Kaiserschnitt auf Wunsch? Wir zeigen dir die Pros & Contras

Statistisch betrachtet erblickt fast jedes dritte Kind nach einem Kaiserschnitt das Licht der Welt. Im Gegensatz zur natürlichen Geburt dauert ein Kaiserschnitt oftmals weniger als eine Stunde.  Einige Frauen wollen auch ohne jeden medizinischen Grund per Kaiserschnitt entbinden. In diesem Artikel stellen wir dir die Pros & Contras eines Kaiserschnitts auf Wunsch vor.

Welche Pro-Argumente für einen Kaiserschnitt sprechen

Es gibt einige Argumente, die für einen Kaiserschnitt sprechen.

  • Ein wichtiges Pro ist beispielsweise das Alter einer Frau. Je älter eine Frau zum Zeitpunkt der Geburt ist, desto höher sind die Risiken. Viele sehen den Kaiserschnitt, insbesondere für das Kind, als komplikationsärmere Variante an. Und das zu Recht: Für Babys besteht ein bis zu dreifach geringes Risiko, Komplikationen beim Kaiserschnitt als bei einer natürlichen Geburt zu erleiden.

  • Mitunter spielen auch schwerwiegende Ängste der Frau eine Rolle, warum ein Kaiserschnitt einer natürlichen Geburt vorgezogen wird. Vorteilhaft an einem Kaiserschnitt ist auf jeden Fall, dass der Körper der Frau, insbesondere Beckenboden und Damm, unversehrt bleibt. Manchmal kann ein Kaiserschnitt auch dann richtig sein, wenn eine Schwangere psychische Schwierigkeiten und damit verbunden Angst vor dem Geburtsvorgang hat.

  • Ein großes Plus für einen Kaiserschnitt ist dessen Planbarkeit. Werdende Mütter wissen so schon Wochen im Voraus, wann der Geburtstermin stattfindet. Insbesondere für berufstätige Partner*innen kann dies die Planung erheblich vereinfachen.

  • Im Gegensatz zur natürlichen Geburt sind vor einem Kaiserschnitt kaum Vorbereitungen erforderlich. Natürlich macht es für ein Paar trotzdem Sinn, einen Geburtsvorbereitungskurs zu besuchen – und sei es nur, um neue Kontakte zu anderen werdenden Eltern zu knüpfen. 

Contra-Argumente: Was gegen den Kaiserschnitt spricht

  • Da der Kaiserschnitt planbar ist, entfällt die hibbelige Spannung, wann sich der Nachwuchs endlich auf den Weg macht. Es gibt also keinen Überraschungseffekt, den viele Schwangere als aufregend und spannend erleben.

  • Wenngleich der Eingriff erst einmal schmerzarm erscheint, ist und bleibt er eine risikobehaftete Bauchoperation. Es besteht das Risiko, dass andere Organe verletzt werden oder Infektionen und Wundheilungsstörungen auftreten.

  • Nachgeburtliche Schmerzen bleiben bei einem Kaiserschnitt nicht aus. Frischgebackene Mütter sind in den ersten Tagen nach der Operation nur begrenzt mobil, benötigen einen Urin-Katheter und dürfen ohne Hilfe das Bett nicht verlassen. Bis zur vollständigen Genesung vergehen rund sechs Wochen. In dieser Zeit können sich viele Mütter nur eingeschränkt um den Nachwuchs kümmern, was oftmals als belastend empfunden wird.

  • Damit einhergehend verlängert sich der Aufenthalt im Krankenhaus. Natürlich Gebärende dürfen nach einer komplikationslosen Geburt nach rund drei Tagen wieder nach Hause. Frauen, die per Kaiserschnitt gebären, müssen rund eine Woche in der Klinik bleiben.

  • Selbst für das Neugeborene bleibt ein Kaiserschnitt manchmal nicht ohne Folgen. Als Contra-Argument lässt sich eindeutig anführen, dass Kaiserschnitt-Geborene häufiger mit Atemproblemen zu kämpfen haben als Säuglinge, die auf natürlichem Wege auf die Welt kommen. Mitunter hängt dies damit zusammen, dass ein Kaiserschnitt viel zu früh vor dem errechneten Geburtstermin durchgeführt wird. Damit geht einher, dass Kaiserschnittkinder aufgrund der fehlenden Hormonausschüttung häufiger Anpassungsstörungen hätten als natürlich geborene Säuglinge. Wissenschaftlich konnte diese Vermutung allerdings bis heute nicht bestätigt werden.

  • Was ebenfalls nicht vergessen werden darf: Jeder vorausgegangene Kaiserschnitt erhöht das Risiko, bei der nächsten natürlichen Geburt einen lebensbedrohlichen Gebärmutterriss zu erleiden. Auch ist das Risiko, eine Fehl- oder Totgeburt zu erleben, erhöht.

  • Nicht außer Acht lassen sollten Schwangere außerdem, dass im Falle eines Kaiserschnitts die natürliche Bakterienflora des Geburtskanals nicht auf das Neugeborene einwirken kann. Ihm fehlt somit diese natürliche Keimquelle, die das Immunsystem bereits mit der Geburt stärkt. 

Fazit: Kaiserschnitt oder natürliche Geburt?

Ein Wunschkaiserschnitt erweist sich in vielen Fällen als gute Alternative, um eine Schwangere körperlich und seelisch zu entlasten. Sofern keine medizinische Notwendigkeit besteht, sollte eine natürliche Geburt jedoch an erster Stelle stehen. Im Zweifelsfall können Hebammen und Ärzte helfen, Vorteile und Risiken individuell abzuwägen und daraus resultierend, die beste Option auszuwählen. 

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