Die Zähne kommen – Wie du dein Kind unterstützen kannst

Der erste Zahn im Mund deines Kindes gibt dem Lächeln einen besonderen Charme. Außerdem ist es der Beginn eines wichtigen Entwicklungsschrittes. Der Durchbruch der Milchzähne wird durch langsames Vorrücken eingeleitet und ist ein kontinuierlicher Prozess, welcher auch Zahnen genannt wird. Für dich als Elternteil ist jedes Zähnchen ein Grund zu Freude, für dein Baby kann es aber manchmal zu einer schmerzhaften Erfahrung werden. 

Die Entwicklung der Zähne

Die Entwicklung der Zähne beginnt lange bevor diese im Mund sichtbar werden. Bereits bei der Geburt sind die Schneidezähne des Milchzahngebisses so gut wie fertig ausgereift. Das liegt daran, dass die Zähne schon während der Schwangerschaft anfangen, sich zu entwickeln. Zwischen der sechsten und achten Woche entstehen die Anlagen für alle späteren Zähne. Die sogenannten Zahnkronen, welche den im Mund sichtbaren Teil der Zähne beschreiben, sind bei der Geburt bereits fertig entwickelt. Die Bildung der Zahnwurzel dauert dagegen deutlich länger und ist erst im Alter von eineinhalb bis drei Jahren abgeschlossen. Ähnlich verhält sich auch die Entstehung der bleibenden Zähne.  Die beginnt ungefähr dann, wenn dein Baby mit dem Krabbeln loslegt. Die ersten Milchzähne zeigen sich meist ungefähr im Alter von sechs bis acht Monaten. Dabei machen die unteren Schneidezähne in der Regel den Anfang. Es folgen die oberen, gefolgt von den seitlichen Schneidezähnen. Die Eck- und Backenzähne kommen zuletzt. Das Milchzahngebiss, mit seinen 20 kleinen Zähnchen, ist dann zwischen dem 20. Und 30. Monat vollständig ausgereift. Der hier beschriebene zeitliche Verlauf ist allerdings nur als grober Fahrplan zu verstehen, da es zu individuellen Unterschieden in der Zahnentwicklung kommen kann. Mache Kinder starten schon im vierten Lebensmonat, andere wiederum haben an ihrem ersten Geburtstag immer noch keinen einzigen Zahn im Mund. Bedenklich wird die Zahnlosigkeit jedoch erst, wenn sich nach eineinhalb Jahren immer noch nichts getan hat. 

Symptome des Zahnens

Nicht alle Babys zeigen beim Zahnen die gleichen Verhaltensweisen. Für manche Kinder ist das Zahnwachstum eine sehr schmerzhafte Erfahrung, während andere praktisch nichts davon spüren. Mit jedem Zahn wirst du aber wahrscheinlich besser in der Lage sein, die Anzeichen zu deuten. Trotzdem findest du im Folgenden eine Übersicht an Symptomen, die sowohl einzeln als auch in Kombination auftreten können, wenn bei deinem Nachwuchs die Zähne sprießen:

  • Dein Baby steckt immer wieder die Hand oder andere Gegenstände in den Mund und kaut darauf herum.

  • Der Speichelfluss steigt und dein Sprössling sabbert verstärkt. Eventuell wird die Haut um den Mund herum dadurch ein wenig wund. 

  • Es schreit und quengelt öfter als sonst und hat einen unruhigen Schlaf.

  • Außerdem sucht es verstärkt deine Nähe und will noch mehr Körperkontakt.

  • Die Wangen sind heiß und gerötet.

  • Das Zahnfleisch ist geschwollen und rot.

  • Zudem hat dein Kind deutlich weniger Appetit als gewöhnlich.

  • In Extremfällen können auch Fieber und/oder Durchfall auftreten.

Letztgenanntes kann allerdings auch durch einen Infekt bedingt sein, da im Zeitraum des Zahnens das Immunsystem geschwächt ist. Folglich fallen Zahnwachstum und andere Krankheiten häufig zusammen. Zusätzliche Probleme können außerdem dadurch entstehen, dass das Zahnen zeitlich häufig auch mit der Umstellung von Muttermilch- auch Ersatzmilch oder feste Nahrung abläuft.

Beim Zahnen unterstützen

Je nachdem, wie unangenehm das Zahnen für dein Baby ist, kannst du ein paar Maßnahmen ergreifen, um ihm das Leben etwas zu erleichtern: 

1. Gekühlte Beißringe lindern die Beschwerden. Die Kälte vermindert die Durchblutung des Zahnfleisches, sodass es abschwellen kann und weniger Schmerzen verursacht. Außerdem kann dein Baby darauf ohne Verletzungsgefahr kauen.

2. Falls du grade keinen Beißring zur Verfügung hast, erfüllt auch ein nasser Waschlappen den gleichen Zweck.

3. Für viele Babys ist eine sanfte Massage der Zahnleiste angenehm. Ganz wichtig dabei ist, dass die Finger vorher gründlich desinfiziert werden, da es sonst zu Infektionen kommen kann. In der Apotheke gibt es sogar spezielle Silikonfingerlinge zu diesem Zweck.

4. Ein Zahngel mit Kamille und Lokalanästhetika wirkt schmerzlindernd und beruhigend. Es senkt außerdem den Juckreiz und hilft vor allem bei akuten Schmerzen.

5. Wie in fast jeder Lebenslage ist viel trinken wichtig.

6. Das zusätzlich unangenehme Gefühl der wunden Mundwinkel lässt sich mit einer speziellen Pflegecreme bekämpfen.

7. Eine Fußreflexzonenmassage kann ebenfalls die Schmerzen lindern und ist gleichzeitig entspannend und beruhigen.

8. Zusätzliche Kuscheleinheiten, Herumtragen, Spielen und Spaziergänge sorgen für Ablenkung von den Schmerzen.

Alles in allem kann das Zahnen zwar zum Teil sehr unangenehm sein, ist jedoch keine schlimme Krankheit, bei der du dir ernsthafte Sorgen machen musst. Kein Grund zur Panik also. 

Die richtige Pflege

Manche Eltern erliegen dem Irrlauben, dass die Milchzähne keiner sorgfältigen Pflege bedürfen, da sie ja ohnehin bald ausfallen. Das ist falsch und kann fatale Folgen für das Gebiss deines Kindes haben. Der offensichtlichste Grund dafür ist der Schmerz, den dein Kind verspürt, wenn ein Zahn erkrankt. Darüber hinaus haben die Milchzähne wichtige Funktionen. Sie fördern die Ausbildung des Kiefers und trainieren die Kaumuskulatur. Des Weiteren sind sie Platzhalter für die bleibenden Zähne. Dabei besteht die Gefahr, dass kariesverursachende Bakterien auf die bleibenden Zähne übertragen werden. Auch die Milchzähne sollten folglich gründlich geputzt werden. Der Übergang zu den bleibenden Zähnen erfolgt circa im Alter des Schulbeginns. Das Milchgebiss fällt nach und nach aus und die ersten bleibenden Backenzähne, die sogenannten Sechsjahrmolaren, brechen durch. Dieser Zahnwechsel verläuft meist ohne nennenswerte gesundheitliche Beeinträchtigung und nach dem einen oder anderen Besuch der Zahnfee ist die Ausbildung des Gebisses im Alter von ungefähr 13 Jahren abgeschlossen.  Eine weitere wesentliche Veränderung steht dann erst wieder mit dem Durchbruch der Weisheitszähne an, welche sich ungefähr zum Zeitpunkt der Volljährigkeit bemerkbar machen. 

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