Die Nabelschnur – Eine Verbindung der besonderen Art

Die Nabelschnur, auch Funiculus umbilicalis genannt, verbindet den Embryo und später dann den Fetus mit der Plazenta im Mutterleib. In den Nabelschnurgefäßen findet der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid sowie weiteren lebenswichtigen Nährstoffen statt. So viel zur wissenschaftlichen Definition. Heute verraten wir dir aber fünf faszinierende Fakten über die Nabelschnur, die du noch nicht kennst.

1. Stammzellen aus Nabelschnurblut

Ständig reden alle von Stammzellen aber so richtig wissen was sich dahinter verbirgt tun die wenigsten. Wir klären dich auf: Stammzellen sind Körperzellen, die die Fähigkeit haben sich in Zellen mit speziellen Funktionen oder bestimmtes Gewebe zu verwandeln. Sie sind sozusagen die Ursprungszellen für jede andere Art von Zelle im Körper.

Im Nabenschnurblut befinden sich sowohl blutbildende als auch mesenchymale Stammzellen, welche, stand heute, bereits bei über 80 Krankheiten eingesetzt werden. In der Medizin sind die Hoffnungen groß, dass weitverbreitete Volkskrankheiten wie Herzinfarkte, Schlaganfälle, Diabetes oder Demenz mit den Zellen aus Nabenschnurblut in Zukunft behandelt werden können. Die neonatalen Stammzellen, so heißen die Stammzellen der Nabenschnur im Fachjargon, haben den Vorteil, dass sie besonders jung und unbelastet sind. Viele Krankheiten, Mutationen und Fremdeinflüsse können ihnen somit noch nichts anhaben. Darüber hinaus sind sie sehr teilungsfreudig und flexibel, was sie für Patienten außerdem besser verträglich macht. Diese Eigenschaften machen die Nabelschnur im Vergleich zu anderen Quellen für die Stammzellgewinnung, wie etwa dem Knochenmark, besonders attraktiv.

Da immer mehr Mensch im Laufe ihres Lebens auf eine Therapie mit Stammzellen angewiesen sind wurde vor einigen Jahren der Welt-Nabelschnurblut-Tag ins Leben gerufen, der auf Wichtigkeit des Themas aufmerksam macht. Die Zellen können problemlos entnommen und eingelagert werden und falls im Verlauf des Lebens Bedarf entsteht genutzt werden. Das macht Sinn, denn der Körper verträgt die eigenen Stammzellen logischerweise am besten. Des Weiteren kann man seine Stammzellen auch spenden und damit Leben retten. Egal ob für dich selbst, deine Familie oder fremde Mitmenschen. Nabelschnurblut zu erhalten ist eine kleine Entbehrung, die Großes bewirken kann.

2. Ein Wunder der Natur

Auf den ersten Blick wirkt sie nicht besonders spektakulär, wenn man sich jedoch vor Augen hält, dass die Nabenschnur die einzige Verbindung zwischen Mutter und Kind während der Schwangerschaft ist, wird klar, dass sie etwas Außergewöhnliches ist. Im Durchschnitt ist sie zwischen 50 und 60 Zentimetern lang und hat einen Durchmesser von ungefähr 1,5 bis 2 Zentimetern. Die ersten Vorläufer der Nabenschnur sind von Beginn der Schwangerschaft an vorhanden, mit ihrem Wachstum beginnt sie aber erst ab der siebten Woche. Je mehr das Kind wächst, desto größer wird auch die Nabenschnur. Dabei passt sie sich immer perfekt an die Platz- und Größenverhältnisse an, indem sie auf die Bewegungen des Babys reagiert. Außerdem ist sie mit speziellem Bindegewebe, der Wharton-Sulze, ummantelt, welches sie vor dem Abknicken schützt und gleichzeitig ihre Flexibilität erhört. Die eigentliche Versorgung des heranwachsenden Fetus übernehmen die beiden Nabelarterien und die Nabelvene. Die Arterien winden sich dabei spiralförmig um die Nabelvene, was für zusätzliche Stabilität sorgt und der Nabelschnur ihre charakteristische Spiralform verleiht. Alles in allem ist sie dehnbar, flexibel, anpassungsfähig und robust. Solche auf eigentlich widersprüchlichen Eigenschaften vermag nur die Natur auf so elegante Art und Weise zu vereinen. 

3. Lebenswichtige Versorgung

Die bereits beschriebenen Merkmale geben der Nabelschnur die Möglichkeit Höchstleistungen zu bringen. Das muss sie auch, denn das Kind ist ständig im Wachstum. Ungefähr ein halber Liter Blut fließt jede Stunde durch die Nabelschnur. Wichtig zu wissen: Das Blut, welches durch die Nabelschnur fließt, ist ausschließlich das des Babys. Die Blutkreisläufe von Mutter und Kind sind nämlich streng getrennt. Trotzdem ist es möglich, dass Sauerstoff und Nährstoffe in der Plazenta vom mütterlichen Blut in das fetale Blut übertragen werden und Kohlendioxid und andere Abfallstoffe vom Blut des Kindes wieder zurück in den Kreislauf der Mutter gelangen können.  Ein so effektiver Transportmechanismus ohne direkte Blutverbindung ist im Körper nahezu einmalig. Durch ihre Komplexität wird die Nabelschnur aber auch zu einem sehr sensiblen Ort. Die Trennung der Blutkreisläufe stellt zwar eine Barriere für manche schädlichen Stoffe dar, allerdings bietet sie keinen Freifahrtschein für einen ungesunden Lebensstil. Rauchen, Alkohol und Stress schaden nicht nur der Mutter, sondern beeinflussen auch den Stoffwechsel des ungeborenen Babys. 

4. Baby Entertainment

Neun Monate im Mamas Bauch können lang sein und Babys sind ja eigentlich kleine Entdecker. Dementsprechend finden sie die Nabenschnur ziemlich interessant und der Tastsinn von Babys entwickelt sich bereits sehr früh. Ab der achten Schwangerschaftswoche ist das Fetus dazu fähig Berührungen im Gesicht und an den Lippen zu spüren. Falls du dachtest, dass Babys in der Gebärmutter nur passiv auf die Entbindung warten, weit gefehlt! Mit 14 Wochen beginnen sie mit Händen, Füßen und Mund den Uterus zu erkunden. Es gibt sogar Ultraschallbilder, die zeigen wie Babys im Mutterbauch am Daumen nuckeln und mit der Nabelschnur spielen. Teilweise ziehen und zerren sie ganz schön kräftig an ihr. Gefährlich ist allerdings nicht, im Gegenteil, die Spielerei ist wichtig für die Gehirnentwicklung. Die Nabelschnur sieht sich dadurch in ihrer Existenz bestätigt und wächst munter weiter.

5. Unvergessliches Souvenir

Die Bauchnabel ist die erste Narbe im Leben eines Menschen. Sie ist eine Art Erinnerung an unseren Ursprung, auch wenn wir sie so selbstverständlich finden, dass wir sie im Alltag praktisch gar nicht mehr wahrnehmen. Das Durchtrennen der Nabelschnur nach der Geburt nennt man Abnabeln. Danach trocknet der Rest ein und fällt nach ungefähr zwei Wochen einfach von selbst ab. Zurück bleibt nur der Bauchnabel. 

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