Masern beim Baby

Bei den Masern handelt es sich um eine hochinfektiöse, behandlungsbedürftige und meldepflichtige Erkrankung. Da die Krankheit bei Kindern häufiger als bei Erwachsenen auftritt, ist dein Baby dafür besonders gefährdet. Masern werden entweder durch den direkten Kontakt mit einer infizierten Person oder durch Tröpfeninfektion übertragen. Leider beläuft sich das Ansteckungsrisiko bei ungeimpften Menschen auf beinahe 100 Prozent. Wir erklären dir alles Wichtige rund um die Ansteckung, Symptome und Behandlung der Masern.

So erfolgt die Ansteckung mit Masern

Häufig stecken sich Kinder und Jugendliche in der Krippe, im Kindergarten oder in der Schule an. Beachte hierbei: Sobald du den Verdacht hegst, dass sich dein Kleinkind infiziert hat, darfst du es vorerst in keine soziale Einrichtung mehr schicken. Du bist außerdem verpflichtet, die Kita oder Tagesmutter schnellstmöglich über den Verdacht zu informieren. Schlussendlich entscheidet der Arzt, wann die Haushaltsmitglieder – auch ältere Geschwister – wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben dürfen.

Zwei Phasen: Dauer und Verlauf der Masern

Sofern sich dein Baby mit der Krankheit angesteckt hat, vergehen zwischen 8 bis 21 Tage, bis sich die ersten Symptome bemerkbar machen. Zunächst ähnelt der Verlauf der Masern einer Erkältung. Diese erste Phase bezeichnen Mediziner als „Prodromalstadium. Dein Kind hustet, hat Schnupfen und Halsschmerzen. Zusätzlich bekommt es hohes Fieber, welches erst nach einigen Tagen abklingt. Gleichzeitig dazu zeigen sich viele Kinder sehr lichtscheu, manche entwickeln parallel eine Bindehautentzündung der Augen. Die vielfach als typische Masersymptome geltenden weißen Flecken auf der Haut sind eher selten zu beobachten. Typischerweise endet diese Phase, wenn das Fieber absinkt.

Diese Besserung hält für gewöhnlich lediglich drei bis sieben Tage an. Anschließend steigt das Fieber erneut, das „Exanthemstadium“ setzt ein. Auch der charakteristische Hautausschlag tritt jetzt auf. Zunächst setzt er zwar in Mund und Rachen ein, breitet sich jedoch schnell im gesamten Körper aus. Die Flecken weisen eine runde bis ovale Form auf.  Für etwa vier bis sieben Tage leidet dein Kind unter diesem tiefrot-bräunlichem Ausschlag. Spätestens nach zehn Tagen sollten die meisten Symptome der Masern abgeklungen sein. Falls sich der gesundheitliche Zustand deines Babys in dieser Zeit erheblich verschlechtert, solltest du unbedingt nochmals einen Kinderarzt aufsuchen!

So lassen sich Masern richtig therapieren

Masern kannst du leider nicht mit Antibiotika therapieren, da diese gegenüber Viren keinerlei Wirkung zeigen. Deshalb zielt eine Therapie bei Masern vor allem darauf ab, die mit der Erkrankung einhergehenden Beschwerden bestmöglich zu lindern. Mit folgenden Maßnahmen kannst du deinem Baby helfen, die Masern schneller zu überwinden:

  • Sorge dich liebevoll um dein Kind und achte darauf, dass es strenge Bettruhe bekommt.

  • Dunkel das Zimmer ab, sofern dein Liebling an einer begleitenden Bindehautentzündung leidet.

  • Um die Fieberschübe in den Griff zu bekommen, kannst du Fieberzäpfchen, Wadenwickel sowie Tabletten und Saft verwenden.

  • Führe deinem Baby viel Flüssigkeit zu und sorge dafür, dass es ausreichend Flüssigkeit trinkt.

