Eileiterschwangerschaft – Das solltest du darüber wissen!

Aller vier Wochen reifen im Eierstock einer Frau eine oder mehrere Eizellen heran. Bei einem Eisprung wird die Eizelle aus dem Eierstock freigesetzt und in den Eileiter aufgenommen. Nach einer Befruchtung, die meistens im Eileiter stattfindet, wandert das befruchtete Ei normalerweise in die Gebärmutter und nistet sich dort ein, sodass sich das ungeborene Kind optimal entwickeln kann. Wenn sich eine befruchtete Eizelle allerdings außerhalb der Gebärmutter – meist in einem der Eileiter einnistet, wird dies als Eileiterschwangerschaft bezeichnet. In diesem Beitrag erklären wir dir, welche Ursachen und Symptome eine Eileiterschwangerschaft hat und wie sie behandelt werden kann.  

Ursachen einer Eileiterschwangerschaft

Die Ursachen und Risikofaktoren für eine Eileiterschwangerschaft sind meist vielfältig und können nicht immer eindeutig identifiziert werden. Wissenschaftler*innen gehen aber davon aus, dass ein gestörter Eitransport zur Gebärmutter aufgrund eines nicht oder eines nicht vollständig durchlässigen Eileiters verantwortlich für eine Eileiterschwangerschaft ist. Des Weiteren gibt es Risikofaktoren, die einen gestörten Eitransport begünstigen. Zu diesen Faktoren gehören: 

  • Verklebung, Vernarbungen oder Verwachsungen von Eileitern (z.B. durch eine bakterielle Entzündung, wie eine Chlamydien-Infektion)

  • abgeknickte oder infektionsbedingt verengte Eileiter

  • Sackartige Höhlen in der Wand des Eileiters

  • Eileiterpolypen

  • Frühere Eileiterentzündungen

  • Künstliche Befruchtung

  • Endometriose

  • Vorausgegangene Eileiterschwangerschaften

  • Operationen am Bauch oder Becken

  • Rauchen

  • Spirale

Symptome einer Eileiterschwangerschaft

Bei 1% aller Schwangerschaften liegt eine Eileiterschwangerschaft vor. Eine Eileiterschwangerschaft lässt sich in den ersten Wochen ohne Ultraschall nur schwer von einer normalen Schwangerschaft unterscheiden. In den meisten Fällen bleibt ebenfalls die Menstruation aus, ein Spannungsgefühl in den Brüsten und sogar die typische Schwangerschaftsübelkeit können auftreten. Bei einer Eileiterschwangerschaft verspüren die betroffenen Frauen die typischen Schwangerschaftsanzeichen allerdings eher in abgeschwächter Form. Wenn ein Schwangerschaftstest gemacht wird, fällt dieser auch positiv aus, da auch bei einer Eileiterschwangerschaft das Schwangerschaftshormon hCG im Urin nachweisbar ist. Wenn eine Eileiterschwangerschaft vorliegt, kann im Blut allerdings nachgewiesen werden, dass der hCG-Wert zu niedrig bleibt, anstatt stetig anzusteigen, wie es bei einer normalen Schwangerschaft der Fall wäre. Da bei einer Eileiterschwangerschaft die befruchtete Eizelle in einem der beiden Eileiter heranwächst, treten ab der sechsten bis neunten Schwangerschaftswoche oftmals starke und wehenartige Unterleibsschmerzen auf. Des Weiteren können Blutungen, Kreislaufprobleme, Atemnot, eine erhöhte Temperatur und eine sehr berührungsempfindliche Bauchdecke ebenfalls Symptome einer Eileiterschwangerschaft sein. Dennoch unterscheiden sich die Anzeichen einer Eileiterschwangerschaft bei jeder Frau auch immer etwas. Die Beschwerden können außerdem langsam stärker werden oder ganz plötzlich und intensiv auftreten. In den meisten Fällen kann eine Ultraschalluntersuchung in der Frauenarztpraxis ab der 5. Woche zeigen, ob eine Eileiterschwangerschaft vorliegt oder nicht. Eine fortgeschrittene Eileiterschwangerschaft kann der Frauenarzt auch oftmals ertasten, da der Bauchbereich bereits frühzeitig sehr schmerzempfindlich ist. Wenn bei einer Ultraschalluntersuchung nicht eindeutig erkennbar ist, ob eine Eileiterschwangerschaft vorliegt, ist eine Bauchspiegelung notwendig.
In einigen Fällen können bei einer Eileiterschwangerschaft Komplikationen auftreten – besonders, wenn diese zu spät erkannt wird. In diesem Fall kann der Eileiter aufgrund der wachsenden Eizelle reißen, sodass es zu schweren inneren Blutungen kommt. Sehr starke, einseitige und plötzlich einsetzende Unterleibsschmerzen, die bis in den Oberbauch und in den oberen Rücken ausstrahlen können, sind oftmals ein Anzeichen dafür. In solchen Fällen muss immer der Notarzt gerufen werden, da bei einem Eileiterriss Lebensgefahr besteht! Damit es gar nicht erst so weit kommt, solltest du dich bei den ersten Anzeichen einer Eileiterschwangerschaft so schnell wie möglich gynäkologisch untersuchen lassen. 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie eine Eileiterschwangerschaft behandelt werden kann. Die Behandlungsmethode ist aber auch abhängig davon, wie weit die Eileiterschwangerschaft bereits fortgeschritten ist. Der psychische und körperliche Zustand der Betroffenen wird natürlich auch berücksichtigt.

