Wenn die Schwiegereltern sich in die Erziehung einmischen

Die Freude über die Geburt deines Babys ist riesig, und zwar nicht nur bei dir, sondern bei der gesamten Familie, auch bei deinen Schwiegereltern. Dies wird dich in den kommenden Jahren möglicherweise vor eine echte Herausforderung stellen, denn die eigenen Eltern und Schwiegereltern neigen oft dazu, sich einzumischen und scheinbar alles besser zu wissen.

Kommt dir diese Situation bekannt vor? Dann kannst du wahrscheinlich nur mit den Augen rollen.

Was du dagegen tun kannst, wenn deine Schwiegereltern sich in die Erziehung deines Kindes einmischen und wie du fair handelst und sachlich bleibst, erklären wir dir in diesem Artikel.

Wie kommt es überhaupt dazu, dass sich die Schwiegereltern einmisschen?

Das kann verschiedene Gründe haben. Einer der häufigsten Gründe ist sicherlich dieser: „Wir meinen es nur gut“.

Natürlich haben Schwiegereltern – insbesondere Schwiegermütter – bereits selbst mindestens ein Kind erzogen und meinen daher, sich besser mit der Erziehung eines Babys auszukennen als du. Dies mag in gewisser Weise stimmen, denn die Erfahrung kannst du deinen Schwiegereltern nicht absprechen. Allerdings bedeutet dies noch lange nicht, dass du dein Kind in derselben Weise erziehen möchtest.

Vielleicht unterscheidet sich deine Vorstellung von Erziehung vollkommen von den Methoden, die deine Schwiegereltern angewendet haben. Die Zeiten ändern sich, auch in Erziehungsdingen.

Möglicherweise bist du aber ein kleiner Rebell, der lieber eigene Erfahrungen machen und sich nichts von anderen – auch nicht von den Schwiegereltern – sagen lassen möchte.

Ein weiterer Grund, der in der heutigen Zeit oft vorkommt, ist, dass du deine Schwiegereltern mit in die Erziehung deines Kindes einbeziehen musst. Wenn beide Eltern voll berufstätig sind, was aus finanzieller Hinsicht meistens der Fall ist, bleibt dir vielleicht keine andere Möglichkeit, als deine Schwiegereltern mit einzubeziehen. Schließlich gibt es immer noch zu wenige Krippen- oder Kindergartenplätze.

Dennoch – und das möchten wir an dieser Stelle ganz deutlich unterstreichen – bist du für dein Kind verantwortlich und musst entscheiden, wie du es erziehen möchtest. Hieran sollten sich deine Schwiegereltern halten.

Warum prallen wir so oft mit unseren Schwiegereltern aneinander?

Mit der Geburt deines Babys verändern sich dein gesamtes Leben und die Beziehung zu deinem Partner. Doch auch das Leben deiner Eltern und Schwiegereltern verändert sich, denn sie haben plötzlich ein Enkelkind und werden in der Regel sehr stolz darauf sein.

Die Schwiegereltern möchten ebenfalls für das Kind da sein und sie wünschen sich nur das Beste für dein Kleines. Aus diesem Beweggrund heraus handeln sie allzu oft nicht weniger „merkwürdig“ als du es als frischgebackene Mutter selbst tun wirst. Sie müssen sich in die neue Situation einfinden und herausfinden, wie viel „Einmischen“ deinem Baby und dir guttut. Da kann es natürlich passieren, dass deine Schwiegereltern über das Ziel hinausschießen, sodass du ihnen Grenzen setzen musst.

Auch wenn die Ratschläge und Erziehungstipps gut gemeint sind, werden sie dich möglicherweise verletzen. Oder du fühlst dich bevormundet. Schließlich versuchst auch du, dein Baby zu beschützen, und zwar auf eine dir logisch erscheinende Art und Weise.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass alle – zumindest in den meisten Fällen – nur eins wollen: Für das Baby da sein, so gut es geht.

Damit sich die Situation „Ich habe mein Kind auf diese Weise großgezogen“ gegen „Ich möchte mit meinem Baby aber meine eigenen Erfahrungen sammeln“ nicht unnötig hochschaukelt und am Ende zu einem handfesten Bruch in der gesamten Familie führt, haben wir einige wichtige Tipps für dich zusammengestellt.

