Herpes - wie gefährlich ist die Infektion für Babys?

Etwa 20 Prozent der Deutschen hatten schon einmal mit juckenden und lästigen Bläschen auf der Lippe zu kämpfen. Herpes ist eine nervtötende Infektion, die für einen Erwachsenen jedoch meist harmlos verläuft. Anders ist das aber beim Baby: Aufgrund des schwachen Immunsystems kann eine Ansteckung mit einem der beiden Herpesviren unbehandelt schnell tödlich enden.

Was ist der Herpesvirus eigentlich?

Du kennst es wahrscheinlich auch: Bläschen an den Lippen oder an den Augen vermiesen dir die Stimmung und eine Herpescreme muss her! Insgesamt gibt es zwei unterschiedliche Herpesviren. Der sogenannte Herpes-simplex-Virus I ist den meisten Menschen als Lippenherpes bekannt. Zudem gibt es den sogenannten Herpes-simplex-Virus II, welcher auch als Genitalherpes bezeichnet wird. Diese Art des Herpesvirus kann von dem Immunsystem nicht bekämpft werden, sodass die Viren lebenslang im Körper verbleiben und diese Herpeserkrankung in regelmäßigen Abständen ausbricht.

Wie steckt sich mein Kind eigentlich an?

Leidet die Mutter bei der Geburt unter einer aktiven Infektion mit dem sogenannten Genitalherpes, wird diese Infektion automatisch an das Baby übertragen. Die Ansteckung mit dem Herpesvirus des ersten Typus erfolgt durch eine Schmierinfektion. So kann es vorkommen, dass die Mutter den aktiven Virus an das Neugeborene überträgt, werden keine ausreichenden Hygienemaßnahmen unternommen.

Übrigens kann das sogenannte Lippenherpes auch übertragen werden, leidet die Mutter an einem erneuten Ausbruch der Infektion, ohne dass bereits Bläschen zu sehen sind.

Kann ich das Herpes beim Stillen übertragen?

Solltest du unter Lippenbläschen leiden, ist es sehr empfehlenswert, beim Stillen einen Mundschutz zu tragen. Außerdem solltest du großen Wert auf Hygiene legen, weshalb du dir vor dem Reichen der Brust möglichst die Hände desinfizieren solltest. Haben sich jedoch bereits Bläschen auf der Brust gebildet, ist vom Stillen abzuraten. In diesem Fall solltest du die Muttermilch abpumpen und diese anschließend entsorgen. Du kannst wieder mit dem Stillen beginnen, sobald die Bläschen abgeheilt sind und eine Kruste gebildet haben.  

Wie gefährlich ist es für mein Baby?

Insbesondere in den ersten sechs Wochen nach der Geburt kann der Herpesvirus für den Sprössling sehr gefährlich werden. Das kindliche Immunsystem ist hier nämlich noch nicht stark genug, die Infektion zu bekämpfen. Kommt es in dieser Zeit also zu einer Ansteckung, kann die Erkrankung schnell auf die inneren Organe übergehen und so beispielsweise eine Gehirnhautentzündung oder ein Leberversagen hervorrufen.

Trägt die Mutter das Herpesvirus Typ 1 oder Typ 2 bereits vor der Geburt in sich, werden circa ab der 34. Schwangerschaftswoche spezielle Antikörper über die Plazenta übertragen, welche den sogenannten Nestschutz bilden. Es ist dennoch nicht ausgeschlossen, dass eine Erkrankung nach der Geburt dennoch erfolgen kann.

Tritt die erste und primäre Infektion mit dem Herpesvirus bei der Mutter jedoch in der späten Schwangerschaft auf, dauert die Bildung der Antikörper jedoch mehrere Wochen, sodass der Nestschutz nicht gewährleistet ist.

Was sind die Symptome der Herpesviren bei meinem Kind?

Hat sich dein Sprössling mit dem Herpesvirus angesteckt oder ist dieser beim Kind ausgebrochen, wird sich dies recht schnell bemerkbar machen. In den meisten Fällen äußerst sich die Infektion in den ersten Schritten durch eine starke Trinkschwäche und eine Lethargie. Nicht selten macht sich die Herpeserkrankung nicht über die üblichen Bläschen auf der Haut oder auf den Schleimhäuten bemerkbar. Sollten diese jedoch als Symptom bei deinem Kind auftreten, musst du schnell handeln und den Kinderarzt aufsuchen. In einigen Fällen kommen die beiden Herpesviren beim Kind auch mit Symptomen wie einer Bindehautentzündung, Fieber oder mit Krampfanfällen daher.

Wie kann ich den Virus effektiv behandeln?

Beide Typen des Herpesvirus lassen sich beim Neugeborenen nicht mit den üblichen Hausmitteln behandeln. Es ist hier sehr wichtig, dass du bei den ersten Symptomen sofort einen Arzt aufsuchst, um einen schlimmen Werdegang der Erkrankung bei deinem Baby zu verhindern.

Leidest du an Lippenherpes und möchtest du eine Ansteckung vermeiden, solltest du ein ganz besonderes Augenmerk auf die Hygiene legen. Außerdem fällt das Kuscheln erst einmal flach. Um das Risiko gering zu halten, dass sich dein Sprössling infiziert, solltest du also beispielsweise auf diese Dinge achten:

  • häufig deine Hände waschen
  • ein eigenes Handtuch benutzen
  • den Schnuller nicht selbst in den Mund nehmen
  • auf das Küssen des Knöpfchens erst einmal verzichten
  • kein gemeinsames Geschirr benutzen 

 

Zudem ist es ratsam, dass du die juckenden Bläschen auf deiner Haut nicht aufkratzt. Sollte dies der Fall sein, können sich die Bakterien bestens vermehren. Außerdem verlängert dies das Abheilen der Blasen.

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