Wie du dein Kind dabei unterstützen kannst, Sprechen zu lernen

Die Freude ist wohl bei allen Eltern riesengroß, sobald das Kind seine ersten Wörter spricht. Einen festgelegten Zeitpunkt gibt es hierbei nicht. Manche Kinder lernen schon vor dem ersten Geburtstag sprechen, während andere erst mit 20 oder 24 Monaten sprechen. Nachfolgend erfährst du, wie du dein Kind bestmöglich beim Sprechen lernen unterstützen kannst – und welche Fehler du besser vermeidest.

1. Lies deinem Schatz so oft wie möglich vor

Kinder lieben Geschichten. Und auch aus frühpädagogischer Sicht hat das häufige Vorlesen durchaus einen großen Nutzen. Kinder lernen auf diese Weise viel schneller, wie sie sich mit Worten bestmöglich verständigen. Je mehr Worte dein Kind am Tag hört, umso besser prägt es sich diese ein. Besonders gut machen sich dafür illustrierte Bücher, die deinem Kind eine Geschichte erzählen. Auf diese Weise lernt dein Kind, Bilder mit Worten zu verknüpfen und somit eine Verbindung zum Alltag herzustellen. Es ist auch nicht zwingend notwendig, die Geschichte zu jeder Zeit Wort für Wort vorzulesen. Besser ist es, die Dinge zu benennen und dem Kind später Fragen zu stellen.

2. Vergleiche dein Kind nicht mit anderen Kindern

Du kannst indirekt viel für deinen Nachwuchs tun, indem du ihn nicht mit anderen vergleichst. Es spielt keine Rolle, dass der Nachbarsjunge schon nach 12 Monaten sprechen kann. Denn: Jedes Kind lernt zu einem anderen Zeitpunkt sprechen – und das ist gut so. Es besteht kein Handlungsbedarf und erst recht kein Anlass, um vorschnelle Vergleiche zu ziehen. Erst dann, wenn dein Kind nach dem zweiten Lebensjahr immer noch nicht sprechen kann, solltest du vorsichtshalber einen Arzt oder Logopäden aufsuchen.

3. Sprich mit deinem Kind in deiner normalen Sprache

Babysprache ist gut und niedlich. Es ist auch vollkommen in Ordnung, dich den Lauten deines Kindes gelegentlich anzupassen. Übertreiben solltest du es damit aber nicht. Stattdessen solltest du die Wörter immer korrekt und vollständig aussprechen – nur so kann sie dein Kind schließlich alleine lernen. Du solltest es aber schaffen, dein Kind nicht permanent zu korrigieren. Denn insbesondere kleine Kinder nehmen Kritik schnell persönlich und fühlen sich demotiviert. Besser wäre es, den Fehler unkommentiert zu lassen und das richtige Wort nochmals nachzuahmen. So hört dein Kind das korrekte Wort erneut und hat womöglich weniger Mühe, es beim nächsten Mal korrekt auszusprechen. Manchmal kann es in diesem Zusammenhang auch förderlich sein, die Babysprache Freunden und Verwandten zu übersetzen. Sofern dein Kind beispielsweise öfter „Schuschuh“ sagt, entgegnest du: „Du meinst meinen Schuh, oder?“ Auf diese Weise fühlt sich dein Kind verstanden und akzeptiert.

4. Muskeltraining hilft beim Sprechen

Sprechen bedeutet in erster Linie vor allem eins: Eine Menge Arbeit. Mehr als 100 Muskeln befinden sich bei diesem Vorgang in stetiger Bewegung. Dein Kind muss jedoch im Gegensatz zu dir erst lernen, diese Muskelarbeit aufzubauen. Hierbei bereiten „Sch“- und „S“-Laute die größten Schwierigkeiten. Du kannst dein Kind bei diesen Lauten unterstützen, indem du ihm öfter einen Strohhalm reichst. Durch fokussiertes Saugen am Strohhalm trainiert dein Kind automatisch die zum Sprechen wichtigen Ringmuskeln.

5. Singen, Rituale und Reime

Kinder lernen insbesondere durch Wiederholungen nach und nach die Sprache kennen. Gleichzeitig verbinden sie dadurch Bewegungen, Abläufe und die Tagesgestaltung. Das bedeutet: Viele Wiederholungen stärken die ersten Sprechversuche. Da Musik selbstverständlich auch bei Kleinkindern entspannend wirkt, ist sie eine gute Methode zum Sprechen lernen. Darum singe deinem Kind so oft es geht ein Lied vor oder sage ein Gedicht auf.

6. Nicht zu komplex sprechen

Es ist ratsam, mit kleinen Kindern in nicht allzu komplexer Sprache zu sprechen. Zwar ist es gut und richtig, Sprache bestmöglich zu fördern. Doch gilt es dabei, Kleinkinder ebenso wenig zu überfordern. Einige für Erwachsene gebräuchliche Mechanismen sollten daher vermieden werden. Dazu gehört etwa, zu schnell und zu leise zu sprechen. Lange und verschachtelte Sätze, die weder einen Anfang noch ein Ende haben, versteht dein Kind ebenso wenig.

7. Aktiv sprechen und passive Sprache vermeiden

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass aktive Sprache erheblich besser zum Spracherwerb beiträgt. Sprich: Im Hintergrund laufende Hörspiele oder Radioansagen helfen deinem Kind nur mäßig oder gar nicht dabei, sprechen zu lernen. Denn diese Medien ersetzen echte Erfahrungen nicht und haben zudem bei unter Dreijährigen Kindern einen tendenziell negativen Einfluss auf die körperliche und geistige Entwicklung.

8. Gehe auf dein Kind ein, ohne Druck auszuüben

Es gibt kaum etwas schlimmeres, als wenn Eltern ihre Kinder unter Druck zum Reden bringen wollen. Denn im Kleinkind löst dieses Verhalten große Angst aus. Es bekommt dann das Gefühl vermittelt, den Erwartungen der Eltern nicht gerecht zu werden. Es ist besser, keinen Druck auszuüben und stattdessen dein Baby spielerisch in den Alltag einzubeziehen.

9. Sprachprobleme: Wann du aktiv aufhorchen solltest

Einige Anzeichen sollten dich aufhorchen lassen. Hinter manchen Lernschwierigkeiten können, müssen sich aber nicht ernsthafte Probleme verbergen.

  • Falls dein Kind bis zu seinem 1. Geburtstag weder ein Wort spricht, noch andere Lautäußerungen von sich gibt und keinen Blickkontakt sucht, solltet ihr ärztliche Hilfe beanspruchen.

  • Anlass zur Sorge ist außerdem gegeben, falls dein Kind bis zum zweiten Geburtstag weniger als 50 Wörter spricht oder diese nicht zu Zwei-Wort-Sätzen zusammenfügen kann.

  • Auch wenn das Kind im Verlauf eines weiteren Jahres keine einfachen Sätze erlernt und von fremden Menschen nicht verstanden wird, ist Vorsicht geboten.

  • Generell solltest du handeln, sofern dein Kind wenig Interesse an Kommunikation zeigt.

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