  • Verabreiche während der Masern nur leichte Kost wie Babybrei oder Kompott.

  • Tupfe den Hautausschlag mit kühlem Wasser ab.

  • Verwende Vitamin A, da es die Krankheit mitunter positiv beeinflussen und abmildern kann.


Komplikationen der Masern

In seltenen Fällen kommt es während oder infolge der Masern zu schwerwiegenden Komplikationen. Dazu gehört unter anderem eine Entzündung der Lungen, des Kehlkopfs oder des Mittelohrs. Zu den schlimmsten Komplikationen gehört eine lebensgefährliche Gehirnentzündung, die statistisch glücklicherweise nur 0,1 Prozent der Erkrankten entwickeln.

Krankheitsverlauf und Prognose

Zwar ist eine Masern-Erkrankung nicht harmlos, doch heilt sie bei dem Großteil der betroffenen Kinder folgenlos aus. Komplikationen entwickeln lediglich 10 bis 20 Prozent der Erkrankten. Insgesamt sterben wenig Menschen in Deutschland an den Masern. In Ländern, in denen Mangelernährung vorherrscht, ist die Sterblichkeitsrate hingegen erheblich größer.

Lebenslange Immunität

Die gute Nachricht: Hat dein Baby die Masern erst einmal überstanden, kann es nicht erneut daran erkranken. Denn das nun aktive Immunsystem entwickelt eine lebenslange Immunität gegen die Erreger. Selbst wenn dein Kind später einmal mit den Viren in Kontakt kommt, kann der Körper die Bedrohung abwehren.

Vorsicht vor Masern in der Schwangerschaft

Es ist wichtig, eventuelle Impflücken schon vor der Schwangerschaft aufzufrischen. Denn häufig ist der sogenannte Nestschutz Experten zufolge zu schwach ausgeprägt. Demzufolge erkranken auch Säuglinge an Masern und haben ein erhöhtes Risiko, etwa die lebensbedrohliche Subakute Sklerosierende Panenzephalopathie (SSPE), eine tödlich endende Spätkomplikation, zu entwickeln. Falls du ein Kind erwartest, kannst du dich während der Schwangerschaft nicht gegen Masern impfen lassen. Bricht die Krankheit dann aus, kann es für dich und dein ungeborenes Kind sehr gefährlich werden. Denn rund jedes vierte Baby kommt durch die Infektion frühzeitig zur Welt. Auch sind bei mit Masern infizierten Müttern vermehrt Tod- oder Fehlgeburten zu beklagen. Falls du zu den Ungeimpften gehörst, solltest du den Kontakt zu Erkrankten meiden.

Masern-Impfung schützt zuverlässig vor der Krankheit

Seit Mitte 2019 gilt für alle in einer Kindertagesstätte untergebrachten Kinder eine Masern-Impfpflicht. Ab dem 12. Lebensmonat kannst du dein Kind gegen Masern impfen lassen. Geimpft wird mit einem Dreifachimpfstoff gegen Masern, Röteln und Mumps. Die abgeschwächten Viren schützen rund 90 Prozent aller geimpften Kinder. Du kannst die Impfung im 16. Lebensmonat deines Babys „auffrischen“, um ihre Wirksamkeit zu erhöhen. Falls dein Baby besonders gefährdet ist, kannst du es in Absprache mit den behandelnden Ärzten bereits ab dem 6. Lebensmonat impfen lassen.  Auch eine „Notfallimpfung“ kommt bei einem Verdachtsfall infrage, sofern die mutmaßliche Infektion weniger als 72 Stunden zurückliegt. Vor dem 6. Lebensmonat greift der sogenannte „Nestschutz“: Sofern Mütter Antikörper gegen Masern vorweisen, übertragen sie diese bei der Geburt automatisch auf das Kind. Dein Baby ist also durch die weitergegebenen Antikörper während des ersten Halbjahres vor Masern geschützt.

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