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25.07.2021
Geburt

Die richtige Geburtsposition – Welche Möglichkeiten gibt es?

Das klassische Bild der Geburt in Rückenlage ist nach wie vor sehr verbreitet. Tatsächlich ist diese Geburtsposition aber nur eine von mehreren Optionen, die dir bei der Entbindung zur Auswahl stehen. Ziel dabei ist es, eine möglichst schmerzfreie Geburt ohne Komplikationen zu erleben. Voraussetzung dafür ist das Wissen, welche Positionen es überhaupt gibt. 

Richtig ist, was sich gut anfühlt!

Die Frau liegt auf dem Rücken, presst ein paar Minuten und schon eilen die Verwandten zum Bestaunen des neuen Familienmitglieds herbei. So läuft die Entbindung zumindest in den meisten Filmen ab. Aus diesem Grund glauben immer noch viele Menschen, dass es sich bei der Rückenlage auch um die beste oder sogar um die einzig mögliche Geburtsposition handelt. Doch das ist falsch! Es gibt zahlreiche Alternativen, die, ebenso wie der eben beschriebene Filmklassiker, Vor- und Nachteile haben. Im Normalfall wirst du im Zuge der Geburtsvorbereitungskurse ohnehin nochmals über die unterschiedlichen Varianten aufgeklärt. Es ist aber definitiv hilfreich, sich vorab die Positionen vor Augen zu führen, damit du weißt, was im Kreißsaal auf dich zukommt. Viele Frauen spüren instinktiv, welche Körperhaltung in welcher Phase der Geburt einen leichteren Umgang mit den Wehen bieten könnte. Darüber hinaus kann durch bestimmte Gebärhaltungen in Kombination mit gezieltem Einatmen der Geburtsvorgang unterstützt und erleichtert werden. Des Weiteren kann im Verlauf, je nach Phase der Geburt, auch zwischen mehreren Positionen gewechselt werden. Grundsätzlich wird zwischen horizontalen und vertikalen Geburtspositionen unterschieden. Erstere sind die Rücken- und die Seitenlage. Zu letzteren zählen Positionen im Stehen, Hocken, Knien oder auch der Vierfüßlerstand. Ein Vorteil, den praktisch alle vertikalen Haltungen gemeinsam haben, ist das Ausnutzen der Schwerkraft, da das Baby somit zusätzlich nach unten gedrückt wird. Außerdem bieten sie mehr Bewegungsfreiheit und du kannst beispielsweise mit dem Becken kreisen, damit es sich leichter öffnet. Kurzum, die vertikalen Positionen bieten dir die Chance aktiv an der Geburt mitzuarbeiten und sorgen statistisch gesehen auch für eine kürzere Geburt. Horizontale Positionen erlauben dies nicht, haben dafür aber andere Vorteile. Etwa erlauben sie dem medizinischen Personal die bestmögliche Sicht. Außerdem laden sie verstärkt dazu ein, sich in den Wehenpausen etwas zu entspannen. 

Geburt in Rückenlage

Als werdende Mutter liegst du in dieser Position auf dem Rücken, während der Kopfteil des Bettes dabei hochgestellt ist. Da in dieser Haltung die Schwerkraft nicht optimal ausgenutzt wird, kann die Pressphase der Geburt sehr anstrengend und kräftezehrend werden. Die Austreibungsphase dauert in dieser Stellung meist länger und auch der Damm wird im Liegen verhältnismäßig stark belastet, sodass das Risiko eines Dammrisses ist erhöht. In der Austreibungsphase wirst du dann dazu angeleitet die Beine etwas anzuwinkeln und mit den Knien zu umfassen. Dadurch wird das Becken gekippt und der Geburtskanal für deinen Sprössling leichter passierbar. 

Vorteile der Rückenlage:

  • gute Entspannungsmöglichkeiten in den Wehenpasuen

  • optimale Übersicht für Ärzte und Hebammen

  • kräfteschonend im Vergleich zu aktiven Positionen

  • Bei zu schneller Entbindung kann das Tempo verringert werden.

  • Schnelles Eingreifen im Falle eines Kaiserschnitts ist möglich.

Nachteile der Rückenlage:

  • ineffiziente Nutzung der Schwerkraft

  • Der Geburtskanal wird verengt.

  • geringere Effektivität der Wehen

  • Das Becken kann nicht aktiv bewegt werden.

