Windelfrei erziehen: So gelingt es deinem Baby und dir

Hast du dich schon einmal gefragt, ob es möglich ist, dass dein Baby auch ohne Windel trocken wird?

Zwei Gegenfragen:

Was meinst du, welche Art Windeln vor hunderten von Jahren verwendet wurden? Oder: Was glaubst du, wie die Babys in afrikanischen Urvölkerstämmen auch heutzutage noch trocken werden? Mit Windeln jedenfalls nicht.

Die grundsätzliche Frage wäre somit leicht mit einem „na klar können Babys auch ohne Windeln trocken werden“ beantwortet. Doch nun von der Theorie zur Praxis oder zu der EINEN Frage, die du dir jetzt mit Sicherheit stellst: „Wie schaffe ich es denn bitte, dass mein Baby ohne Windeln auskommt?“

Wir möchten dir genau das in diesem Artikel erklären.

Was bedeutet "windelfreies Erziehen"?

Die meisten Eltern beginnen das Sauberkeitstraining mit ihren Kindern erst recht spät, etwa im Alter von zwei bis drei Jahren – teilweise sogar noch später. Warum auch nicht? Windeln sind praktisch und erleichtern den Alltag erheblich. Wenn du jedoch möchtest, dass dein Kind ohne das Windelpaket (egal ob aus Papier oder Stoff) aufwächst, bedeutet dies, von Anfang an ohne das Hilfsmittel „Windel“ auszukommen.

Im besten Fall hältst du dein Kind über die Toilette oder über ein Töpfchen. Einige Eltern erleichtern sich das Abhalten, indem sie ihr Kind über das Waschbecken halten. Und im Freien halten Büsche und Wiesen her.

Das Grundprinzip klingt recht simpel. Aber die Umsetzung?

Wie du erkennst, ob dein Baby mal muss

Wir können förmlich sehen, dass du dir mit dem Zeigefinger fragend über dein Kinn wischst und deine Stirn runzelst. Tja, wie erkenne ich denn jetzt, ob mein Baby mal Pipi muss?  

Zugegeben, das erfordert einige Übung. Aber nach kurzer Zeit wird es dir sonnenklar sein: Dein Baby wendet eine simple und vor allem natürliche Körpersprache an, wie es die Kinder in den ostafrikanischen Ländern heute noch tun.

Das sind die sichersten Anzeichen dafür, dass es dein Baby eilig hat, sich zu erleichtern:

  • Es wird ohne ersichtlichen Grund unruhig
  • Es möchte nicht an die Brust oder unterbricht das Trinken
  • Es zieht die Beine an
  • Es beginnt zu schreien
  • Es krampft den Bauch zusammen 
  • Es gibt ein quakendes Geräusch von sich

Je öfter du dich mit diesen „Warnsignalen“ auseinandersetzt, desto leichter wird es dir fallen, die Dringlichkeit deines Babys zu erkennen.

Tipp: Wenn du dich für die windelfreie Erziehung entscheidest, beginne am besten innerhalb der ersten vier Lebensmonate damit. Wer gleich nach der Geburt startet, hat die besten Chancen auf Erfolg.

Okay, ich erkenne die Signale - und wie geht es weiter?

Sobald du eines der Signale – oder sogar mehrere – wahrnimmst, hältst du dein Kind ab, über der Toilette, im Busch oder über dem Töpfchen. Ganz egal wo, Hauptsache du reagierst schnell.

Es ist für die Kommunikation zwischen dir und deinem Kleinen immens wichtig, dass ihr ein Signalwort (oder ein anderes Zeichen) vereinbart. „Pipi“ oder „Kaka“ sind beliebt und werden gern verwendet, da kleine Kinder diese Worte frühzeitig gut aussprechen können.

Hältst du dein Kind ab, sagst du beispielsweise: „Pipi“. Es wird nur wenige Male dauern, bis dein Baby verstanden hat, dass „Pipi“ bedeutet „jetzt bitte laufen lassen“. Es assoziiert also mit dem Abhalten und dem Signalwort, dass es jetzt an der Zeit ist, die Blase zu entleeren.

Der Vorteil an dieser Methode ist, dass du sie vorbeugend anwenden kannst. Wenn du denkst, es sei mal wieder an der Zeit für ein kleines oder großes Geschäft, halte dein Baby ab und sag das Signalwort. Im besten Fall tritt das gewünschte Ergebnis ein und falls nicht, wartest du auf die nächste Gelegenheit und beobachtest weiterhin die Signale deines Babys.

Windelfrei erziehen - Die größten Vorteile

  • Du sparst extrem viel Geld für den Kauf von Windeln ein. Das Geld kannst du sicher anderweitig für dein Baby verwenden
  • Du vermeidest die Windeldermatitis, die für dein Baby unangenehm sein kann
  • Die Bindung zwischen dir und deinem Kind ist intensiv, da ihr gegenseitig eure Körpersignale besser wahrnehmt
  • Die Kommunikation ist von Anfang an stabil und angenehm
  • Eine spätere, erneute Sauberkeitserziehung ist nicht notwendig

Muss es wirklich komplett windelfrei sein?

Natürlich nicht. Viele der Eltern, die ihre Babys windelfrei erziehen, greifen trotzdem auf Windeln zurück. Es geht schließlich vorrangig darum, auf die Signale des Kindes zu achten und dann schnell zu handeln. Siehst du, dass dein Baby sich erleichtern muss, reagierst du blitzschnell, entfernst die Windel und hältst dein Kleines ab.

Falls es einmal nicht klappt, bietet die Windel dennoch Sicherheit.

Da die meisten Babys zudem nachts fest schlafen und hierdurch kaum wahrnehmbare Signale zu sehen sind, kann sich die Windel nachts als vorteilhaft erweisen.

Sinnvolle Utensilien für die windelfreie Erziehung

Im Grunde benötigst du rein gar nichts, um dein Baby windelfrei zu erziehen, mal abgesehen von etwas Zeit. Dennoch kann sich die Anschaffung der folgenden Utensilien als sinnvoll erweisen:

  • Töpchen oder Eimer
  • Hosen, die sich schnell herunterziehen lassen

Ich bin berufstätig: was tun?

Für Mütter in Elternzeit oder Hausfrauen mag die windelfreie Erziehung ja funktionieren. Aber klappt das auch bei mir, wenn ich berufstätig bin? 

Hast du dich das auch schon gefragt?

Wir können dich beruhigen. „Windelfrei erziehen“ heißt nicht, dass du diese Methode 24 Stunden täglich anwenden musst. Wenn du erst nach Feierabend Zeit hast, dein Baby abzuhalten und es vorher in der Kindergrippe untergebracht ist, ist das überhaupt kein Problem. Nutze die freie Zeit, denn auch dies kann sich auf die Bindung zu deinem Baby, auf die Kommunikation zwischen euch und auf das Wohlbefinden deines Kleinen positiv auswirken.

Kennst du schon? >> 25 Gründe dafür, dass Elternsein toll ist!

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