1. Den anderen verstehen

Wenn sich unangenehme Situationen über einen längeren Zeitraum hinweg hochschaukeln, führt dies oft dazu, dass wir bereits beim kleinsten „Piep“ des anderen auf hundertachtzig sind und voll in die Konfrontation gehen. Für die Argumente unseres Gegenüber sind wir nicht mehr empfänglich, unser Verstand setzt förmlich aus.

In solchen Situationen kann es helfen, sich in die Lage des anderen hineinzuversetzen. Frage dich doch einmal, was deine Schwiegereltern dazu bewegt, so zu handeln, wie sie es tun. Oft wirst du herausfinden, dass sie nur das Beste für dich und dein Baby wollen und damit eben manchmal über das Ziel hinausschießen. Ein bisschen Verständnis für den anderen kann helfen, die Situation zu entschärfen.

Abgesehen davon wirst du vielleicht feststellen, dass einige gutgemeinten Ratschläge gar nicht so schlecht sind, wie du im ersten Moment glaubst.

 

2. Lass Oma und Opa Oma und Opa sein

Deine Schwiegereltern haben dein Kleines mit mehr Eis verwöhnt als du ihnen erlaubt hast? Dein Kind durfte länger aufbleiben als geplant? Es hat einmal mehr seinen Willen bekommen?

Natürlich magst du das nicht. Das ist verständlich, denn du möchtest dein Kleines nach deinen Vorstellungen erziehen und jeder negative Einfluss von außen wirft dich in deiner Erziehung meilenweit zurück.

Doch ist das wirklich so oder fühlt es sich für dich nur so an? Großeltern sind Großeltern und sie haben dein Kind genauso lieb wie du. Warum also sollten sie es nicht nach ihren Maßstäben verwöhnen dürfen? Warum dürfen für Omas und Opas nicht ein paar andere Regeln gelten als für dich?

Betrachte es doch von einer anderen Seite: Haben die Schwiegereltern jetzt möglicherweise mehr Geld und mehr Möglichkeiten, als es bei der Erziehung der eigenen Kinder der Fall war? Warum sollten sie nicht die Chance bekommen, diese Möglichkeiten bei ihrem Enkelkind auszuschöpfen, immer vorausgesetzt natürlich, das Verhalten bewegt sich in einem „normalen“ Rahmen.

Für dein Kind hat dies sogar den Vorteil, dass es lernt, dass bei Oma und Opa andere Regeln herrschen. Auch im Kindergarten und in der Schule werden später möglicherweise andere Regeln gelten. Dein Kind muss dann in der Lage sein, sich hieran zu halten.

Solange dein Kind nur ab und zu bei Besuchen bei deinen Schwiegereltern verwöhnt wird und du zuhause deine Erziehungsmethoden durchsetzt, ist doch eigentlich alles okay, findest du nicht?

3. Zeige den Schwiegereltern Grenzen auf

Es gibt Schwiegereltern, die über das gewünschte Maß aller Dinge hinausschießen und Dinge entscheiden, zu denen ihnen einfach keine Entscheidung zusteht. Wenn Sie könnten, würden Sie dein Kind möglicherweise eigenständig in der von ihnen favorisierten Kita anmelden. Oder dein Kind kommt plötzlich mit Ohrlöchern nach Hause, weil Oma es so niedlich fand.

Natürlich musst du hier ganz klar Grenzen setzen, und zwar deutlich. Wichtig ist allerdings, dass du sachlich bleibst, die Situation ruhig schilderst und Konsequenzen aufzeigst, die du ziehen wirst, wenn sich eine solche Situation wiederholt.

Ganz wichtig: Halte dich an diese Konsequenzen. So lieb die meisten Schwiegereltern sind. Es gibt einige Exemplare, die keine Grenzen kennen. Konsequenzen sind daher immens wichtig.

4. Beziehe die Schwiegereltern i die Aufgaben ein

Damit derartige Situationen erst gar nicht entstehen, sollte von Anfang an klar sein, innerhalb welchen Rahmens sich die Schwiegereltern gerne mit einmischen dürfen. Stelle am besten klare Regeln und Aufgabenverteilungen auf, damit deine Schwiegereltern wissen, wo sie stehen.

