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30.09.2020
Gesundheit

Das hilft bei einer Blasenentzündung in der Schwangerschaft!

Viele Frauen werden es kennen: Häufiger Harndrang sowie Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen. Das sind die typischen Anzeichen einer Blasenentzündung, auch genannt Zystitis. Eine Blasenentzündung in der Schwangerschaft ist nicht nur schmerzhaft und sehr unangenehm, sondern auch nicht ungefährlich für die schwangere Frau. In diesem Beitrag erfährst du, warum eine Blasenentzündung in der Schwangerschaft unter Umständen gefährlich werden kann, wie du sie wieder loswirst und was du zur Vorbeugung tun kannst.

Warum kommt es in der Schwangerschaft zur Blasenentzündung?

Übelkeit, Sodbrennen und Rückenschmerzen – von diesen Beschwerden in der Schwangerschaft haben die meisten schon einmal etwas gehört. Aber auch Blasenentzündungen kommen bei schwangeren Frauen häufiger vor und treten vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel auf. Frauen sind allgemein deutlich häufiger von Blasenentzündungen betroffen als Männer. Eine kurze Harnröhre (ca. 4 Zentimeter im Gegensatz zu 20 bis 25 Zentimeter beim Mann) sowie die Nähe des Harnröhrenausgangs zum After sind Gründe, warum Harnwegsinfekte vor allem bei Frauen vorkommen. Eine Blasenentzündung wird in den meisten Fällen durch Bakterien ausgelöst, insbesondere durch die E. coli Bakterien, welche natürliche Darmbakterien sind. Diese Bakterien können in die Harnröhre gelangen, wenn sich die Frau zum Beispiel nach dem Stuhlgang von hinten nach vorne säubert und nicht umgekehrt, wie es eigentlich gemacht werden soll. Die Keime können aber auch beim Geschlechtsverkehr in die Harnröhre und von dort in die Blase der Frau wandern.

Aber woran liegt es, dass Schwangere ein erhöhtes Infektionsrisiko für Blasenentzündungen haben? Verantwortlich ist das Hormon Progesteron. Aufgrund des veränderten Hormonhaushaltes weiten sich die Harnwege, sodass die Keime leichter in die Harnröhre eindringen können. Die Blase wird außerdem durch das zusätzliche Gewicht der stetig wachsenden Gebärmutter weiter nach unten gedrückt, sodass Bakterien auch leichter in die Harnröhre gelangen und von dort aus in die Blase wandern können. Das Hormon Progesteron wird auch noch nach der Geburt, während des Wochenbettes, ausgeschüttet. Daher kann es auch nach der Geburt vermehrt zu Blasenentzündungen kommen. Mit einigen Tipps & Tricks schaffst du es aber trotzdem, dich im Wochenbett zu erholen!

Symptome einer Blasenentzündung

  • Häufiges Urinieren (meist nur tröpfchenweise)
  • Schmerzen und/oder Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzen oder Krämpfe im Unterleib
  • Urin kann seinen Geruch verändern und getrübt sein
  • Kann ebenfalls vorkommen: Blut im Urin

Bereits bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung sollten schwangere Frauen reagieren und sich ärztlichen Rat suchen. Wenn ein Harnwegsinfekt nicht behandelt wird, kann nämlich nicht nur eine Nierenbeckenentzündung entstehen, sondern in schweren Fällen können sogar vorzeitige Wehen ausgelöst und das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt erhöht werden. 

Was hilft bei einer Blasenentzündung?

Warum bei Nicht-Schwangeren auf Antibiotikum verzichtet wird

Wenn eine nicht-schwangere Frau oder ein Mann unter einer Blasenentzündung leidet, reicht es oftmals aus, pflanzliche Medikamente aus der Apotheke einzunehmen, viel zu trinken, ein Wärmekissen auf den Unterleib zu legen und sich auszuruhen. Mittlerweile wird bei einer einfachen Blasenentzündung darauf verzichtet, Antibiotika zu verschreiben. Die Einnahme von Antibiotika beeinträchtigt nämlich die natürliche Scheiden- und Darmflora, da mit einem Antibiotikum nicht nur die krankmachenden Bakterien abgetötet werden. Die Schutzfunktion der Scheide ist nach einer Antibiotikaeinnahme gestört, sodass die betroffene Frau deutlich anfälliger für eine Pilzinfektion oder eine erneute Blasenentzündung ist. Daher kann es zu einem Teufelskreislauf mit wiederkehrenden Harnwegsinfekten kommen. Da die Darmflora durch die Einnahme eines Antibiotikums ebenfalls angegriffen wird, können sich die E. coli Bakterien im Darm stark vermehren, sodass weitere Harnwegsinfekte entstehen können. Außerdem kann es bei häufiger oder falscher Antibiotikaeinnahme zu sogenannten Antibiotika-Resistenzen kommen. Aus diesen Gründen sollten Antibiotika sparsam und bewusst eingesetzt werden. In den meisten Fällen wird daher bei unkomplizierten Harnwegsinfekten auf pflanzliche Arzneimittel zurückgegriffen.

