Der Klapperstorch und das Baby – woher kommt der Mythos um den Storch?

Jeder kennt sie – die Geschichte vom Klapperstorch, der die Babys bringen soll. Besonders früher erzählten Eltern diese Geschichte gern, wenn ihre Kinder noch nicht aufgeklärt waren. Doch wie ist dieser Mythos entstanden? Warum bringt ausgerechnet ein Storch die Babys und kein anderes Tier? Wir versuchen in diesem Beitrag ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.  

Der Storch als "Babybringer"

Die Geschichte vom Storch, der die Babys bringt, entstand vermutlich im 18. Jahrhundert. Dabei spielten mehrere Motive aus Mythen eine Rolle. Wenn Kinder ihre Eltern gefragt haben, wie Babys entstehen, wollte man ihnen nicht die Wahrheit sagen. Damals waren Themen wie Sexualität und Geburt gegenüber Kindern absolut tabu. Aber irgendetwas mussten die Eltern ihrem Nachwuchs ja erzählen. Also wurde eine Legende erfunden, in der ein Tier neues Leben überbringen soll. 

Doch warum ausgerechnet der Storch?

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich die Situation vor einigen hundert Jahren vorstellen. Bei der Wahl des Tieres, der die Babys bringen soll, blieben nicht allzu viele übrig. Exotische Tiere, wie Kängurus, Tiger oder Elefanten kannten die Menschen damals nicht. Tiere, wie Wölfe oder Bären eigneten sich ebenfalls nicht. Sie galten als böse und brutal. Des Weiteren waren die meisten anderen Tiere, so auch andere Vögel, zu klein. Wer würde schon glauben, dass eine Nachtigall ein Baby bringen kann? Der Storch dagegen war ein heimisches Tier, er war den Menschen bekannt und vor allem groß genug, um ein Baby überbringen zu können. Der Klapperstorch ist außerdem eine umgangssprachliche Bezeichnung für den Weißstorch. Weißstörche halten sich meistens in der Nähe von Gewässern und Tümpeln auf. In den Vorstellungen des alten deutschen Volksglaubens galt Wasser als Symbol und als Ursprung für neues Leben. Damals ist man davon ausgegangen, dass im Wasser die Seelen der Kinder wohnten. Möglicherweise wurde ein Zusammenhang mit dem Fruchtwasser im Mutterleib gesehen. Ein weiteres Argument für den Storch als Überbringer von neuem Leben ist seine Leibspeise – Frösche. Der Storch hält sich nämlich vor allem am Wasser auf, um dort Frösche zu fangen. Der Frosch galt bereits im Mittelalter als Fruchtbarkeitssymbol. Des Weiteren kommt der Storch ausgerechnet im Frühjahr, mit dem Erwachen des neuen Lebens, aus seinem Winterquartier in Afrika zurück. Das kann doch kein Zufall sein! Der Storch trug früher auch den Spitzamen „Adebar“. Dieser Name bedeutet übersetzt Glücksbringer und trug somit auch zur Legende des Baby bringenden Storchs bei. Noch heute gelten Weißstörche als Symbol für Glück. Vor allem in Norddeutschland werden nach wie vor Wagenräder auf den Dächern angebracht, damit sich ein Storch dort ansiedeln kann und den Menschen Glück bringt.

Kurios

Tatsächlich gibt es Studien, die einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Störche und der Geburtenrate zeigen. Zwischen 1970 und 1985 ging die Storchenpopulation in Niedersachsen zurück, während gleichzeitig auch die Geburtenrate bei Menschen sank. Ein wirklicher Zusammenhang konnte jedoch nicht bestätigt werden, auch wenn dieses Phänomen heute noch gerne und oft verwendet wird. 
In anderen Ländern wurden jedoch andere Geschichten erfunden, um den Kindern nicht die tatsächliche Entstehung von Babys erklären zu müssen. In Frankreich wurde den Kindern zum Beispiel erzählt, dass Babys in Kohlköpfen heranwüchsen. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte des Klapperstorchs noch heute bekannt. Nun weißt du aber auch wieso.
Wenn du von Störchen nicht genug kriegen kannst, schau dir doch mal unser niedliches "Welcome to the world"- Set an. 

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