Kennst du die Angst vor der Schwangerschaft? Wir erklären dir alles rund um die Tokophobie!

Wusstest du, dass nicht wenige Frauen panische Angst vor einer Schwangerschaft haben? Studien zufolge können die Auswirkungen einer Tokophobie bei rund 13 Prozent aller Frauen dazu führen, eine Schwangerschaft um jeden Preis zu verhindern. Sechs Prozent der betroffenen Frauen weisen sogar eine pathologische Angst auf, sobald sie an die Schwangerschaft sowie die darauffolgende Geburt denken. Wir erklären dir alles, was du zur Tokophobie wissen musst!

Welche Ursachen liegen der Tokophobie zugrunde?

Mediziner klassifizieren die Angst vor der Schwangerschaft als eine Art Angststörung, wobei Therapeuten zusätzlich zwei Formen der Tokophobie voneinander abgrenzen. So leiden Frauen, die noch nie ein Kind gebärt haben, an der primären Tokophobie. Eine sekundäre Tokophobie entsteht, wenn du eine traumatische Geburt erlebst oder gar den Verlust deines Neugeborenen verarbeiten musst. Wenn du Probleme in deiner Partnerschaft erlebst oder die Ängste deiner Mutter überträgst, kann daraus ebenfalls eine Form der Schwangerschaftphobie entstehen. Diese bezeichnen Ärzte in medizinischen Kreisen als „postpartale Depressionen“.

So individuell ausgeprägt die Angsterscheinungen sind, so vielseitig sind die Gründe, warum du eine Tokophobie entwickeln kannst. So bereiten vielen Frauen beispielsweise die körperlichen und seelischen Veränderungen, die eine Schwangerschaft mit sich bringt, Angst. Schwangerschaftsstreifen und Wasserablagerungen sind nur zwei davon. Oftmals plagt die werdenden Mütter das Gefühl, eine Art „Fremdkörper“ in sich zu tragen. Als häufigste Ursache für die Angst vor der Schwangerschaft kommen Versagungsängste in Betracht. Vielleicht bist du der Meinung, deinem Kind nicht genug bieten, es nie richtig versorgen zu können. Auch der Zeitpunkt, an dem die Tokophobie entsteht, ist  höchst unterschiedlich. Einige Frauen verspüren sie schon während der Pubertät, andere erst schleichend im Laufe der Jahre.

Wie erkennst du, dass du an einer Tokophobie leidest?

Du erkennst die Tokophobie anhand unterschiedlicher körperlicher und seelischer Beschwerden. Wenn du an einen oder mehreren der folgenden Symptome leidest, könntest du eine pathologische Tokophobie entwickelt haben:

  • Du leidest an unkontrollierten Schweißausbrüchen, sobald dir eine Schwangerschaft in den Sinn kommt.

  • Du bekommst beim Gedanken an ein Baby Atemprobleme, Verspannungen oder Schwindelanfälle.

  • Vielleicht leidest du zusätzlich an einem hohen Blutdruck und bemerkst depressive Verstimmungen.

Falls du solche oder ähnliche Beschwerden bemerkst, raten wir dir, professionellen Rat einzuholen. Die Angst vor der Schwangerschaft lässt sich, wie jede Phobie, therapieren! Schämen solltest du dich für deine Angst vor einer Schwangerschaft nicht. Denn anders als du denkst, leiden viele Frauen unter einer Schwangerschaftsphobie oder entwickeln tiefgreifende Ängste vor der Geburt. Wichtig ist jedoch, dass du dich therapeutisch behandeln lässt. Nur so kannst du die Ursache deiner Ängste ergründen. Manchmal kann es dir sogar schon helfen, einfach offen und ehrlich über die Angst zu sprechen.

Können auch an Tokophobie leidende Frauen Kinder gebären?

Selbstverständlich! Glücklicherweise schaffen es viele Frauen trotz ihrer Angst vor der Schwangerschaft, Kinder zur Welt zu bringen. Sie schaffen es, indem sie mit ihrer Angst nicht allein gelassen werden. Sowohl von Therapeuten, als auch vom Partner erfahren sie die notwendige Fürsorge. Positive Gefühle wie Bindungsstärke und Sicherheit sind hierfür von entscheidender Bedeutung. Allerdings sind die Behandlungsansätze nicht in allen Ländern gleich: So setzt etwa eine in Frankreich etablierte Behandlungsform auf die heilende Wirkung der Berührungen. In Schweden hingegen können die betroffenen Frauen sehr früh eine enge Bindung zu Hebammen, Ärzten oder Krankenschwestern entwickeln. Dies führt dazu, dass sie sich von Anfang an sicher und begleitet fühlen. 

Was kannst du selbst gegen eine Angst vor der Schwangerschaft tun?

Oftmals hast du es zum Teil auch selbst in der Hand, etwas gegen deine Schwangerschaftsangst zu tun. Damit die Angst nicht dein Leben beherrscht und deine Partnerschaft beeinträchtigt, helfen einfache Methoden und Übungen:

  1. Muskelentspannung

    Mit Muskelentspannungsübungen kannst du körperlichen Beschwerden wie Verspannungen oder Panikattacken entgegenwirken. Oftmals rauben dir nämlich die angespannten Muskeln, ohne dass du es merkst, Energie und Lebensfreude.

  2. Akupunktur

    Falls du extreme körperliche Beschwerden hast, könnte eine Akupunktur helfen. Durch die Nadeln auf deiner Haut kannst du den Kreislauf aus Schmerz und Angst durchbrechen. Wenn du aber Angst vor Nadeln im Allgemeinen hast, ist diese Technik nicht die richtige für dich.

  3. Psychosomatische Übungen

    Fast alle Ängste haben einen tiefen, emotionalen Ursprung. Hier können die psychosomatischen Übungen ansetzen. Vielleicht kann dir das Wissen über die Vorgänge bei Schwangerschaften und Geburten helfen, dich von deinen Ängsten loszusagen. Hierfür kannst du beispielsweise einer Schwangerschaftsgymnastik beiwohnen oder Gespräche mit Hebammen und Ärzten führen. Möglicherweise lässt sich deine Angst eindämmen, wenn du mehr Informationen erhältst.

  4. Den Partner einbinden

    Auch deinem Partner kommt bei deiner Angst vor Schwangerschaft eine wichtige Rolle zu. Sein Verhalten kann deine Angst entweder vergrößern oder minimieren. Ein Partner, der jederzeit während deiner Schwangerschaft an deiner Seite steht, vermittelt dir ein sicheres Gefühl. Der Gedanke, jederzeit eine Schulter zum Anlehnen zu haben, beruhigt ungemein. Möglicherweise kann schon deine stabile Partnerschaft dabei helfen, deine Ängste abzubauen.

  5. Sprich mit Gleichgesinnten

    Ein Gespräch mit anderen Gleichgesinnten kann Wunder wirken! Vielleicht gibt es ja Frauen, die ihre Ängste überwunden haben und davon zu berichten wissen? Du wirst sehen: solche Erfahrungsberichte können enorm beruhigend sein. Wenn du weißt, wie viele Frauen sich vor dir von ihren Ängsten losgesagt haben, blickst du deinen Ängsten gelassener entgegen.

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