig in jedem Lebensalter auftreten. Der Erreger wird allerdings nur von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion übertragen. In Deutschland kommt Mumps aufgrund der Schutzimpfung nur noch selten vor. Allerdings können insbesondere Menschen, die noch nicht geimpft wurden oder die Krankheit nicht durchlebt habe, erkranken. Wenn ein Mensch an Mumps erkrankt, treten zunächst grippeähnliche Symptome (Mattigkeit, Kopf-und Gliederschmerzen sowie Fieber) auf. Kennzeichnend für Mumps ist aber vor allem die Entzündung und Schwellung der Ohrspeicheldrüsen, die ein- oder beidseitig auftreten kann. Auch die Speicheldrüsen im Unterkiefer und unter der Zunge sowie die benachbarten Lymphknoten können anschwellen. Die Schwellung hält meist drei bis acht Tage an. Die meisten Infektionen verlaufen beschwerdefrei oder nur mit geringfügigen Symptomen. Besonders bei Kindern unter fünf Jahren zeigen sich oft nur erkältungsähnliche Symptome. Aus diesem Grund bleibt Mumps nicht selten unerkannt. Allerdings steigt mit zunehmendem Alter das Risiko für Komplikationen oder Spätschäden. Wenn ein Junge in der Pubertät an Mumps erkrankt, besteht die Gefahr einer Hodenentzündung. In seltenen Fällen kann dies zu einer Unfruchtbarkeit führen. Die Ansteckungsgefahr für Mumps ist zwei Tage vor bis vier Tage nach dem Erkrankungsbeginn am größten. Aber auch wenn keine oder nur geringfügige Symptome auftreten, können Betroffene ansteckend seid. 

3. Röteln   

Auch Röteln werden durch Viren ausgelöst und sind ebenfalls hoch ansteckend. Im Kindesalter verläuft eine Infektion allerdings meistens ohne Komplikationen. Gefährlich wird es aber, wenn eine schwangere Frau erkrankt. Denn sie kann die Viren auf ihr ungeborenes Kind übertragen, sodass dieses schwere Schädigungen am Innenohr, Herz, Auge und seltener an anderen Organen wie Gehirn, Leber oder Milz erleiden kann. In den ersten Wochen der Schwangerschaft ist die Erkrankung durch Röteln besonders gefährlich, da bei 90% der Embryonen Schädigungen auftreten. In einer späteren Phase der Schwangerschaft treten Schäden beim ungeborenen Kind eher seltener auf. Allerdings können durch die Viren auch Früh- oder Totgeburten ausgelöst werden. Ungefähr 15% bis 20% der infizierten ungeborenen Kinder sterben.
Röteln werden am häufigsten durch eine Tröpfcheninfektion übertragen. Bei Kindern verläuft nur etwa die Hälfte der Infektionen mit sichtbaren Symptomen. Dazu gehört der typische Hautausschlag, der im Gesicht beginnt und sich anschließend über den ganzen Körper verteilt. Nach ungefähr ein bis drei Tagen verschwinden die Flecken allerdings wieder von selbst. Des Weiteren können auch erkältungsähnliche Symptome, eine erhöhte Temperatur und Bindehautentzündungen dazukommen. Nicht selten schwellen auch die Lymphknoten im Nacken und hinter den Ohren schmerzhaft an. Nach ungefähr einer Woche sind die Beschwerden meist vollständig abgeklungen.
Bei Jugendlichen und Erwachsenen kann die Infektion dagegen auch schwerer verlaufen. Es können Komplikationen wie Bronchitis, Mittelohrentzündung, geschwollene oder schmerzhafte Gelenke (besonders bei Frauen) auftreten. In seltenen Fällen kann es auch zu einer Gehirnentzündung sowie Herzmuskel- oder Herzmuskelentzündung kommen. Wenn jemand erkrankt ist, ist er jeweils eine Woche davor und eine Woche nach dem Auftreten des Ausschlages ansteckend. Wer einmal an Röteln erkrankt, kann kein zweites Mal erkranken und ist lebenslang immun. Röteln müssen allerdings beim Gesundheitsamt gemeldet werden. 

4. Windpocken   

Windpocken werden durch Viren verursacht, kommen weltweit vor und sind hochansteckend. In der Regel erfolgt eine Ansteckung meist im frühen Kindesalter. Symptome für Windpocken sind Fieber und juckender Hautausschlag. Daraus bilden sich flüssigkeitsgefüllte Bläschen, die auch an Schleimhäuten, Genitalien und der Kopfhaut vorkommen können. Die Bläschen trocknen später zu Krusten aus und heilen meistens nach drei bis fünf Tagen aus. Wenn zu stark gekratzt wird, können sich Narben bilden.
Windpocken werden ebenfalls durch eine Tröpfcheninfektion übertragen. Allerdings ist auch die Flüssigkeit der Bläschen ansteckend, wenn diese aufplatzen. Die Viren können beim Kratzen des Hautausschlags oder der Krusten an die Hände gelangen und so weitergegeben werden. Problematisch ist auch, dass die Viren einige Stunden bis wenige Tage auch außerhalb des Körpers ansteckend bleiben. Daher kann eine Ansteckung auch durch das Anfassen von z.B. Türgriffen und Wasserhähnen erfolgen. Windpocken brechen acht Tage bis vier Wochen nach der Ansteckung aus. Allerdings sind erkrankte Menschen in der Regel schon ein bis zwei Tage vor dem Auftreten des Ausschlags ansteckend. Die Ansteckungsgefahr ist erst vorbei, wenn alle Bläschen verheilt sind. Wer einmal an Windpocken erkrankt ist,  ist in der Regel ein Leben lang dagegen immun. Allerdings schlummern die Viren trotz überstandener Krankheit weiterhin im Körper. Daher können sie viele Jahre später wieder erwachen und eine Gürtelrose verursachen. Dabei bildet sich ein Hautausschlag, der sehr schmerzhaft sein kann. Windpocken gehören immer noch zu den häufigsten Infektionskrankheiten, obwohl sie durch Impfungen in Deutschland seltener geworden sind. Jugendliche und Erwachsene, die weder an Windpocken erkrankt sind, noch dagegen geimpft sind, können sich ebenfalls anstecken. Oft verlaufen Windpocken im Erwachsenalter schwerer. 