Beobachten und Abwarten:

In einem frühen Stadium der Eileiterschwangerschaft ohne Anzeichen von Beschwerden kann zunächst unter ärztlicher Beobachtung abgewartet werden, ob der Körper das befruchtete Ei während der nächsten Menstruation von selbst wieder abstößt. Da die befruchtete Eizelle im Eileiter nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden kann, ist es möglich, dass der Körper die Eileiterschwangerschaft von alleine beendet. Ob zunächst abwartend und beobachtend vorgegangen wird, muss allerdings die Frauenärztin oder der Frauenarzt entscheiden. 

Medikamentöse Behandlung:

Eine medikamentöse Behandlung ist möglich, wenn die Eileiterschwangerschaft noch im Anfangsstadium und schmerzfrei ist. Die Medikamente sorgen dafür, dass die Schwangerschaft nicht weiter fortschreitet und das befruchtete Ei abgestoßen wird. Frauen, die erneut schwanger werden wollen, sollten nach einer medikamentösen Behandlung ungefähr 6 bis 12 Monate bis zu einer erneuten Schwangerschaft warten, da die Medikamente im schlimmsten Fall z Fehlbildungen des Kindes hervorrufen können. 

Operation:

Wenn die Eileiterschwangerschaft bereits fortgeschritten ist, wird in den meisten Fällen operiert. Dabei wird das befruchtete Ei mithilfe einer Bauchspiegelung aus dem Eileiter entfernt, sodass der Eileiter erhalten bleibt. Die Erhaltung des Eileiters hat vor allem bei jungen und kinderlosen Frauen Priorität. Bei einer Operation besteht allerdings immer das Risiko, dass Vernarbungen an den Eileiter entstehen. Diese Vernarbungen können wiederrum zukünftige Eileiterschwangerschaften begünstigen. Daher ist die medikamentöse Behandlung die schonendere Variante, die aber nur in einem sehr frühen und schmerzfreien Stadium durchgeführt werden kann. 

Fazit

So gesehen kann bei jeder Frau eine Eileiterschwangerschaft auftreten. Es gibt keine Maßnahmen, die eine Einnistung eines befruchteten Eis außerhalb der Gebärmutter hundertprozentig verhindern können. Generell gilt aber, dass bestimmte Risikofaktoren, wie bakterielle Infektionen und Entzündungen der Eileiter, verhindert werden können, indem du dich ausreichend schützt. Wenn es bereits zu Entzündungen oder Infektionen gekommen ist, sollten diese frühzeitig behandelt werden, um Vernarbungen oder Verklebungen der Eileiter zu verhindern. Des Weiteren gilt: Sobald du die Symptome einer Eileiterschwangerschaft verspürst, solltest du dich unbedingt ärztlich untersuchen lassen. Je früher eine Eileiterschwangerschaft erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden und desto weniger Komplikationen treten auf!  

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