Zero Waste – So gelingt’s mit Baby

Hinter dem Begriff „Zero Waste“ verbirgt sich ein cleveres Wortspiel, das sowohl „null Abfall“ als auch „null Verschwendung“ bedeutet. Das Konzept dahinter ist, im persönlichen Leben möglichst wenig Abfall zu produzieren und keine Ressourcen zu verschwenden. Ist dieses ambitionierte Vorhaben auch mit einem Baby möglich? In diesem Artikel klären wir dich darüber auf. 

Warum Zero Waste?

In unserer heutigen Gesellschaft hat man sich daran gewöhnt, viele Dinge einfach wegzuwerfen und neu zu kaufen, weil es die bequemste und manchmal sogar die billigere Lösung ist. Den dabei entstehenden Müll und die Schädigung der Umwelt bedenken aber nur wenige. Kein Wunder, da man von den Konsequenzen ja nicht direkt betroffen ist. Die Müllabfuhr bringt unsere Abfälle weg und abstrakte Gefahren wie Klimawandel und schmelzende Polarkappen lassen sich ebenfalls wunderbar verdrängen. Kurzum, sowohl die Struktur unserer Psyche als auch die Konsummöglichkeiten unserer Zeit sind nicht auf den Zero Waste Lebensstil ausgerichtet, da er sich oft gegen das Verhalten mit dem kleinstmöglichen Aufwand richtet. Noch schwieriger wird das Ganze dann, wenn Nachwuchs die Familie bereichert - denn Babys sind zwar selbst noch winzig, produzieren aber eine gewaltige Menge Müll. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist außerdem, dass der durch das Kleine ausgelöste Alltagsstress, die Tendenz zur bequemsten, jedoch aber leider nicht immer unbedingt umweltfreundlichsten Lösung zusätzlich verschärft. Ein Kind auf die Welt zu bringen, es zu behüten und zu erziehen ist schließlich schon fordernd genug, da kann man sich jetzt nicht auch noch um Mutter Natur sorgen, oder? Es soll in diesem Artikel nicht darum gehen, dir vorzuschreiben was richtig und falsch ist. Aber vielleicht hilft es dir, wenn du dich einmal fragst, in was für einer Welt dein Kind aufwachsen soll und was du dazu beitragen kannst, um ihre Schönheit zu bewahren. Völlig egal, ob du dich schon vor der Geburt deines Kindes mit Zero Waste beschäftigt hast oder nicht, im Folgenden geht es darum, mit welchen Tipps und Tricks der Lebensstil auch mit einem Kind realisierbar ist. Vieles davon ist gar nicht so kompliziert, denn die meisten Dinge aus dem schier endlos großen Babymarktsegment braucht dein Kind gar nicht und für die wirklichen Notwendigkeiten gibt es umweltfreundliche Alternativen. 

1. Hautpflege reduzieren

In Punkto Hautpflege ist weniger definitiv mehr. Die Werbeindustrie vermittelt nur allzu gerne den Eindruck, dass die Haut deines Babys nur dann zart, weich und gesund bleibt, wenn man sie mehrfach am Tag mit allerlei Pflegeprodukten einbalsamiert. Das ist sicher nicht der Fall, da die Babyhaut von Natur aus sanft und weich ist. Was außerdem noch viel wichtiger ist: Sie hat ein eigenes Mikrobiom aus Bakterien, das dazu beiträgt, den Körper vor Krankheitserregern und vor Austrocknung zu schützen. Die Instandhaltung dieser sogenannten Hautflora ist ein körpereigener Prozess, der durch das zu häufige Einreiben mit körperfremden Substanzen gestört werden kann. Allein das Reduzieren der Menge führt also zu deutlich weniger Verbrauch an künstlich hergestellten Produkten und Verpackungen. Eine natürliche Alternative für die Hautpflege ist Kokosöl, welches viele Nährstoffe enthält und eine desinfizierende Wirkung hat. Die handelsüblichen Feuchttücher, die nach einmaligem Gebrauch weggeworfen werden, können in den meisten Situationen übrigens einfach durch waschbare Stofftücher ersetzt werden. Sind nur die Hände schmutzig, könnt ihr euch auch zusammen ganz normal die Hände am Waschbecken waschen, anstatt gleich zum Feuchttuch zu greifen. Das plätschernde Wasser wird deinem Kind wahrscheinlich sogar mehr Spaß machen. 

