Listeriose in der Schwangerschaft – so schützt du dich und dein Kind!

Listeriose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die hauptsächlich durch verunreinigte Lebensmittel ausgelöst wird. Sogenannte Listerien (Bakterien) können sich in bestimmten Lebensmitteln ansiedeln und durch den Verzehr auf den Menschen übertragen werden. In der Regel tritt eine Listeriose eher selten auf. Während einer Schwangerschaft kann eine Listeriose allerdings gefährlich werden – vor allem für das ungeborene Kind. In diesem Beitrag erklären wir dir alles, was du über eine Listerien-Infektion wissen musst und wie du dich und dein Baby davor schützen kannst.

So erfolgt die Ansteckung

Listerien sind vor allem in tierischen Lebensmitteln zu finden. Der Verzehr mit Listerien befallener Lebensmittel kann zu einer Listeriose führen. Listerien sind unglaublich widerstandsfähig, da sie selbst Temperaturen im Tiefkühlfach und sogar bis +45°C ohne Probleme überleben. Das bedeutet, dass sie auch bei kühlen Temperaturen im Kühlschrank nicht absterben und sich dort sogar vermehren können. Lediglich sehr hohe Temperaturen, die zum Beispiel beim Braten, Kochen oder auch Pasteurisieren entstehen, töten die Listerien-Bakterien ab. Allerdings gibt es Lebensmittel, die häufiger von Listerien befallen sind als andere. Zu diesen Lebensmitteln gehören: 

  • Rohmilchprodukte, wie z.B. Brie, Camembert, Ricotta, Feta und Mozzarella

  • Rohes Fleisch und Wurstprodukte, wie z.B. rohes Hackfleisch, Rohschinken, Salami, Teewurst, Pasteten 

  • Verpackte und vorgeschnittene Salate

  • Ungewaschener Salat

  • Roher Fisch (wie Sushi), Muscheln und Meeresfrüchte

  • Angebrochene Konserven und Mayonnaisen

  • Lange im Kühlschrank aufbewahrte Speisen oder Speisen, die schlecht gekühlt wurden

Symptome einer Listeriose

Eine Listeriose ist bei gesunden Menschen in den meisten Fällen ungefährlich. Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem (z.B. Neugeborene, ältere Menschen, Menschen mit chronischen Erkrankungen) oder aber auch bei Schwangeren kann die Infektion dagegen einen schwereren Verlauf annehmen. Da die Listerien-Erreger über die aufgenommenen Nahrungsmittel in das Verdauungssystem gelangen, treten im Magen-Darm-Trakt häufig die ersten Symptome auf. Viele Betroffene klagen auch über grippeähnlichen Beschwerden. 

Folgende Symptome können bei einem leichten Verlauf einer Listeriose auftreten: 

  • Durchfall und Übelkeit

  • Fieber

  • Glieder- und Muskelschmerzen

  • Abgeschlagenheit

  • Ein allgemeines Krankheitsgefühl

In seltenen Fällen kann es auch zu einem schweren Verlauf kommen, wenn sich die Listerien weiter im Körper ausbreiten. Dann kann es zu einer Hirnhautentzündung, einer Blutvergiftung, Entzündungen der Herzklappen oder Gelenke kommen. In der Schwangerschaft sind Frauen besonders anfällig für eine Listeriose. Allerdings kann die Erkrankung ohne weitere Symptome auftreten oder grippeähnliche Beschwerden hervorrufen. 

Gefahr für das ungeborene Kind 

Auch wenn die Listeriose in der Schwangerschaft meistens eher harmlos verläuft oder einige Schwangere sogar gar keine Beschwerden verspüren, ist eine Listerien-Infektion vor allem für das ungeborene Kind sehr gefährlich. Die Erreger können über die Plazenta auf das ungeborene Baby überragen werden. Das kann im schlimmsten Fall zu einer Frühgeburt, zu schweren Schäden oder sogar zum Tod des Kindes führen. Wenn sich das Baby noch im Mutterleib ansteckt, dann wird von einer Frühinfektion gesprochen. Dabei kann es in der ersten Lebenswoche zu einer Blutvergiftung oder einem Atemnotsyndrom kommen. Wenn sich das Kind während der Geburt auf dem Weg durch den Geburtskanal infiziert, dann kann es zu einer Spätinfektion führen. In diesem Fall leiden die Säuglinge häufig unter einer Form einer Hirnhautentzündung. 

So wird eine Listeriose behandelt

Wenn eine Frau während einer Schwangerschaft an Listeriose erkrankt, dann muss sie mindestens drei Wochen lang hoch dosierte Antibiotika wie Amoxicillin oder Ampicillin einnehmen. Je früher die Infektion behandelt wird, desto besser! So kann nämlich verhindert werden, dass die Keime auf das ungeborene Baby übertragen werden. Sollte sich das Kind während der Geburt oder in der Zeit danach mit Listeriose infizieren, dann muss es ebenfalls mindestens drei Wochen lang mit Antibiotika behandelt werden.  

So kannst du eine Listeriose vorbeugen

Wenn Lebensmittel mit Listerien befallen sind, dann ist es weder sichtbar noch kann man es am Geruch erkennen. Die Erreger lassen die Lebensmittel nicht verderben und sind absolut widerstandsfähig. Aus diesem Grund sollten Frauen während deiner Schwangerschaft vollständig auf Rohmilchprodukte, rohes Fleisch und rohen Fisch sowie Wurstprodukte verzichten. Des Weiteren solltest du in der Küche und im Kühlschrank strengstens auf Hygiene achten. Alle Küchenutensilien sollten immer nach Gebrauch gereinigt werden, Spüllappen, Spülschwämme und Spülbürsten sollten regelmäßig ausgetauscht werden und Geschirrhandtücher müssen mindestens bei 60°C gewaschen werden. Achte auch darauf, dass du vakuumverpackte Lebensmittel vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum und vor allem zügig nach dem Öffnen aufbrauchst. Wichtig ist außerdem, dass du alle frischen Lebensmittel, wie Obst, Gemüse und Kräuter immer gut abwäschst. 

Fazit

Eine Erkrankung durch Listerien-Erreger kommt zwar eher selten vor, ist aber für geschwächte Menschen nicht ungefährlich. Besonders während einer Schwangerschaft  stellt eine Listeriose eine Gefahr für das ungeborene Kind dar. Zum Glück kann die werdende Mutter auf bestimmte Lebensmittel verzichten, sodass das Risiko einer Infektion enorm verringert wird. 

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