Das hilft bei einer Blasenentzündung in der Schwangerschaft!

Viele Frauen werden es kennen: Häufiger Harndrang sowie Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen. Das sind die typischen Anzeichen einer Blasenentzündung (Zystitis). Eine Blasenentzündung in der Schwangerschaft ist nicht nur schmerzhaft und sehr unangenehm, sondern auch nicht ungefährlich für die schwangere Frau. In diesem Beitrag erfährst du, warum eine Blasenentzündung in der Schwangerschaft unter Umständen gefährlich werden kann, wie du sie wieder loswirst und wie du sie vorbeugen kannst.

Ursachen für eine Blasenentzündung in der Schwangerschaft

Übelkeit, Sodbrennen und Rückenschmerzen – von diesen Beschwerden in der Schwangerschaft haben die meisten schon einmal etwas gehört. Aber auch Blasenentzündungen kommen bei schwangeren Frauen häufiger vor und treten vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel auf. Frauen sind allgemein deutlich häufiger von Blasenentzündungen betroffen als Männer. Eine kurze Harnröhre (ca. 4 Zentimeter im Gegensatz zu 20 bis 25 Zentimeter beim Mann) sowie die Nähe des Harnröhrenausgangs zum After sind Gründe, warum Harnwegsinfekte vor allem bei Frauen vorkommen. Eine Blasenentzündung wird in den meisten Fällen durch Bakterien, insbesondere durch die E. coli Bakterien (natürliche Darmbakterien) ausgelöst. Diese Bakterien können in die Harnröhre gelangen, wenn sich die Frau zum Beispiel nach dem Stuhlgang von hinten nach vorne säubert und nicht umgekehrt, so wie es richtig ist. Die Keime können aber auch beim Geschlechtsverkehr in die Harnröhre und von dort in die Blase der Frau wandern.
In der Schwangerschaft ist das Hormon Progesteron verantwortlich für das erhöhte Infektionsrisiko. Aufgrund des veränderten Hormonhaushaltes weiten sich die Harnwege, sodass die Keime leichter in die Harnröhre eindringen können. Die Blase wird außerdem durch das zusätzliche Gewicht der stetig wachsenden Gebärmutter weiter nach unten gedrückt, sodass Bakterien auch leichter in die Harnröhre gelangen und von dort aus in die Blase wandern können. Das Hormon Progesteron wird auch noch nach der Geburt, während des Wochenbettes, ausgeschüttet. Daher kann es auch nach der Geburt vermehrt zu Blasenentzündungen kommen. 

Symptome einer Blasenentzündung

  • Häufiges Urinieren (meist nur tröpfchenweise)

  • Schmerzen und/oder Brennen beim Wasserlassen

  • Schmerzen oder Krämpfe im Unterleib

  • Urin kann seinen Geruch verändern und getrübt sein

  • Kann ebenfalls vorkommen: Blut im Urin

Bereits bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung sollten schwangere Frauen reagieren und sich ärztlichen Rat suchen. Wenn ein Harnwegsinfekt nicht behandelt wird, kann nämlich nicht nur eine Nierenbeckenentzündung entstehen, sondern in schweren Fällen können sogar vorzeitige Wehen ausgelöst und das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt erhöht werden. 

