Wie verändern Kinder die Beziehung?

Die Geburt deines Babys ist sicherlich einer der schönsten Momente für dich. Ein neues Leben in den Händen zu halten, den Anblick zu genießen und festzustellen, dass das kleine „Würmchen“ von nun an dein ständiger Begleiter sein wird, ist wirklich atemberaubend.

Ja, dein Baby stellt deine ganze Welt – und die Welt deines Partners – komplett auf den Kopf. Machen wir uns also nichts vor: Auf die Beziehung wird die Geburt einige ungeahnte Auswirkungen haben.

Wie sich die Beziehung der meisten Paare nach der Geburt eines Babys verändert, darauf möchten wir nachfolgend eingehen. Außerdem geben wir dir wichtige Tipps, mit denen die Paarbeziehung in Schwung bleibt.

Der Alltag verändert sich!

Du wirst schnell feststellen, dass der Alltag mit Kind ein vollkommen anderer ist, als ein Leben ohne Kind. Du denkst von nun an für eine weitere Person. Du beschützt dein Kind. Du sorgst für dessen Wohl. Und du wirst wahrscheinlich für einige Zeit zuhause bleiben, Job hin oder her. Der Fokus liegt für die meisten Frauen erst einmal auf der Erziehung des Kindes.

Selbstverständlich ist es auch möglich, dass der Vater des Babys sich um dessen Erziehung kümmert, auch wenn das selbst in der heutigen Zeit noch vergleichsweise selten vorkommt. Dennoch verändert sich hierdurch der komplette Tagesablauf.

Die Partnerschaft muss neu ausgerichtet werden!

Die neue Herausforderung, ein Baby zu erziehen, zu lieben, mit ihm zu spielen und sich um all seine Bedürfnisse zu kümmern, ist das größte Glück der Welt. Und doch ist es mit jeder Menge Stress verbunden. Die komplette Umstellung des altbekannten Tagesablaufes sorgt für zusätzliche Herausforderungen. Dass sich dies auf die partnerschaftliche Beziehung auswirkt, ist kein Wunder.

Viele Paare haben bereits kurz nach der Geburt keinerlei Beziehung mehr. Sie leben leider aneinander vorbei und nehmen sich als Paar kaum noch wahr. Der gesamte Fokus ist auf die Bedürfnisse des Kindes gerichtet. Auch die Vorstellungen vieler Eltern gehen so weit auseinander, dass das Baby scheinbar eine Kluft zwischen seine Eltern treibt. Dies alles geschieht unbeabsichtigt und dennoch kann sich hierdurch viel Frust aufstauen, sodass die eine oder andere Partnerschaft an der neuen Herausforderung zerbricht.

Soweit muss es jedoch nicht kommen!

Es gibt viele Wege und Möglichkeiten, die Beziehung dauerhaft auf einem zufriedenstellenden Niveau zu erhalten. Die Grundvoraussetzung ist allerdings, dass beide Elternteile sich darüber einig sind, die Partnerschaft auch tatsächlich auf diesem Niveau erhalten zu wollen.

Wie dies gelingt? Dazu haben wir dir nachfolgend einige Tipps zusammengestellt.

Das Verständnis füreinander ist wichtig!

Die Freude über das Baby ist ohne Zweifel groß. Trotzdem sollten wir nicht vergessen, dass die Geburt und die Erziehung des Kindes mit Höhen und Tiefen verbunden ist. Die Vorstellungen hierüber gehen oft weit auseinander. Doch genau darüber solltest du in deiner Beziehung sprechen, und zwar ganz ohne Vorwürfe und etwaige Erwartungshaltungen. Es ist wichtig, Klartext zu sprechen, darüber, wie man sich die Dinge vorstellt.

Eines der besten Beispiele für ein realitätsfernes Bild: Derjenige Partner, der zuhause bleibt, das Kind erzieht und sich um den Haushalt kümmert, fühlt sich oft dennoch „minderwertig“. Zwar sind diese Aufgaben wertvoll und müssen erledigt werden. Wer jedoch bislang erfüllt in seinem Job war, kommt möglicherweise mit der neuen Situation schlecht klar und fühlt sich „unterfordert“. Sieht der Partner, der weiterhin seiner gewohnten Arbeit nachgeht, dann nicht, wie wertvoll diese Haus- und Erziehungsarbeiten sind, fühlen wir uns häufig noch schlechter. Etwas Verständnis kann in dieser Situation Wunder bewirken, denn der erziehende Elternteil fühlt sich wertgeschätzt.

Tipp: Viele Hausfrauen und Hausmänner neigen dazu, sich etwas gehen zu lassen. Die gemeinsame Beziehung wird keinen neuen Pepp verspüren, wenn du nur noch im Jogginganzug herumläufst. Wer zuhause bleibt, darf sich weiterhin stilvoll kleiden. Dies steigert obendrein das eigene Wohlbefinden und sorgt für mehr Selbstvertrauen. Beide Faktoren sind für ein Miteinander auf Augenhöhe innerhalb der Beziehung ebenfalls wichtig.