5. Keuchhusten        

Keuchhusten wird durch Bakterien verursacht, ist hochansteckend und weltweit eine der häufigsten Infektionskrankheiten der Atemwege. Sie werden ebenfalls durch Tröpfcheninfektion übertragen. Die Keuchhusten-Bakterien bilden Giftstoffe, die die Schleimhäute der Luftwege schädigen. Nach dem sich zu Beginn für ein bis zwei Wochen leichte Erkältungssymptome (Schnupfen, Husten, Schwächegefühl) gezeigt haben, tritt ein langwieriger und trockener Husten auf. Die zahlreichen Hustenanfälle sind krampfartig, sehr schmerzhaft und enden häufig mit dem typischen keuchenden Einziehen der Luft. Sie treten zudem häufiger in der Nacht auf. Oftmals müssen die Erkrankten zähen Schleim husten und sich nicht selten erbrechen. Der Keuchhusten dauert in der Regel vier bis sechs Wochen. Fieber tritt dagegen sehr selten auf. Bei Neugeborenen und Säuglingen kann Keuchhusten dagegen lebensgefährlich werden, da dieser zu Atemstillständen führen kann. Komplikationen wie Lungenentzündung, Mittelohrentzündung oder sogar eine Schädigung des Gehirns können insbesondere im ersten Lebensjahr auftreten. Bei Jugendlichen und Erwachsenen treten dagegen trotz des langanhaltenden Hustens keine typischen Hustenanfälle auf. Aus diesem Grund ist es oftmals schwer, Keuchhusten zu erkennen. Die Ansteckungsgefahr, die von diesen Personen ausgeht, ist besonders hoch. 

6. Rotaviren         

Rotaviren verursachen Magen-Darm-Erkrankungen und sind hochansteckend. Deswegen erkranken fast alle Kinder bis zu einem Alter von fünf Jahren an Rotaviren. Erst im Laufe der ersten Lebensjahre entwickelt sich ein Schutz gegen die Viren, lebenslang immun gegen die Erreger ist aber keiner von uns. Aus diesem Grund können wir uns mehrfach anstecken.
Eine Ansteckung erfolgt meist durch eine Schmierinfektion. Erkrankte Personen scheiden die Rotaviren massenhaft mit dem Stuhlgang aus. Die Erreger können über die kleinsten Spuren von Stuhlresten an den Händen übertragen werden. Über die Hände gelangen die Viren in den Mund und weiter in den Verdauungstrakt. Allerdings ist auch eine Ansteckung durch verunreinigte Gegenstände wie Toiletten, Türklinken und genutzte Handtücher möglich. Die typischen Symptome sind Bauchschmerzen, Erbrechen und plötzlich auftretender wässriger Durchfall.
Als Begleiterscheinung treten nicht selten noch Fieber, Husten und Schnupfen auf. Die Beschwerden halten meisten zwei bis sechs Tage an und klingen anschließend von selbst wieder ab. Eine durch Rotaviren verursachte Magen-Darm-Erkrankung verläuft im Vergleich zu anderen Durchfall-Erkrankungen insbesondere bei Säuglingen und Kleinkinder schwerer. Bei einem schweren Verlauf verlieren die erkrankten Personen aufgrund von Durchfall und Erbrechen schnell viel Flüssigkeit. Für Säuglinge und Kleinkinder ist der Flüssigkeits- und Salzverlust besonders gefährlich. Aus diesem Grund werden Säuglinge häufig im Krankenhaus behandelt. Aber auch bei Erwachsenen können Rotaviren eine Magen-Darm-Erkrankung auslösen. Diese verläuft jedoch meistens milder. Magen-Darm-Erkrankungen durch Rotaviren treten vermehrt zwischen Februar und April auf. 

Wie du dein Kind schützen kannst              

Kinder können durch eine zweimalige Impfung wirksam gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfung) geschützt werden. Beide Impfungen sollten in den ersten beiden Lebensjahren deines Kindes erfolgen. Auch gegen Keuchhusten ist eine Schutzimpfung vorhanden, die auch vier Teilimpfungen besteht und möglichst früh geimpft werden sollte. Der Impfschutz hält allerdings ungefähr 3,5 bis 12 Jahre. Menschen jeden Alters können sich nach einer überwundenen Erkrankung erneut anstecken.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für Säuglinge eine Schluckimpfung gegen Rotaviren, die zwischen der 6. und der 12. Woche erfolgen sollte. Auch gegen Windpocken wird ein Impfschutz empfohlen, der bei Kleinkindern durch zwei Teilimpfungen erfolgen soll. Auch ungeimpfte Erwachsene, die im Kindesalter nicht an Windpocken erkrankt sind, können sich impfen lassen.

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