Behandlung einer Blasenentzündung in der Schwangerschaft

Unter „normalen“ Umständen reicht es oftmals aus, pflanzliche Medikamente aus der Apotheke einzunehmen, viel zu trinken, ein Wärmekissen auf den Unterleib zu legen und sich auszuruhen. Mittlerweile wird bei einer einfachen Blasenentzündung darauf verzichtet, Antibiotika zu verschreiben. Die Einnahme von Antibiotika beeinträchtigt die natürliche Scheiden- und Darmflora, da mit einem Antibiotikum nicht nur die krankmachenden Bakterien abgetötet werden. Die Schutzfunktion der Scheide ist nach einer Antibiotikaeinnahme gestört, sodass die betroffene Frau deutlich anfälliger für eine Pilzinfektion oder eine erneute Blasenentzündung ist. Daher kann es zu einem Teufelskreislauf mit wiederkehrenden Harnwegsinfekten kommen. Die Darmflora wird durch die Einnahme eines Antibiotikums ebenfalls angegriffen. Aus diesem Grund können sich die natürlich im Darm vorkommenden E. coli Bakterien stark vermehren, sodass weitere Harnwegsinfekte entstehen können. Des Weiteren kann es bei häufiger oder falscher Antibiotikaeinnahme zu sogenannten Antibiotika-Resistenzen kommen. Aus diesen Gründen sollten Antibiotika sparsam und bewusst eingesetzt werden. In den meisten Fällen wird daher bei unkomplizierten Harnwegsinfekten auf pflanzliche Arzneimittel zurückgegriffen.
Bei einer Blasenentzündung in der Schwangerschaft sollte dagegen immer sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Die Ärztin oder der Arzt entscheiden dann, wie der Harnwegsinfekt weiter behandelt wird. In den meisten Fällen muss aber ein Antibiotikum verschrieben werden. Natürlich achten die Ärzt*innen darauf, dass das Antibiotikum auch in der Schwangerschaft verwendet werden darf. Du brauchst also keine Angst zu haben, dass das Medikament deinem Kind schadet. Während der Antibiotika-Einnahme ist es dennoch hilfreich, dass du viel trinkst (Wasser und ungesüßte Tees) und bei jedem Harndrang möglichst gleich auf die Toilette gehst. So werden nämlich die Bakterien ausgespült und können nicht in die Nierengegend aufsteigen. Des Weiteren solltest du die Blasenregion mit einem Wärmekissen oder einer Wärmflasche warmhalten. Wärme wirkt entkrampfend und schmerzlindernd. Auch Sitzbäder mit Kamille können die Beschwerden einer Blasenentzündung lindern. Während einer Harnwegsinfektion sollte auch auf  Geschlechtsverkehr sowie auf zuckerhaltige Speisen und Getränke, aber auch auf Koffein und Alkohol verzichtet werden. 

Tipps zur Vorbeugung 

1. Viel trinken:

Du solltest jeden Tag mindestens 2 Liter Wasser und ungesüßten Tee trinken, um die regelmäßige Spülung der Blase zu gewährleisten. Versuche weitestgehend auf Fruchtsäfte, schwarzen Tee, Kaffee und stark gewürzte Gerichte zu verzichten, da sie die Blasenwand reizen.

2. Richtiges Abwischen:

Nach dem Stuhlgang solltest du dich immer von vorne nach hinten säubern, damit keine Darmbakterien in die Harnröhre gelangen. 

3. Gehe auf die Toilette, wenn du musst:

Du solltest langes Anhalten vermeiden, da sich die Keime im Urin unnötig vermehren können. Achte auch darauf, dass du deine Blase immer vollständig entleerst, da sich im restlichen Urin die Erreger ebenfalls vermehren können. 

4. Die richtige Intimreinigung:

Verwende am besten nur lauwarmes Wasser zur Reinigung deines Intimbereichs. Seifen, Duschgele und vor allem Duftstoffe haben im Intimbereich nichts zu suchen. Wer mag, kann noch eine pH-neutrale Waschlotion verwenden. 

5. Zeitnahes Wasserlassen nach dem Sex:

Du solltest am besten direkt nach dem Sex auf die Toilette gehen, da du die eventuell eingedrungenen Erreger direkt wieder ausspülst. 

6. Die richtige Unterwäsche:

Am besten eignet sich Baumwollunterwäsche, die nicht zu eng sitzt oder reibt. Baumwolle lässt mehr Sauerstoff an den Intimbereich, was die Ausbreitung von Bakterien hemmt. Unterwäsche aus Polyester ist dagegen weniger atmungsaktiv, sodass die Vermehrung von Keimen begünstigt wird. Verzichte am besten auch auf String-Tangas, da das dünne Bändchen die Beförderung von Bakterien vom Darmausgang zur Harnröhre begünstigt. Wichtig ist außerdem, deine Unterwäsche immer bei 60 Grad zu waschen, um die Erreger abzutöten. 

7. Die Blasenregion schön warm halten:

Vermeide das Sitzen auf kaltem Untergrund und bauchfreie Kleidung, um eine (erneute) Blasenentzündung vorzubeugen. Nach dem Schwimmen solltest du deine nasse Badekleidung direkt ausziehen und wechseln. Achte auch darauf, dass du deine Füße warm hältst. 

8. Das Immunsystem stärken:

Eine ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen, ausreichend Bewegung und ein möglichst stressfreier Alltag können helfen, dein Immunsystem zu stärken. Ein geschwächtes Immunsystem begünstigt nämlich die Entstehung von Blasenentzündungen. 

Fazit 

Eine Blasenentzündung kann in der Schwangerschaft aufgrund des veränderten Hormonhaushalts häufig auftreten. Allerdings solltest du bei den ersten Anzeichen deine Ärztin oder deinen Arzt aufsuchen, um deine Gesundheit und die Gesundheit deines Babys nicht unnötig zu gefährden. Ärzt*innen wissen am besten, welches Medikament sich für dich am besten eignet. Mit einigen Tipps und Tricks lassen sich aber weitere Harnwegsinfekte vorbeugen. 

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