Antrag, Höhe, Bonus – Was du über das Elterngeld wissen musst

Das Elterngeld ist eine staatliche Leistung, mit der junge Familien unterstützt werden sollen. Dabei wird Einkommen, das durch die Betreuung von Säuglingen und Kleinkindern nicht verdient werden kann, ausgeglichen. Eine tolle Sache, in der Praxis sieht das Ganze allerdings manchmal etwas kompliziert aus, da es beim Elterngeld einige Formalitäten und bestimmte Bedingungen zu berücksichtigen gibt. 

In diesem Beitrag möchten wir dir einige grundlegende Informationen und Tipps mit auf den Weg geben, damit bei Thema Elterngeld keine vermeidbaren Probleme auftreten. Zeit ist kostbar und sollte lieber mit der Familie verbracht werden, anstatt mit ausufernder Bürokratie.

Du hast Anspruch auf Elterngeld, wenn du…

  • deine Kinder nach der Geburt selbst betreust und erziehst.

  • nicht mehr als 30 Stunden/Woche erwerbstätig bist.

  • mit deinen Kindern in einem Haushalt lebst.

  • deinen Wohnsitz in Deutschland hast.

Wenn diese Bedingungen erfüllt sind könnt ihr als Eltern bis zu 14 ganze Monate Elterngeld beziehen. Welcher Elternteil davon wie viele Monate in Anspruch nimmt kann frei eingeteilt werden, jedoch müssen es je mindestens zwei und maximal 12 Monate sein (keine Sorge, falls du alleinerziehend bist stehen dir kompletten 14 Monate allein zur Verfügung). Dieses Prinzip heiß Basiselterngeld.

Zusätzlich zum Basiselterngeld gibt es nun zwei weitere Möglichkeiten, um das Elterngeld an die individuelle Situation deiner Familie anzupassen: Das Elterngeldplus und den Partnerschaftsbonus. Vor allem für Eltern, die neben der Kinderbetreuung in Teilzeit arbeiten wollen, ist das interessant. 

Mit dem Elterngeld Plus lässt sich ein Monat Basiselterngeld in zwei Teilmonate halbieren. So kann man den Zeitraum gewissermaßen verlängern, indem man die Höhe verringert. Auch wer nicht in Teilzeit arbeitet kann diese Option nutzen. Wenn du und dein Partner/deine Partnerin euch dazu entscheidet in mindestens vier aufeinanderfolgenden Monaten zeitgleich mindestens 25 aber maximal 30 Stunden (im Durchschnitt) pro Woche zu arbeiten, dann stehen euch nämlich vier weitere Monate Elterngeld Plus zu. Wie du siehst kann mit dem Partnerschaftsbonus am Ende sogar mehr Geld rausschlagen.

Hier ein kleines Beispiel

Da es viele verschiedene Variationen des Elterngeldes gibt, soll ein Beispiel Licht ins Dunkle bringen:

Nach der Geburt beziehst du für sieben Monate Basiselterngeld. Im Anschluss daran nimmt dein Partner drei Monate Basiselterngeld in Anspruch. Danach habt ihr zehn Monate Basiselterngeld verbraucht und habt noch vier Monate übrig. Diese nutzt jetzt aber nicht einer von euch als Basiselterngeld, sondern ihr teilt es in acht Monate halbes Elterngeld, also Elterngeld Plus, auf. Darüber hinaus beschließt ihr außerdem, dass ihr die besagten acht Monate so nutzt, dass jeder von euch vier Monate am Stück 25 Wochenstunden arbeitet. Dadurch könnt ihr dann nochmal weitere vier Monate den Vorteil des Partnerschaftsbonus hinzuziehen.

Nun aber noch zur Höhe des Elterngeldes. Die richtet sich nach dem Nettoeinkommen des jeweiligen Elternteils in den letzten 12 Monaten vor der Geburt des Kindes. Nicht dazu zählen die Monate der Mutterschutzfrist und Monate, in denen die Mutter wegen schwangerschaftsbedingter Krankheit weniger Geld verdient hat.

In der Summe liegt es zwischen mindestens 300 und maximal 1800 Euro je nach Verdienst. Für das Elterngeld Plus ergibt sich dann ein Betrag zwischen 150 und 900 Euro. Auch hier gibt es wieder einige beachtenswerte Details, wie zum Beispiel, dass Mutterschaftsgeld und Elterngeld nicht parallel gezahlt werden, sondern Ersteres als Elterngeld angerechnet wird. 

Elterngeld beziehen will also gekonnt sein, wenn man die Idee dahinter aber erst einmal verstanden hat, ist es gar nicht so schwierig. Das Wichtigste weißt du jetzt bereits, aber trotzdem solltest du dich bei Unklarheiten nochmal gründlich informieren. Hilfreich ist auch der Elterngeldrechner auf der Homepage des Familienministeriums!

Alle wichtigen Informationen auf einen Blick

  • Anspruch auf Elterngeld hast du unabhängig davon ob du vorher gearbeitet hast oder nicht.

  • Pro Elternteil gibt es zwölf Monate Anspruch auf Elterngeld.

  • Die zwei Partnermonate sollte man nicht verschenken

  • Die Höhe des Basiselterngeldes beträgt 300 bis 1800 Euro

  • Die Antragstellung ist erst nach der Geburt möglich (und maximal drei Monate rückwirkend)

  • Durch Steuerklassenwechsel kann man im Einzelfall mehr Elterngeld erhalten

  • Die Voraussetzungen für den Partnerschaftsbonus erfüllen ist sinnvoll

  • Am besten schon vor der Geburt alles für den Antrag vorbereiten

  • Bei Unklarheiten und Fragen einfach bei der Elterngeldstelle anrufen


Wir wünschen dir viel Erfolg bei deinem Antrag und denke immer daran: Papierkram macht niemandem Spaß aber das Elterngeld kommt deinem Kind zugute. Allein deshalb lohnt es sich.

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