Kinderimpfung: Alle Vor- und Nachteile im Überblick

Machen wir uns nichts vor: Das Thema „Kinder-Impfung“ sorgt bei den meisten Eltern für stehende Nackenhaare. Es gibt kaum ein vergleichbares Thema, das unmittelbar nach der Geburt des Babys Achterbahn mit den Gefühlen der Eltern spielen lässt. Du kennst das Problem auch, oder?

Wir möchten heute einmal Licht ins Dunkel bringen und dir die Vor- und Nachteile von Kinder-Impfungen aufzeigen. So kannst du perfekt abwägen, ob du dein Kleines vorsorglich schützen lassen möchtest oder ob du es für sinnvoller hältst, auf jegliche Form der Impfung zu verzichten.

Was soll das mit diesen Impfungen überhaupt?

Diese und viele weitere Fragen schwirren täglich in den Kinderarztpraxen herum und das ist kein Wunder, denn galten Impfungen vor einigen Jahren noch als vollkommen normal, entscheiden sich seit einiger Zeit viele Eltern dagegen.

„Ich möchte nicht, dass mein Kind davon krank wird.“

„Ich habe so viel Schlechtes von den Impfungen gehört.“

Diese und weitere Bedenken werden tagtäglich geäußert.

Auf der anderen Seite sind viele Eltern froh, dass ihre Kinder durch diesen sinnvollen Schutz vor Krankheiten wie Hirnhautentzündung, Polio, Masern oder Diphterie geschützt sind. Krankheiten, die vor einigen Jahrzehnten noch an der Tagesordnung waren und ganze Volksstämme förmlich ausgerottet haben! Krankheiten, die auch heute noch in einigen Entwicklungsländern viele Babys und Kleinkinder töten - und Krankheiten, die in Deutschland leider tendenziell zunehmen, weil die notwendige Impfquote nicht mehr erreicht wird. Allein diese Umstände machen deutlich, wie wichtig es für dich und alle anderen frischgebackenen Eltern ist, sich mit der Frage „Kinderimpfung – ja oder nein?“ auseinanderzusetzen.

Gegen welche Krankheiten wird derzeit überhaupt geimpft?

Das Robert-Koch-Institut hat mit seiner Impfkommission vorsorgende Maßnahmen gegen 13 der schwerwiegendsten Krankheiten empfohlen. Fast 30 Spritzen sind notwendig, um den vollständigen Schutz gegen diese Krankheiten aufzubauen. Außerdem muss im Erwachsenenalter regelmäßig nachgeimpft werden.

Geimpft werden sollte demnach gegen folgende Erkrankungen:

  • Tetanus

  • Diphterie

  • Keuchhusten

  • Kinderlähmung

  • Hepatitis B

  • Hib (Haemophilus influenzae Typ b)

  • Pneumokokken

  • Rotaviren

  • Meningokokken

  • Masern

  • Mumps und Röteln

  • Windpocken

  • HPV (Humane Papillomviren)


Außerdem kann eine vorbeugende Grippeimpfung erfolgen.

Was spricht für die Impfung?

Impfen bietet einen umfangreichen Schutz gegen Krankheiten, die ohne diese Vorkehrungen schwerwiegende gesundheitliche Risiken bis hin zum Tod mit sich bringen könnten. Hieran erkennst du, wie wichtig der Impfschutz ist.

Dennoch möchten wir auf die weiteren Vorteile von Kinder-Impfungen eingehen:

  • Schwere Krankheiten bleiben verbannt

    Wie erwähnt gelten Krankheiten, die wir in Deutschland seit vielen Jahren nur noch vom Hörensagen kennen, in anderen Ländern nach wie vor als verbreitet und gefährlich. Durch einen umfangreichen Impfschutz der gesamten Bevölkerung können wir dauerhaft dafür sorgen, dass uns und unseren Kindern diese Erkrankungen auch in Zukunft erspart bleiben.

  • Eine gute Impfquote sorgt für einen hohen Schutz deines Babys

    Damit eine ausreichende Deckung vorliegt, müssen sich 95 Prozent der Bevölkerung impfen lassen. Man spricht hierbei von der sogenannten „Impfquote“.

    Wird diese Quote erreicht, sind genug Menschen immunisiert, um den Teil der Bevölkerung zu schützen, der keinen Impfschutz genießt. Dies ist damit zu erklären, dass tendenziell zu wenige Menschen ohne Impfung aufeinandertreffen, als das die Krankheit verbreitet werden könnte.

    Weicht diese Impfquote nur um wenige Prozent nach unten ab, kann sich eine Krankheit – wie beispielsweise die Pocken, die es in Deutschland seit vielen Jahren nicht mehr gibt – problemlos erneut ausbreiten und erste Opfer fordern.