  • insgesamt höhere Dauer der Geburt und gegebenenfalls stärkere Schmerzen
  • erhöhte Dammrissgefahr

  • verstärkter Druck auf die untere Hohlvene, wodurch es zu Kreislaufproblemen und Übelkeit kommen kann

  • schlechtere Sauerstoffversorgung des Kindes als in aufrechter Haltung

Geburt in Seitenlage

Auch die Seitenlage bietet Müttern die Gelegenheit für kurze Pausen zwischendurch, jedoch tritt auch hier die ineffiziente Nutzung der Schwerkraft zu Tage, gegen die zum Teil unter hohem Energieverbrauch angearbeitet werden muss. Andererseits wird die Seitenlage von vielen Schwangeren als sehr angenehm empfunden, da sowohl das Becken als auch die untere Hohlvene entlastet werden. Entscheidest du dich für die Seitenlage, solltest du dich auf die Seite legen, auf der sich der Rücken deines Babys befindet. So erleichterst du ihm den Eintritt in das Becken. Beim Geburtsprozess wird das obere Bein dann angewinkelt und an den Körper gezogen, damit sich das Becken so weit wie möglich öffnet und außerreichend Platz für deinen Nachwuchs bietet.

Vorteile der Seitenlage:

  • Entlastung des Beckens

  • Entlastung der unteren Hohlvene

  • gute Chance für zwischenzeitliche Erholungspausen 

  • Dein Baby kann angeregt werden, die richtige Lage einzunehmen

  • Zu schnelle Entbindungen können abgebremst werden.

Nachteile der Seitenlage:

  • Ineffiziente Nutzung der Schwerkraft

  • verengter Geburtskanal

  • keine Beckenbewegung möglich

  • weniger effektive Wehen

  • eventuell längere und schmerzhaftere Geburt

  • erhöhte Gefahr für einen Dammriss 

Der Vierfüßlerstand

In dieser Position kniet die Schwangere mit gespreizten Beinen. Oberkörper und Arme können dabei auf Wunsch auf einem Polster oder Ähnlichem abgestützt werden. In den Wehenpausen es möglich sich kurz auf die Fersen zu hocken und durchzuatmen. Die Haltung kann auch im Bett eingenommen werden, wodurch der Prozess in eine Höhe verlagert wird, in der auch Ärzte und Hebammen einen guten Zugriff auf das Geschehen haben. Das Becken lässt sich im Vierfüßlerstand gut bewegen, der Beckenausgang öffnet sich leichter und die Belastung des Damms fällt geringer aus. Insbesondere Frauen, die in der Schwangerschaft bereits verstärkt unter Rückenschmerzen gelitten haben, finden diese Position häufig angenehm, da der Rücken entlastet wird. Die vertikale Körperstellung unterstütz darüber hinaus auch das Absinken des Babykopfes und die Öffnung des Muttermundes wird gefördert. Auch die eigene Atmung fällt allgemein leichter, was sich positiv auf die Sauerstoffversorgung des Babys auswirkt. Zu guter Letzt fällt auch der Kraftaufwand geringer aus und sowohl Press- als auch Austreibungsphase verkürzen sich in vielen Fällen. 

Vorteile des Vierfüßlerstandes:

  • Nutzung der Schwerkraft für die Beschleunigung der Geburt

  • viel Bewegungsspielraum für das Becken

  • Die Atmung fällt leichter und auch Wehen lassen sich gut wegatmen.

  • Allgemein viel Beweglichkeit und Feinabstimmung für eine angenehme Position

  • verringerter Druck auf den Damm

  • optimal gegen Rückenschmerzen, dank der Entlastung der Wirbelsäule

Nachteile des Vierfüßlerstandes: 

  • Bei längerer Dauer der Entbindung kann die Position mit der Zeit sehr anstrengend werden

  • Die Schwerkraft wird zwar besser genutzt als im Liegen, jedoch nicht so gut wie im Stehen, Sitzen oder Hocken.

Hocke oder Sitzen

Auch eine sitzende Haltung von wird von vielen Frauen als angenehm während der Wehen beschrieben. Hierbei sind die Möglichkeiten vielseitig, so bietet sich etwa ein Pezziball, ein Hocker oder ein umgedrehter Stuhl, auf dessen Lehne man sich abstützen kann an. Der Beckenausgang wird im Hocken bzw. Sitzen maximal erweitert, was zu Erleichterung der Entbindung beiträgt. Jedoch kann es nach einiger Zeit anstrengend werden, da die Belastung der Knie und des Rückens hoch ist. Die Position eignet sich besonders gut für die Phase der Austreibung.