Sie werden sich darüber freuen, von nun an einige Dinge selbst entscheiden zu können und sie werden deine Grenzen tendenziell eher verstehen. Dies liegt daran, dass sie sich nicht mehr ausgeschlossen fühlen, sondern einen Teil der Erziehung nach ihren Maßstäben übernehmen dürfen.

5. Lege nicht alles auf Goldwaage

Nicht jeder ungünstig formulierte Ratschlag, der aus dem Mund deiner Schwiegereltern kommt, ist böse gemeint. Und nicht jede deiner Erziehungsmethoden sollte zu einhundert Prozent in Stein gemeißelt sein. Natürlich musst du Grenzen setzen. Dennoch sollte es für alle Beteiligten einen gewissen Spielraum geben, innerhalb dessen sie sich bewegen können.

Andernfalls gibst du deinen Schwiegereltern gar nicht erst die Chance, überhaupt etwas richtig zu machen.

6. Verändere deine Kommunikation

Wenn wir uns von einer Situation überrollt fühlen, neigen wir dazu, dem Gegenüber Vorwürfe zu machen. Dass das auf wenig Gegenliebe stößt, ist verständlich. Wer möchte sich permanent sagen lassen: „Du hast schon wieder das und das falsch gemacht?“ Du etwa?

Dies bedeutet nicht, dass du deine Sorgen nicht bekunden darfst. Allerdings kann es wahre Wunder helfen, diese anders zu formulieren. Streiche Sätze wie den gerade erwähnten ab heute aus deinem Wortschatz und ersetze sie stattdessen mit einer Ich-Variante.

  • "Ich würde mir weniger Sorgen machen, wenn du mich beim nächsten Mal informieren könntest."

  • "Es wäre mir lieber, wenn wir das anders machen könnten."

Dies nimmt deinen Schwiegereltern den Wind aus den Segeln, denn sie werden verstehen, dass du dir Sorgen machst. Da du ihnen keine Vorwürfe machst, fühlen sie sich wiederum nicht persönlich angegriffen und allen ist geholfen.

7. Lasse dich in deinen Entscheidungen nicht beeinflussen

Gerade frischgebackene Eltern kommen mit der neuen Situation noch nicht so gut zurecht, wie sie es sich wünschen. Dies sorgt für eine gewisse Anfälligkeit im Rahmen ihrer Entscheidungen. Stellen deine Schwiegereltern die eine oder andere Entscheidung infrage, grübelst du vielleicht selbst darüber nach, ob du das Richtige entschieden hast.

Du solltest dich jedoch nicht unterkriegen oder gar beeinflussen lassen. Wenn du deine Entscheidung vorher wirklich gut durchdacht und alle „Wenns“ und „Abers“ abgewogen hast, dann stehe dazu.

8. Dein Partner sollte dir helfen

Wenn es nicht hilft, deinen Schwiegereltern Grenzen zu setzen, wenn sie deine Entscheidungen nicht akzeptieren, sich permanent ungefragt einmischen oder sogar Dinge entscheiden, die ihnen nicht zustehen, solltest du zunächst das Gespräch suchen, um die Wogen zu glätten.

Hilft dies nichts, ist es nun die Aufgabe deines Partners, mit seinen Eltern darüber zu sprechen und eine Einigung zu finden. Lasse dich nicht mit Sätzen wie: „Das ist doch alles nicht so gemeint“ abspeisen, denn die Situation löst sich hierdurch nicht. Mache deinem Partner klar, dass du unter der Situation leidest und dass dies deinem Kind nicht gut tut, damit er sich um eine Klärung bemüht.

Hast du dich eigentlich schon einmal bedankt?

Denk einmal darüber nach, in wie vielen Situationen dir deine Schwiegereltern möglicherweise behilflich sind. Vielleicht betreuen sie dein Kind oder sie unterstützen dich bei einigen Aufgaben im Alltag. Nicht alles, was deine Schwiegereltern tun, kann doch als negativ bewertet werden, oder?

Es ist also an der Zeit, dich für die Hilfe zu bedanken. Du wirst sehen, dass eine solche Geste wahre Wunder bewirken kann.

 

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