2. Stoffwindeln oder gleich windelfrei

Im Schnitt benötigt jedes Kind circa 4000 Windel, bis es selbst aufs Töpfchen gehen kann. Allein die 778.100 Neugeborenen im Jahr 2019 werden also weit über 3 Milliarden Windeln verbrauchen. Da Windeln nicht aus natürlichen Materialien bestehen, benötigen sie rund 500 Jahre, um abgebaut zu werden. Es gibt allerdings wiederverwendbare Stoffwindeln, beziehungsweise Windeln aus anderen natürlichen Materialien, die zum Teil über äußerst ausgeklüngelte Mechanismen verfügen. Der Windelfrei-Ansatz ist für alle besonders motivierten Umweltschützer*innen eine weitere Option, die außerdem noch andere Vorteile hat.

3. Keine Flut an Spielsachen

Dass es dem Nachwuchs an nichts fehlt, ist das Ziel aller Eltern. Die Gleichung je mehr Spielzeug, desto glücklicher der Sprössling geht jedoch nicht auf. Dein Kleines unterscheidet nämlich nicht zwischen Spielzeugen und anderen Gegenständen. Die Hauptsache ist, dass dein Sprössling die eigenen Sinne daran ausprobieren kann und das Spielen zur Entwicklung beiträgt. Gib deinem Kind also lieber einen Gegenstand, der sich interessant anfühlt als noch ein weiteres Plastikspielzeug. Generell sind nachhaltig produzierte Spielzeuge aus natürlichen Materialen zu bevorzugen. Sobald etwas nach Chemie riecht, solltest du die Finger davonlassen. 

4. Babynahrung beachten

Das Thema Ernährung spielt immer eine große Rolle. Dementsprechend lässt sich auch hier einiges beeinflussen. Dein Kind zu Stillen ist der erste große Zero Waste Pluspunkt, da dabei keinerlei Müll produziert und nichts verschwendet wird. Außerdem hat es auch sonst viele Vorteile. Babybrei lässt sich außerdem mit wenig Aufwand selbst herstellen. Bei dieser Variante kannst du saisonales Obst und Gemüse verwenden und nach Belieben kombinieren. Im Herbst eignet sich Kürbis zum Beispiel gut. Der Brei sollte ungewürzt sein und außerdem empfiehlt es sich, Gemüse eher anzudünsten als anzubraten, damit die Vitamine besser erhalten bleiben. Apropos Vitamine: Die immer beliebteren Quetschies sind nicht nur ungesund und enthalten viel zu viel Zucker, es handelt sich meistens auch um sehr kleine Mengen in einer Plastiktüte. Quetschies sind also zweifellos ein absolut entbehrliches Produkt. 

5. Ab und zu mal Second Hand

Du musst dein Kind nicht gleich komplett mit gebrauchten Klamotten ausstatten, was wahrscheinlich ohnehin nicht möglich sein wird. Analog zum aktuellen Vintage-Trend kannst du aber auch für deinen Sprössling das ein oder andere gebrauchte Kleidungsstück finden. Das Stöbern macht Spaß und man bekommt durchaus das ein oder andere Stück, das neu vielleicht zu teuer wäre. Falls du mehr als ein Kind hast, versteht es sich mehr oder weniger von selbst, dass viele Kleidungsstücke und anderes vom älteren an das jüngere Geschwisterkind weitervererbt werden. Beim Kauf von Neuware solltest du auf die verwendeten Materialen achten. Biobaumwolle ist nachhaltig und schützt die Haut. Diverse Zertifikate erleichtern dir die Orientierung. Die Optimierungsmöglichkeiten beim Zero Waste Lebensentwurf sind alles in allem nahezu unendlich. Hast du aber erstmal begonnen, dich mit der Thematik zu befassen, macht es dir vielleicht sogar Freude immer tiefer in die Materie einzudringen. Der Umwelt etwas Gutes zu tun ist schließlich ein schönes Gefühl und etwas über Produktionsbedingungen, Inhaltsstoffe und Materialien zu lernen macht Spaß und stattet dich mich nützlichem Wissen aus.

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