Wenn das Kind nicht teilen will – Hilfreiches zum Teilen lernen

Möchtest du manchmal die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn dein Kind mal wieder nicht das Spielzeug im Sandkasten teilen möchte? Dieser Egoismus, der bei den Kleinen häufig ab dem ersten Lebensjahr auftritt, ist völlig normal, dennoch aber ärgerlich. Doch warum wollen die Kids denn eigentlich nicht teilen und was können die Eltern dagegen tun?

Warum will mein Kind nicht teilen?

Zwischen dem 18. Lebensmonat und dem 4. Lebensjahr können Situationen auf dem Spielplatz, im Kindergarten oder im Kinderzimmer schnell eskalieren, sobald es um das Teilen oder das Abgeben von Dingen geht. Dieses 'Das gehört mir!'-Verhalten ist jedoch ein völlig normaler Entwicklungsschritt der Kleinen, der natürlich auch vorbei geht. Es gibt zahlreiche Gründe dafür, warum der Sprössling einfach nicht teilen möchte:

1. Das Kind als Nabel der Welt

Wahrscheinlich ist dein Sprössling unheimlich wertvoll und an einigen Tagen tatsächlich der Nabel deiner Welt. Auch das Kind selbst sieht sich als König des eigenen, kleinen Universums und möchte deshalb nicht so gerne etwas vom großen Besitz mit anderen Kindern teilen. Außerdem wird dem Sprössling die echte Bedeutung von 'mein' und 'dein' noch nicht bekannt sein.  

2. Besitz zu ergreifen und zu verteidigen liegt in der Wiege

Etwas abzugeben und Dinge zu teilen muss erst gelernt werden! Schließlich bekommt jeder Mensch seit der Steinzeit ein gewisses Maß an Egoismus in die Wiege gelegt. Zur damaligen Zeit war es überlebenswichtig, sein Hab und Gut zu verteidigen. Das dies nun nicht mehr der Fall ist, müssen die Kleinen erst einmal vermittelt bekommen.

3. Dinge machen den Besitzer mächtig

Es ist nicht das nette Lächeln oder der tolle Humor, der einen Menschen für das Kind mächtig und gut machen. Viel mehr sind es die Dinge, welche ein Kind mit einem Menschen identifiziert. Hat der Spielkamerad also ein glänzendes, rotes Spielzeugauto, steht dies automatisch stellvertretend für die Macht des Spielpartners. Und welches Kind möchte nicht auch diese tolle Macht über das schöne Spielzeug haben?

4. Das richtige Gespür muss man haben

Der Sprössling kann kaum glauben, dass andere Kinder traurig werden, wenn das Spielzeug nicht mit ihnen geteilt wird. Die Wahrnehmung von Gefühlen ist für Sprösslinge dieses Alters noch schwierig. Deshalb kann es ja gar nicht schlimm sein, wenn der Kampf um die Puppe in Tränen endet, oder?

Tipps, um das Teilen zum Vergnügen zu machen

In den meisten Situationen kann das fehlende Sozialverhalten der Kleinen recht unangenehm werden. Damit dies aber nicht die schöne Spielzeit mit Freunden gefährdet, kannst du mit einigen Tipps dagegenwirken:

1. Kritik ist nicht das richtige Mittel

Vielleicht löst der 'Geiz' deines Knöpfchens manchmal Ärger in dir aus. Du bist es wahrscheinlich nicht gewöhnt, dass Teilen so schwer sein kann. Dennoch solltest du dein Kind niemals hierfür bestrafen oder es gar dazu zwingen, etwas abzugeben. Das endet sehr wahrscheinlich in Turbulenzen und Widerstand. Es ist besser, wenn du das Kind lobst, sobald es teilt und es nicht bestrafst, wenn es nicht teilen will.

2. Einen Streit vorbeugen

Wenn Besuch erwartet wird, können bereits einige Vorbereitungen getroffen werden, damit die Situation am Ende nicht eskaliert. So kannst du das liebste Spielzeug, welches dein Sprössling auf keinen Fall abgeben möchte, sicher verstauen. Es können Spiele vorbereitet werden, bei denen die Kids zusammenspielen und alle Spielzeuge von beiden genutzt werden können. Zudem kann der Besuch natürlich auch eigene Spielsachen mitbringen.

3. Respekt zeigen

Als Mutter oder Vater hast du natürlich das Recht, den Buntstift vom Kind mal eben zu benutzen. Dein Sprössling wird das allerdings gar nicht gutheißen. Es heißt, immer zu fragen, ob das Kind diesen oder jenen Gegenstand abgeben und kurz verleihen kann. Das fördert Respekt. Gleiches sollten auch die Geschwisterkinder tun. Wenn das Kind ablehnt, sollte das ebenso respektiert werden!

4. Die Eltern als Vorbild

Für dich ist es sicherlich das Normalste der Welt, Dinge mit deinem Kind zu teilen. Das ist auch gut so, denn der Sprössling wird die Eltern als Vorbild in jeder Lebenslage ansehen. Wenn du deinen Teller Kuchen mit ihm oder ihr teilst, deine Kleidung zum Spielen verleihst und auch dem anderen Elternteil einmal mehr das Auto, den Schal oder die Mütze ausborgst, wird sich dein Knöpfchen bald umsehen.

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