Platter Hinterkopf bei Babys – und nun?

Ein platter Hinterkopf ist bei Babys keine Seltenheit. Im Gegenteil – seit 1990 haben die lagebedingten Kopfverformungen bei Babys zugenommen. Auch wenn ein flacher Hinterkopf für Kinder nicht gefährlich ist, wollen viele Eltern wissen, wie sie diesen bei ihrem Baby verhindern können und welche Möglichkeiten es gibt, wenn ihr Sprössling bereits einen platten Hinterkopf hat. In diesem Beitrag erfährst du alles, was du über einen Plattkopf bei Babys wissen musst und warum du dir trotz allem erst einmal keine Sorgen machen brauchst. 

So entsteht ein flacher Hinterkopf bei Babys

Damit der Kopf des Babys durch den Geburtskanal passt, sind seine Schädelknochen noch nicht fest verwachsen. Das heißt, das Köpfchen selbst ist noch formbar und weich. Auch während der Geburt kann sich der Kopf des Babys verformen – insbesondere, wenn eine Saugglocke oder eine Zange eingesetzt werden müssen. Nach wenigen Wochen verschwinden diese Verformungen aber von selbst. Bis zum Ende des zweiten Lebensjahres ist der Kopf eines Babys flexibel, sodass sich dieser in der Zeit gut entwickeln und wachsen kann. Gleichzeitig können dadurch aber auch lagebedingten Kopfverformungen, wie ein flacher Hinterkopf, entstehen. Wie es die Bezeichnung „lagebedingter Kopfverformungen“ schon sagt, wird ein platter Hinterkopf meistens durch eine ständige einseitige Lage des Babyköpfchens verursacht. Die meisten Babys liegen fast immer und am liebsten auf dem Rücken. Die Rückenlage ist für Kinder im ersten Lebensjahr auch unglaublich wichtig, da das Risiko eines plötzlichen Kindstodes um ca. 40 Prozent verringert wird. Die Rückenlage verhindert, dass sich jüngere Babys aus der Position einfach auf den Bauch drehen können. Das Schlafen in Bauch- oder Seitenlage kann das Risiko eines plötzlichen Kindstodes nämlich erhöhen. Dennoch liegt der Kopf des Babys in Rückenlage immer auf derselben Stelle, sodass sich die Schädelknochen durch den ständigen Druck nicht vollständig entwickeln können. Aufgrund dessen entsteht ein flacher Hinterkopf bei Babys. Allerdings können auch verkürzte Muskeln oder Blockaden an der Halswirbelsäule dafür verantwortlich sein, dass Babys nur auf einer Seite liegen oder schlafen möchten. Die „Lieblingsseite“ des kleinen Schatzes sorgt demnach dafür, dass nicht nur der Hinterkopf des Babys, sondern auch eine Seite des Kopfes flacher ist. 

Tipps um einen platten Hinterkopf vorzubeugen

Es gibt einige Möglichkeiten, um einen flachen Hinterkopf bei Babys zu vermeiden. 

1. Die Lageposition des Babys variieren  

Auch wenn die Rückenlage das Risiko eines plötzlichen Kindstod verringert und damit für Babys in den ersten Lebensmonaten unverzichtbar ist, sollten Eltern die Liegeposition ihres Babys dennoch des Öfteren verändern. Es wird sogar empfohlen, Babys mehrfach täglich für ein bis zwei Minuten unter Beobachtung auf den Bauch zu drehen. Allerdings sollte das Baby wach sein und bereits gegessen haben. Für Babys ist diese Position sehr anstrengend, sodass zu Beginn wenige Minuten ausreichen. Der Hinterkopf wird während dieser Zeit entlastet, die Rücken- und Nackenmuskulatur wird gekräftigt und zeitgleich wird die Wahrnehmungs- und Bewegungskompetenz von Babys gefördert. Ein tolles Spielzeug oder ein interessanter Gegenstand können dafür sorgen, dass der kleine Schatz die anstrengende Position schnell vergisst. Wenn das Baby kräftiger wird, dann kann auch die Dauer der Bauchlage gesteigert werden. Wichtig ist, dass das Baby nur unter Aufsicht in Bauchlage liegt– niemals zum Schlafen oder auch nur zum Ruhen. 

2. Das Köpfchen des Babys fördern

Um bei Babys einen flachen Hinterkopf zu verhindern, wird empfohlen, die Muskulatur rund um den Kopf des Babys zu stärken. Das Baby immer abwechselnd von unterschiedlichen Seiten anzusprechen und ihm ein Spielzeug zu reichen, es mal von der rechten und mal von der linken Seite zu füttern, hilft, die Entwicklung der Nacken- und Rückenmuskulatur zu fördern und entlastet zugleich den Hinterkopf des Babys. 

3. Regelmäßiges Tragen

Da Babys in ihren ersten Lebensmonaten hauptsächlich liegen, ist es eine willkommene Abwechslung, wenn sie getragen werden. Regelmäßiges Tragen des Babys verhindert zudem auch einen einseitigen und permanenten Druck auf das empfindliche Babyköpfchen, der durch ein ständiges Liegen verursacht wird. Der Entstehung eines flachen Hinterkopfes kann damit entgegen gewirkt werden. 

4. Osteopathie und Physiotherapie

Wenn Babys eine Seite oder eine liegende Position deutlich bevorzugen, dann kann es sein, dass bereits Blockaden und Verspannungen im Hals, Nacken oder im Rücken vorhanden sind. In diesem Fall sollten sich Eltern zeitnah ärztlichen Rat einholen, um lagebedingte Kopfverformungen bei ihrem Baby zu vermeiden. Die Kinderärztin/ der Kinderarzt verschreibt oftmals Physiotherapie oder Osteopathie, damit die Verspannungen und Blockaden behutsam gelöst werden können. 

5. Spezielle Kopfkissen

Es gibt spezielle Kopfkissen, die helfen können, einen flachen Hinterkopf bei Babys zu vermeiden. Wenn das Baby auf dem Rücken liegt, dann wird der empfindliche Hinterkopf durch das Kopfkissen vor dem Druck der Matratze geschützt. So kann verhindert werden, dass sich der Kopf des Babys verformt. 

Fazit 

Lagebedingte Kopfverformungen, wie ein flacher Hinterkopf, sind in der Regel nicht gefährlich für Babys und wirken sich auch nicht negativ auf die Entwicklung aus. Wenn dein Baby keine Blockaden, Verspannungen oder Schmerzen hat, dann ist es ein rein ästhetisches „Problem“. Wenn die hier vorgestellten Tipps nicht helfen, einen flachen Hinterkopf zu vermeiden oder bereits vorhandene Kopfverformungen damit nicht mehr korrigiert werden können, dann kann mit einer Helmtherapie begonnen werden. In den meisten Fällen verschwinden lagebedingte Kopfverformungen bis zum Ende des dritten Lebensmonats von allein, sodass ein flacher Hinterkopf oftmals keinerlei Behandlung benötigt. Wenn du unsicher bist, kannst du dir natürlich immer ärztlichen Rat einholen. 

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