Vorteile des Sitzens bzw. Hockens:

  • optimale Nutzung der Schwerkraft

  • maximale Weitung des Beckens, was dem Baby auf dem Weg durch den Geburtskanal hilft

  • Die Geburt kann deutlich schneller ablaufen als im Liegen.

  • bestmögliche Sauerstoffversorgung für dein Baby

  • Auch dir wird das Atmen leichter fallen.

Nachteile des Sitzens bzw. Hockens:

  • Der mitunter hohe Druck kann Schmerzen verursachen.

  • Teilweise hohe Anstrengung und Belastung der von Beinen und Rücken, besonders in der Hocke

Geburt im Stehen

Insbesondere, wenn die Wehen in der Eröffnungsphase beginnen, fühlen sich viele Frauen im Stehen sehr wohl. Dafür sorgt unter anderem die Option sich zwischendurch etwas bewegen oder die Beine vertreten zu können. Dadurch kann der Geburtsprozess des Weiteren sogar aktiv vorangebracht werden. Außerdem gibt es in vielen Krankenhäusern Hilfsmittel wie zum Beispiel eine Sprossenwand oder eine Tuchschlaufe an der Decke, an denen du dich gegebenenfalls festhalten kannst. In vielen Fällen kommt es dazu, dass sich Mütter mit fortschreitender Entbindung lieber hinlegen oder hinsetzen möchten, jedoch ist auch die Austreibungsphase in stehender Position prinzipiell möglich. Die Öffnung des Beckens ist dabei erleichtert, wodurch das Durchtreten des Kindes erleichtert wird.

Vorteile der Geburt im Stehen: 

  • optimale Nutzung der Schwerkraft

  • Beschleunigung der Geburt

  • hohe Bewegungsfreiheit

  • weniger Schmerzen, dank des geringeren Drucks auf das Becken

  • geringe Gefahr eines Dammrisses

  • erleichterte Atmung

  • optimale Sauerstoffversorgung des Kindes

Nachteile der Geburt im Stehen:

  • Andauerndes Stehen kann sehr anstrengend werden.

  • Kreislaufprobleme können die Folge sein.

Die Wassergeburt

Bei der Wassergeburt wird das Baby unter Wasser zur Welt gebracht. Die Methode gilt als besonderes sanft, da das warme Wasser viele Vorteile mit sich bringt. Da eine herkömmliche Badewanne aus Gründen des Platzmangels nicht dafür in Frage kommt, bieten viele Krankenhäuser eine Geburtswanne an, die es erlaubt viele verschiedene Positionen im Wasser einzunehmen. Beim Wechseln der Haltung wirkt es sich erleichternd aus, dass das Wasser einen Teil des Körpergewichts trägt. Außerdem wirkt die Wärme grundsätzlich entspannend, lässt den Muttermund einfach öffnen und lindert den Schmerz durch die Wehen. Des Weiteren ist es auch möglich nach der Eröffnungsphase ins Trockene zu wechseln. Der größte Nachtteil einer Wassergeburt ist die eingeschränkte Reaktionsfähigkeit des medizinischen Personals. Kommt es zu Komplikationen, wie beispielsweise einem akuten Sauerstoffmangel, muss die Schwangere schnell ins Trockene verlagert werden, was wiederum wertvolle Minuten kosten kann. Hier liegt auch der Grund, warum diese Art von Geburt nicht durchgeführt wird, wenn eine Ausgangssituation mit gesteigerter Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Problemen vorliegt. Bei einer Frühgeburt ist dies etwa der Fall. 

Vorteile einer Wassergeburt:

  • entspannungsfördernde Wirkung des warmen Wassers

  • schmerzlindernde Wirkung des warmen Wassers

  • leichteres Öffnen des Muttermundes

  • tragende Wirkung des Wassers bei gleichzeitig viel Bewegungsfreiheit

  • verringerte Gefahr eines Dammrisses

  • Das Baby gleitet sanft aus dem Fruchtwasser ist das warme Wasser der Geburtswanne. Der Übergang in die neue Umgebung fällt dadurch schonend aus.

Nachteile eine Wassergeburt:

  • Es ist keine PDA (peridural Anästhesie) möglich. Ebenso kannst du keine stärkeren Schmerzmittel einnehmen.

  • In bestimmten Situationen, wie zum Beispiel Mehrlingsgeburten, Beckenendlage oder bei sehr hohem mütterlichem Blutdruck ist die Wassergeburt nicht möglich

  • verringerte Handlungsschnelligkeit von Ärzt*innnen und Hebammen 
Zoé
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