Wenn alles in den Mund genommen wird – Tipps für die orale Phase beim Kind

Wenn der Mund der Sprösslinge zur dritten Hand wird, kann dies für die Eltern schon einmal schwierig werden. Die Angst ist groß, dass sich das Kind infiziert oder an Kleinteilen verschluckt oder verletzt. Dabei ist die orale Phase äußerst wichtig für die Entwicklung der Kleinen, gleichzeitig aber auch für die Entwicklung eines guten und gesunden Immunsystems.

Wann beginnt die orale Phase?

Da jedes Kind natürlich unterschiedlich ist, beginnt die orale Phase auch zu unterschiedlichen Zeiten. Der Sprössling erkundet im ersten Lebensjahr so gut wie alles um ihn oder um sie herum. Etwa ab dem achten Lebensmonat nehmen die Kleinen dann auch gerne alles einmal in den Mund. Es ist jedoch nicht wunderlich, wenn die orale Phase schon früher einsetzt oder etwas später beginnt.

Warum nimmt mein Sprössling eigentlich alles in den Mund? 

Das größte Sinnesorgan der Kleinen ist der Mund. Das hört sich wirklich komisch an, ist aber vor allen Dingen bedingt durch die vielen Nerven an den Lippen und natürlich auf der Zunge. Was das Kind in die Hand nimmt und betastet, kann nicht so gut kennengelernt werden, wie ein Gegenstand, der auch mit der Zunge und dem Mund in Berührung gekommen ist. Du solltest deinem Baby in keinem Fall etwas wegnehmen, was in der oralen Phase begutachtet wird, außer es handelt sich um einen gefährlichen Gegenstand. Sobald dein Sprössling etwas mit dem Mund ausgekundschaftet hat, kann es den Gegenstand im Anschluss sogar mit den Augen wiedererkennen!.

Wichtige Vorsichtsmaßnahme für die Sicherheit während der oralen Phase

Als goldene Regel für die orale Phase gilt: Alles sollte möglichst sauber sein, aber bitte nicht steril! Es ist völlig ausreichend, Gegenstände nach dem Nuckeln abzuwischen, Spielzeuge mit einem feuchten Tuch zu reinigen und Kuscheltiere ab und an einmal zu waschen. Die Angst vor Infektionen sollte nicht im Vordergrund stehen, denn in der oralen Phase wird vor allen Dingen das Immunsystem geschult und gestärkt.

Dennoch gibt es einige Dinge, die eher nicht in den Mund von deinem Kind gelangen sollten. Deshalb musst du den Haushalt 'mundsicher' machen. Das gelingt dir beispielsweise so:  

1. Alles richtige verstauen

Spitze Gegenstände sind Gift für dein Kind. Deshalb solltest du nicht nur den Mülleimer, das Katzenklo und die Klobürste beiseite räumen, auch können Bücher, Dekorationsartikel oder sonstige spitze Dinge sehr gefährlich für deinen Sprössling werden. Sie sollten stets gut und außer Reichweite verstaut werden. Gleiches gilt für die Putzmittel, Kosmetika oder für Arzneimittel. Alkoholika und Zigaretten gehören ebenfalls auf eine erhöhte Fläche und sollten niemals griffbereit herumliegen.

2. Das perfekte Spielzeug anschaffen

Das schöne Lieblingsspielzeug gehört natürlich auch in den Mund, oder? Achte bei Kuscheltieren bitte darauf, dass keine losen Knopfaugen abfallen können und alles biss- und sabberfest ist. Plastik- und Holzspielzeug sollten im besten Fall über ein Prüfsiegel verfügen, das bestätigt, dass Spielzeuge schadstofffrei sind. Nachdem das liebste Spielzeug dann mit der Zunge begutachtet wurde, reicht es, dieses kurz abzuwaschen oder abzuwischen. Kleinteile sind ein großes Tabu, da diese verschluckt werden können. Auch Spielwaren mit spitzen Ecken und Kanten sollten nicht ins Haus kommen.

3. Pflanzen und Co. abchecken

So eine grüne Pflanze mit riesigen Blättern oder kleinen Blüten ist furchtbar interessant für die Kleinen. Von daher ist es wichtig, giftige Pflanzen auszusortieren oder diese erhöht zu platzieren. Bevor eine neue Zimmerpflanze angeschafft wird, genügt meist in Blick auf das Etikett um eine Vergiftung des Kindes später auszuschließen. Auch Balkon- und Gartenpflanzen sollten darauf geprüft werden, ob diese giftig sind.

4. Kleinteile außer Reichweite bringen

Münzen, Batterien, Murmeln, Kastanien – dies ist nur eine kleine Aufzählung der Gegenstände, die daheim gefährlich für den Sprössling werden können. Alle Kleinteile sollten sicher verstaut werden, damit sich die Kleinen in der oralen Phase nicht an diesen Dingen verschlucken können. Am besten schaust du mit dem Kinderblick in dein Eigenheim. Siehst du eine mögliche Gefahrenquelle, nah am Fussboden? Dann wird es Zeit, dass du diese schnellstmöglich behebst.

5. Auch die Lebensmittel müssen gut verwahrt werden

Übrigens: Es sind nicht nur die Münzen aus dem Sparschwein, die gefährlich für den Sprössling in der oralen Phase werden können. Auch bei den Lebensmitteln in der Küche und im Vorratsraum solltest du ein Auge auf die Sicherheit haben. Die bunten Verpackungen locken die Kleinen sehr gerne an. Trauben, Nüsse, kleine Tomaten oder Einlegegläser sind ebenfalls erhöht oder verschlossen aufzubewahren. Nicht ungerne reißen die Kinder schließlich die tollen Packungen auf oder werfen das mit Gurken gefüllte Glas auf den Boden.

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