  • Wer sich impfen lässt, schützt seine Mitmenschen

    Neben den Impf-Verweigerern gibt es auch Menschen, die beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen nicht gepiekst werden dürfen. Wenn du nun durch eine Vorsorgeimpfung bei deinem Baby – und natürlich regelmäßig bei dir selbst – den Impfschutz aufrecht erhältst und somit gegen das erneute Ausbrechen von Krankheiten ankämpfst, schützt du deine nicht impffähigen Mitmenschen. Und das ist doch gut, oder?

    Andersherum betrachtet, bedeutet dies für dich und dein Baby Folgendes: Dadurch, dass beispielsweise die Impfquote gegen Masern erreicht wird, wird dein Baby vor dieser gefährlichen Erkrankung geschützt. Kinder können erst ab ca. einem Jahr gegen Masern geimpft werden. Treten sie vorher auf, weil sie sich beispielsweise in der Kindergrippe ausgebreitet haben, ist dein Baby einem großen Risiko ausgesetzt.

    Du siehst, wie wichtig es ist, die Impfquote aufrechtzuerhalten, um alle Menschen – auch dich und dein Baby – zu schützen. Gerade in Bezug auf die Masern hat die Impfbereitschaft in den letzten Jahren stark nachgelassen, sodass diese Erkrankung wieder vergleichsweise häufig auftritt.

Welche Nachteile haben Impfungen?

Impfgegner kämpfen seit einigen Jahren hart gegen alle möglichen Impfungen und bringen die sogenannten „Impfschäden“ an. Hierbei handelt es sich um Nebenwirkungen, die das gespritzte Medikament auslösen kann.

Außerdem herrscht vermehrt die Meinung, dass „diese Krankheiten eben durchgemacht werden müssten, um die Kinder abzuhärten“.

Wir möchten diesen Argumenten auf den Grund gehen:

  • Impfschäden

    Wie jedes andere Medikament kann auch eine Impfung Nebenwirkungen haben. Fieber und Erbrechen gehören beispielsweise dazu. Jedoch haben auch alle anderen Medikamente, die wir im Laufe unseres Lebens gegen Kopfschmerzen, Grippe oder andere Symptome einnehmen, gewisse Nebenwirkungen. Wir brauchen nicht umsonst gefühlt Stunden, um den gesamten Beipackzettel eines Medikaments zu lesen. Trotzdem würden die wenigsten lieber mit ihren Schmerzen leben als ein Medikament einzunehmen, denn letztendlich treten Nebenwirkungen selten auf, meistens sogar überhaupt nicht.

    Ebenso konnten beispielsweise die von Impfgegnern mit den Impfungen in Zusammenhang gebrachten Erkrankungen wie Allergien oder Autismus bislang wissenschaftlich nicht belegt werden. Vielmehr ist es so, dass ein Großteil der Impfstoffe inzwischen als sicher gilt. Ganz von der Hand weisen kann man Impfproblematiken allerdings nicht. Wie erwähnt, sind es in erster Linie Fieber, Erbrechen oder Entzündungen an der Einstichstelle, die kurzzeitig unangenehm sind. Sie verschwinden in der Regel nach wenigen Stunden bis maximal zwei Tagen von selbst.

    In sehr seltenen Fällen kommt es zu riskanten Impfschäden. Im Verhältnis zu den Schäden, die jedoch auftreten können, wenn eine gefährliche Krankheit – wie beispielsweise die Masern – ausbricht, muss man klar sagen, dass Impfschäden deutlich seltener vorkommen und somit verhältnismäßig weniger Probleme anrichten.

    Eines der besten Beispiele hierfür ist die Masernimpfung. In einem von einer Millionen Fällen kann es zu einer Gehirnentzündung kommen. Verzichtest du auf den Impfschutz und erkrankt dein Baby an den Masern, musst du davon ausgehen, dass dein Baby eines von tausend ist, das mit dieser Gehirnentzündung zu kämpfen hat. Das Risiko ist also ungleich höher!

Was raten Kinderärzte?

Anhand der oben genannten Vor- und Nachteile wirst du erahnen können, was dir die meisten Kinderärzte raten werden: „Impfe dein Kind“. Du schützt hiermit nicht nur dein Kleines, sondern auch dich selbst und viele Menschen in deiner Umgebung. Ihr helft dabei, dass gefährliche Krankheiten dauerhaft ausgerottet bleiben und dass die Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, gesund und munter leben.

Ein guter Kinderarzt wird dich VOR der Impfung auf mögliche Nebenwirkungen und Schäden hinweisen. Es ist wichtig, dass du über alle möglichen Komplikationen aufgeklärt bist. Dank moderner Medikamente kommt es selten zu wirklichen Impfschäden. Kleine Nebenwirkungen wie Fieber sind möglich, aber in der Regel nicht tragisch.

Sollte dich dein Arzt vor der anstehenden Impfung nicht ausreichend beraten, frage unbedingt gezielt nach. Nur durch eine umfangreiche Aufklärung kannst du entscheiden, was für dich und dein Baby sinnvoll ist.

Kennst du schon? >> Diese Fragen stellen sich garantiert alle Eltern!

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