Homöopathie in der Schwangerschaft - Das solltest du wissen

Die neunmonatige Schwangerschaft ist eine unvergleichbare Extremsituation, in welcher der weibliche Körper an die Grenzen seiner Belastbarkeit stößt. Sie wird oft begleitet von Beschwerden wie starker Übelkeit, Blähungen, Blutungen, Verstopfung, Hämorrhoiden, Ekzeme, Herzkreislaufstörungen, Nervosität, Rücken- und Gelenkschmerzen und Schlafstörungen. Die psychische Belastung ist zum Teil ebenfalls sehr hoch. Diese Symptome sind jedoch gewissermaßen normal und gehören zur Schwangerschaft einfach dazu, trotzdem fragen sich Betroffene was sie tun können um ihnen etwas entgegen zu wirken. Viele Medikamente stellen dabei keine Option dar, da sie über die Plazenta in den Körper des Kindes gelangen und so zur Gefahr für das fragile junge Leben werden können. An diesem Punkt soll die Homöopathie Abhilfe schaffen, allerdings gibt es dabei einiges zu beachten! Im Folgenden möchten wir dich darüber aufklären was Homöopathie ist, was sie bringt und wie man sie am besten anwendet.

Die Geschichte der Homöopathie

Die Homöopathie erfreut sich seit geraumer Zeit einer immer größer werden Beliebtheit. Sie verspricht eine wirkungsvolle Alternative zu chemisch hergestellten Medikamenten zu sein und soll darüber hinaus eine individuelle und sanfte Wirkungsweise ermöglichen. Sie wurde im 18. Jahrhundert vom deutschen Arzt Samuel Hahnemann erfunden und funktioniert nach dem sogenannten Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass der Patientin eine geringe Dosis von einem Stoff verabreicht wird, der bei einer Person ohne Beschwerden eben genau diese Beschwerden auslösen würde. Frei nach dem Motto bekämpfe Gleiches mit Gleichem. Die Homöopathie glaubt an die Heilkraft der Pflanzen und bedient sich meist an Wirkstoffen aus der Natur. Außerdem predigt sie eine enge Verbundenheit von Körper und Psyche, die häufig von konservativen Medizinern noch unterschätzt wird.

Homöopathie und Schwangerschaft

Wir geben dir jetzt mal ein Beispiel: Eine schwangere Frau steht unmittelbar vor der Entbindung ihres Kindes. In dieser extremen Stresssituation reagiert sie gereizt und aggressiv. Sie bäumt sich auf, ist verkrampf und praktisch nicht in der Lage den Anweisungen der Hebamme zu folgen. Die Geburt kann dadurch massiv erschwert werden und im schlechtesten Fall sogar einen Notkaiserschnitt erfordern. Die Homöopathie würde nun behaupten, dass es ein Mittel gibt, das genau mit diesen Symptomen in Verbindung steht und diese in einer normalen Situation auslösen würde. Das Mittel heißt Chamomilla und wird in Form von Globuli verabreicht. Laut der Homöopathie wird sich die Schwangere nach der Einnahme beruhigen und somit zuversichtlich und entspannt werden. Dadurch kann sie die Ratschläge der Hebamme besser umsetzen und das Risiko für Komplikationen sinkt.

Wenn du dich jetzt fragst, ob du das Ganze unglaublich oder doch eher unglaubwürdig findest, dann lass dir gesagt sein, damit bist du nicht allein. Die Homöopathie ist nämlich sehr umstritten und wird kontrovers diskutiert. Die einen halten sie für ein unterschätztes Wundermittel, die anderen für eine Masche zur Abzocke von naiven Esoterikern. In der Tat möchten wir dich an dieser Stelle davor warnen, dich von vermeintlichen Wundermitteln vorschnell beeindrucken zu lassen, denn es gibt keine wissenschaftlich nachgewiesenen Beweise für die Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln, abgesehen vom Placeboeffekt. Als Placeboeffekt bezeichnet man die heilende Wirkung eines Medikamentes, das keinen Wirkstoff enthält. Dadurch, dass der Patient lediglich glaubt, dass er ein Medikament zu sich genommen hat, tritt eine heilende oder lindernde Wirkung auf. Das klingt verrückt, funktioniert aber genau nach diesem Prinzip. Bestimmt ist dir beim Lesen grade aufgefallen, dass man das oben beschriebene Beispiel also auch genauso gut auf den Placeboeffekt zurückführen kann und nicht auf die Inhaltsstoffe der Globuli. Außerdem zeigt sich hier sehr gut, warum so viel über Homöopathie gestritten wird.

Immerhin sind sich der Placeboeffekt und die Homöopathie einig, dass es einen starken Zusammenhang zwischen Psyche und Körper gibt. Es darf allerdings bezweifelt werden, dass der Placeboeffekt noch funktionieren würde, wenn man einer Patientin zuvor sagt, dass ihr das Mittel vom Inhalt her eigentlich gar nicht helfen kann.

Der andere zentrale Aspekt der Homöopathie ist ihre große Naturverbundenheit. Sie bedient sich sehr gerne der Heilkraft der Pflanzenwelt und setzt auf Wirkstoffe aus der Natur. Wie bereits erwähnt ist die medizinische Wirksamkeit dieser Stoffe durchaus fragwürdig, jedoch ist es kaum zu bestreiten, dass Substanzen und Stoffe, die wir zu uns nehmen auch immer einen Effekt auf unseren Körper haben und darüber hinaus sind manchem Pflanzen grade zu berühmt für ihre Wirkung auf den menschlichen Organismus. Beispielsweise wird schwangeren Frauen unbedingt davon abgeraten Tee zu trinken, der Huflattich enthält, denn dieser könnte beim Fetus zu einem Verschluss der Lebervene führen und beim ungeborenen Kind eine tödliche Leberzirrhose verursachen.

Deshalb möchten wir dir an dieser Stelle eine Liste von Kräutern und Gewürzen an die Hand geben, die während einer Schwangerschaft mit größter Vorsicht bzw. in keinen großen Mengen konsumiert werden sollten:

- Basilikum und Beifuss

- Bohnenkraut und Brunnenkresse

- Eisenkraut und Estragon

- Herzgespann und Kümmel

- Liebstöckel und Majoran

- Muskat und Mutterkraut

- Petersilie und Poleiminze

- Rainfarn und Raute

- Rosmarin und Salbei

- Safran und Thymian

- Wacholder und Zimt

Auch wenn die Dosis bei homöopathischen Mittel meist sehr gering ist, gilt für schwangere Frauen grundsätzlich eine erhöhte Alarmbereitschaft bei allem was Körper und Geist beeinflussen kann. Aus diesem Grund sollten homöopathische Mittel nicht eigenmächtig eingenommen werden, sondern die Beratung von einem Arzt oder einem anerkannten Homöopathen eingeholt werden. Völlig egal ob du nun an die heilende Kraft der Homöopathie glaubst oder nicht, Globuli und Co. fallen in Deutschland unter das Arzneimittelgesetzt, weshalb man keinesfalls leichtsinnig damit umgehen sollte. Es mag Fälle geben, bei denen die Homöopathie viel Positives bewirken konnte, aber manchmal kann vielleicht auch eine gesunde Lebensweise mit einer gesunden Ernährung, Bewegung und etwas Entspannung mit den Liebsten wahre Wunder vollbringen...

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