Behandlung einer Blasenentzündung bei Schwangeren

Während eine Blasenentzündung unter "normalen" Umständen kein Grund zur Sorge ist, sollte bei einer Infektion in der Schwangerschaft immer umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Die Ärztin oder der Arzt entscheiden dann, wie der Harnwegsinfekt weiter behandelt wird. In den meisten Fällen muss ein Antibiotikum verschrieben werden. Dabei wird selbstverständlich darauf geachtet, dass das Antibiotikum für die Einnahme in der Schwangerschaft geeignet ist. Du brauchst also keine Angst zu haben, dass das Medikament deinem Kind schadet! Während der Antibiotika-Einnahme ist es hilfreich, wenn du viel trinkst - am besten Wasser sowie ungesüßte Tees - und bei jedem Harndrang möglichst gleich auf die Toilette gehst. So werden nämlich die Bakterien ausgespült und können nicht in die Nierengegend aufsteigen. Des Weiteren solltest du die Blasenregion mit einem Wärmekissen oder einer Wärmflasche warmhalten. Wärme wirkt entkrampfend und schmerzlindernd - außerdem kann dein Sprössling sich dadurch gleich an das wohlig warme Gefühl unter seinen zukünftigen Babydecken gewöhnen. Auch Sitzbäder mit Kamille können die Beschwerden einer Blasenentzündung lindern. Beachte zudem, dass während einer Harnwegsinfektion auf Geschlechtsverkehr sowie auf zuckerhaltige Speisen, Getränke, aber auch auf Koffein und Alkohol verzichtet werden sollte! 

Tipps zur Vorbeugung 

1. Viel trinken:

Du solltest jeden Tag mindestens 2 Liter Wasser und ungesüßten Tee trinken, um die regelmäßige Spülung der Blase zu gewährleisten. Versuche weitestgehend auf Fruchtsäfte, schwarzen Tee, Kaffee und stark gewürzte Gerichte zu verzichten, da sie die Blasenwand reizen.

2. Richtiges Abwischen:

Nach dem Stuhlgang solltest du dich immer von vorne nach hinten säubern, damit keine Darmbakterien in die Harnröhre gelangen. 

3. Gehe auf die Toilette, wenn du musst:

Du solltest langes Anhalten vermeiden, da sich die Keime im Urin unnötig vermehren können. Achte auch darauf, dass du deine Blase immer vollständig entleerst, da sich im restlichen Urin die Erreger ebenfalls vermehren können. 

4. Die richtige Intimreinigung:

Verwende am besten nur lauwarmes Wasser zur Reinigung deines Intimbereichs. Seifen, Duschgele und vor allem Duftstoffe haben im Intimbereich nichts zu suchen. Wer mag, kann noch eine pH-neutrale Waschlotion verwenden - mehr aber auch nicht. Der Intimbereich ist nämlich ähnlich empfindlich wie Baby Haut, für welche schließlich auch spezielles Bade- & Pflegezubehör verwendet wird.

5. Zeitnahes Wasserlassen nach dem Sex:

Sex bietet Erregern eine Möglichkeit, in deinen Körper einzudringen. Deswegen solltest du direkt danach auf die Toilette gehen, um die eventuell eingedrungenen Keime sofort wieder auszuspülen. 

6. Die richtige Unterwäsche:

Besonders eignet sich Baumwollunterwäsche, die nicht zu eng sitzt oder reibt. Produkte aus (Bio-)Baumwolle lassen mehr Sauerstoff an den Intimbereich, was die Ausbreitung von Bakterien hemmt. Unterwäsche aus Polyester ist dagegen weniger atmungsaktiv, sodass die Vermehrung von Keimen begünstigt wird. Verzichte bestenfalls auch auf String-Tangas, da das dünne Bändchen die Beförderung von Bakterien vom Darmausgang zur Harnröhre begünstigt. Wichtig ist außerdem, deine Unterwäsche immer bei 60 Grad zu waschen, um die Erreger abzutöten. 

7. Die Blasenregion schön warm halten:

Vermeide das Sitzen auf kaltem Untergrund sowie bauchfreie Kleidung, um eine (erneute) Blasenentzündung vorzubeugen. Nasse Kleidung solltest du - egal ob nach dem Schwimmen oder nachdem du in den Regen gekommen bist - direkt ausziehen und durch trockene ersetzen. Achte auch darauf, dass du deine Füße stets mit kuscheligen Schuhen und dicken Socken warm hältst. 

8. Das Immunsystem stärken:

Eine ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen, ausreichend Bewegung und ein möglichst stressfreier Alltag können helfen, dein Immunsystem zu stärken. Ein geschwächtes Immunsystem begünstigt nämlich die Entstehung von Blasenentzündungen. 

Fazit

Eine Blasenentzündung während der Schwangerschaft ist aufgrund des veränderten Hormonhaushalts leider nicht selten. Bemerkst du erste Anzeichen, solltest du sofort deine Ärztin oder deinen Arzt aufsuchen, um deine Gesundheit und die deines Babys nicht unnötig zu gefährden. Ärzt:innen wissen am besten, welches Medikament sich für dich eignet und wie du die unangenehme Blasenentzündung schnellstmöglich los wirst. Weitere Harnwegsinfektionen lassen sich dann mit der Beachtung einiger Tipps und Tricks kinderleicht vorbeugen!

Laura
Laura
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