Zeit zu Zweit ist wichtig!

Zugegeben: Der Großteil der frischgebackenen Mütter tut sich schwer damit, das Kind aus den Augen zu lassen. Und auch viele Väter möchten keine Sekunde mit ihrem Baby missen. Aus der bisherigen Zweierbeziehung wird folglich eine Dreierbeziehung, die praktisch rund um die Uhr stattfindet.

Da bleibt keine Zeit mehr für Zärtlichkeiten, erst recht nicht, wenn das Baby im Elternschlafzimmer nächtigt.

Die Folge ist oft Frust darüber, dass die Partnerschaft auch in sexueller Hinsicht leidet. Das ist jedoch kein Wunder. Wann soll bei einer Rund-um-die-Uhr-Betreuung des Kindes noch Zeit für Sex sein?

Wenn du deine Partnerschaft in Schwung halten möchtest und sicherstellen kannst, dass dein Baby ein paar Stunden ohne dich sicher aufgehoben ist, gönnt euch regelmäßig Zeit zu zweit. Wenn du ein stabiles familiäres Umfeld oder zuverlässige Freunde hast, sollte es dir nicht schwerfallen, einen geeigneten Babysitter zu finden. Es wird einige Zeit dauern, bis du gedanklich abschalten kannst, denn die Sorge um dein Baby wird groß sein. Aber du wirst sehen, dass es sich lohnt, diese regelmäßigen Auszeiten für die Beziehung zu nehmen. Beide Partner werden damit äußerst zufrieden sein. Geht ins Kino, gönnt euch ein leckeres Essen im Restaurant. Lasst euch verwöhnen. Der Rest ergibt sich meist von selbst.

Die eigenen Hobbys sind wichtig!

Neben der Zeit zu zweit sollte jeder Elternteil sich auch Zeit nur für sich selbst nehmen können.

Zeit zu zweit und für mich alleine. Das ist aber jetzt echt egoistisch gedacht. Wo bleibt denn da mein Kind? Das denkst du gerade, oder?

Durchaus ist dieser Gedanke berechtigt. Allerdings sollst du nicht 20 Stunden des Tages für dich und deinen Partner oder gar nur für dich selbst verplanen, sondern wenige Stunden pro Woche. Der Grund hierfür ist recht simpel. Nur wer sich regelmäßig eine Auszeit gönnen kann und sich Zeit für seine Gedanken nimmt, erholt sich von seinem Stress und tankt neue Energie. Und diese wiederum ist wichtig für die Erziehung deines Babys und für die Partnerschaft.

Gönnst du dir diese Auszeiten nicht und bist permanent gestresst, ist es nur eine Frage der Zeit, bis du überreizt bist, auch deinem Kind gegenüber. Streitereien in der Beziehung schaukeln sich immer weiter hoch und das Ende naht.

Den Gedanken des Egoismus solltest du also hintenanstellen. Nur wenn es dir gut geht, kannst du dieses Glück auf deinen Partner und auf dein Kind übertragen und dafür sorgen, dass es ihnen gut geht.

Außerdem hat es einen weiteren Vorteil, wenn du allein einem Hobby deiner Wahl nachgehst: Du brauchst keinen zusätzlichen Babysitter. In der Zeit, in der du dich mit dir beschäftigst, kann sich dein Partner um das Baby kümmern.

Du solltest deinem Partner ebenfalls diese Auszeiten gönnen.

Wenn der Zug schon abgefahren ist...

Es kann die Situation eintreten, dass es dir zu spät erscheint, die Beziehung noch zu retten. In diesem Fall wäge ab, was mehr Sinn macht – eine Trennung oder möglicherweise eine Paartherapie, mit der beide Partner einverstanden sein müssen.

Wenn die Situation ausweglos erscheint, kann ein Therapeut als Außenstehender die Dinge neutral betrachten und wichtige Tipps geben, die der Beziehung neuen Schwung geben können, sofern beide Partner an einem Strang ziehen.

Siehst du selbst überhaupt keinen Sinn mehr in der Beziehung, solltest du jedoch einen endgültigen Entschluss fassen. Es bringt weder dir noch deinem Partner und schon gar nicht eurem Baby etwas, wenn ihr das Ende hinauszögert. Der Stresspegel steigt hierdurch unermesslich. Alles wird noch viel komplizierter und euer Baby bekommt alles hautnah mit. Sinnvoller ist es in einem solchen Fall, einen klaren Schlussstrich zu ziehen und den gemeinsamen Umgang mit dem Baby ruhig und vor allem sachlich zu regeln. Denke daran: Das Wohl deines Babys ist das Allerwichtigste in dieser schweren Situation. An diesem Punkt ist Egoismus tatsächlich fehl am Platz.

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